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Das Beste aus Funk und Soul boten die jungen Musiker von „Hot House & Friends“.

Konzert von „Hot House & Friends“ im Tölzer Kurhaus

Auf ganzer Linie großartig

„Das Publikum im Tölzer Kurhaus war kaum auf den Stühlen zu halten, als am Samstag die mit einigen Musikpreisen gekürte Band „Hot House & Friends“ zu Gast war.

Bad Tölz - Die 25 Musiker boten aus den beiden ehemals konkurrierenden Labels Motown und Atlantic Records die größten Hits aus Soul und Funk. Bei selbst gebastelter Bühnenausstattung, effektvoller Beleuchtung und großartigem Sound bebte der Saal. Nicht wenige folgten der Einladung zum Mittanzen, der Rhythmus ging den Zuhörern sofort ins Blut.

Bläser, Gitarren, Piano und Schlagzeuger hätten in diesem Konzert sicher alleine bestehen können, die Sängerinnen aber waren das besondere Highlight. Da war die eher funkige, dunkle Tonlage von Iris Adams. Dazu kam die weiche, soulige Stimme von Franziska Teubig und die starke, rockige von Melli März, die übrigens aus Bichl kommt. Glänzende Soli gab es bei Stücken wie „Satisfaction“ von Otis Redding aus dem Jahr 1965, oder bei dem sehr emotional betonten Song „I say a little Prayer for you“ von Aretha Franklin aus 1967. Letzteres dreht sich um die Gedanken einer Ehefrau an ihren Mann in Vietnam, wie der Moderator des Abends, Saxofonist Martin Weber, erzählte. Selbst solch „filigranen Instrumente“, wie die Große Trommel kamen zum Einsatz, als die Powerfrauen „Saved“ von LaVern Baker präsentierten.

Besonders zu erwähnen sind die vier Geigen und zwei Celli, die in dieser Musikrichtung gewöhnlich nicht in einem Orchester zu finden sind und somit „Hot House & Friends“ zu etwas Einzigartigem machen. Für ihren Einsatz hat Leiter Christoph Drißl eigens Notensätze geschrieben, die die jungen Streicher hervorragend umsetzten.

Mit Gastsänger Kevin Auld und Nachwuchssängerin Tanja Karbstein fanden weitere „Friends“ des Soul und Funk eine Gelegenheit, mit der inzwischen viel gebuchten Band aufzutreten. Das Publikum war vor allem von Songs wie „Yakety Yak“ der Coarsters und von einer demonstrierenden „männlichen Putzkolonne“ auf der Bühne begeistert. Aber auch neuere Hits wie „Uptown Funk“ von Bruno Mars oder Klassiker wie „My Girl“ von den Temptations kamen gut an.

Zum Ausklang nutzte Leiter Christoph Drißl die Möglichkeit, sich bei seinem Team hinter den Kulissen und den Musikern zu bedanken, die mit großer Freude und viel Engagement dabei sind. Er dankte aber auch dem Publikum für die Begeisterung.

Frenetischer Applaus und Zugaberufe wurden mit dem Stück „What becomes of the broken hearted“ von Jimmy Ruffin belohnt. Wäre es nach dem Publikum gegangen, hätte dieser Abend auch danach nicht enden müssen. Ergo: Ein großartiges Konzert mit großartigen und talentierten Musikern. Susanne Reising

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