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Fußgänger und Radfahrer: Auf vielen Gehsteigen, wie hier auf der Tölzer Isarbrücke, kann es eng werden.

Verkehr 

Konflikte auf dem Gehsteig

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Immer mehr Radler fahren verbotenerweise auf dem Gehweg, klagt eine Tölzerin. Das sei vermutlich mehr ein Gefühl, entgegnet die Polizei. Ein Grundsatzproblem allerdings bleibt.

Bad Tölz Es ist ein Naturgesetz: Fußgänger schimpfen über Radfahrer, Radfahrer über Autofahrer, Autofahrer über alle anderen Verkehrsteilnehmer. Was aber einer Tölzerin vergangenes Jahr passierte, war dann doch ein „schlimmes Erlebnis“, wie sie sagt. Auf Höhe der Jahnschule spazierte sie auf dem Gehweg mit ihrem Hund entlang. Da kam ihr ein Radfahrer entgegen. Der Hund, der vor Radlern Angst habe, begann zu bellen. „Da ist der Mann abgestiegen und hat gesagt: ,Pass auf, sonst bringe ich den Hund um‘“. Auf ihre Frage, warum er denn auf dem Gehweg fahre, habe er sie wüst beschimpft. Das sei nur eines von vielen Erlebnissen gewesen. Die Frau sagt: „Zu 70 Prozent wird in Tölz auf Gehwegen Rad gefahren. Ich komme mir oft vor, wie auf der Flucht.“ Schlimm sei es in der Fußgängerzone und auf der Isarbrücke, aber auch an vielen anderen Stellen. Sie findet: „Da sollte mehr kontrolliert werden, die Stadt müsste etwas machen.“

Es sei durchaus möglich, dass aufgrund der Baustelle auf der Isarbrücke derzeit mehr Radfahrer dort auf dem Gehweg fahren würden, sagt Lars Werner, Verkehrsexperte bei der Tölzer Polizei. „Aber es gibt nicht mehr Beschwerden, als in den letzten fünf bis zehn Jahren.“ Objektiv könne er diese Beobachtung nicht bestätigen. Viele Radfahrer würden ordnungsgemäß fahren.

Sei tatsächlich jemand auf dem Gehweg mit dem Rad unterwegs, gebe es meistens eine Verwarnung. Dass tatsächlich einmal die Strafe in Höhe von 15 Euro fällig werde, sei aber selten. „Da ist eben Fingerspitzengefühl nötig. Das haben aber alle Kollegen“, so Werner.

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Dass es häufig zu konfliktreichen Begegnungen zwischen Radlern und Fußgängern komme, habe laut Camilla Plöckl auch damit zu tun, dass es beispielsweise auf der Isarbrücke keine abgezeichnete Radlspur gebe. „Dabei wäre die Brücke relativ breit, wir haben das auch einige Male über den Arbeitskreis Radln angesprochen“, sagt die Stadträtin, die im Arbeitskreis aktiv ist.

„Wo alle zusammen kommen, da gibt es eben Probleme“, gibt Plöckl zu bedenken. Einiges sei aber bereits verbessert worden, etwa die Abstellmöglichkeiten. Um das Prädikat „fahrradfreundliche Kommune“ zu behalten, müsse Tölz auch beständig gewisse Dinge nachweisen. Aber gerade in Sachen gekennzeichnete Radfahrstreifen seien noch Verbesserungsmöglichkeiten gegeben. Sie habe aber die Hoffnung, dass sich einiges tue: „Wir vom AK Radln haben immer eine positive Zusammenarbeit mit der Stadt gehabt.“

Einige Verbesserungen für Radfahrer seien bereits umgesetzt worden, sagt auch Bürgermeister Josef Janker. An einigen Stellen wird demnächst noch in Sachen Verkehrssicherheit nachgebessert. Die Regelung mit dem Radfahren in der Marktstraße – erlaubt ist es von 21 bis 9.30 Uhr – habe sich bewährt und werde so bleiben.

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Dass ein Radwegenetz innerhalb von Tölz kaum umsetzbar sei, sei historisch bedingt, so der Bürgermeister. „Die Situation ist einfach beengt. Um Platz für Radwege zu erhalten, müsste man innerorts Einbahnstraßen anlegen. Und das wäre dann doch ein Schildbürgerstreich.“

Er plädiert für gegenseitige Rücksichtnahme – genauso wie Lars Werner. „Klar ist das Radlnetz nicht nur in der Stadt Bad Tölz ausbaufähig.“ Er habe durchaus Verständnis dafür, dass Radfahrer an viel befahrenen Straßen auf die Gehwege ausweichen. „Aber es ist nicht regelkonform.“ Der erste Grundsatz der Straßenverkehrsordnung fordere gegenseitige Rücksichtnahme. „Wenn jeder aufpassen, vorausschauend fahren oder gehen und seinen gesunden Menschenverstand einsetzen würde, würde es viele Unfälle nicht geben.“

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