Irische Vollblut-Musiker: „Woodwind & Steel“ mit (v. li.) Alex Vallon, Ed O’Casey und Ann O’Casey. 

Konzert von „Woodwind & Steel“ im Tölzer Kurhaus

So klingt es auf der grünen Insel

Temperamentvolle irische und schottische Folk-Musik erlebten die Besucher am Samstag beim Konzert der bekannten Band „Woodwind & Steel“ im Tölzer Kurhaus. Bandleader Ed O’Casey hatte das Publikum schnell im Griff. Mit gewitzten Proben zur Technik des „hand clapping and foot stepping“ wurde das Publikum in einige Stücke integriert, wodurch die musikalische Stimmung im ausverkauften Kurhaus enorm stieg.

Bad Tölz – Anspruchsvolle und energiegeladene Unterhaltung boten die drei Musiker mit einem lebendigen Mix aus humorvollen Geschichten, mitreißenden Rhythmen und klangvollen Stimmen, die die lange Tradition der ursprünglichen Musik und die fröhliche Lebensweise der Iren dem Publikum nahebrachten.

Und dann fingen Ed und Ann O’Casey an zu erzählen: Über die Freude an der Heimat, über erfüllte und unerfüllte Liebe, die irischen Gesetzesregeln und deren Umsetzung durch die Polizei, über das Leben und den Tod, über Familie, zurückliegende Zeiten und vieles mehr. In ihrer traditionell anmutenden Kleidung – Hosenträger, Westen und Kappen, dazu die rothaarige Ann – vermittelten sie dem Publikum ein Gefühl für ihr weites und in 40 verschiedene Grüntöne getauchtes Land. Ed O’Casey bestach durch seine ausdrucksstarke Stimme und die kraftvolle Beherrschung der irischen Rahmentrommel Bodhrán. Alex Vallon überzeugte mit einem vollkommen ausdrucksstarken, keltisch angehauchten Gitarrenspiel, und die zum Star des Abends gekürte Ann O’Casey legte eine phänomenale und in Präzision unübertreffliche Virtuosität an ihren fünf Flöten an den Tag und rief mit den zauberhaften Melodien Gänsehaut bei den Besuchern hervor. Etwas ruhiger wurde es mit einem Instrumental zur Geschichte der irischen Auswanderzeit, welches die Zuhörer tief bewegte. Durch die gefühlvolle Deklamation der Irish-Wood-Flute wurden sie auf eine emotionale Reise mitgenommen, erfüllt von Furcht, Hoffnungen und Sehnsüchten beim Aufbruch einer Mutter mit zwei Kindern von Irland in die Vereinigten Staaten von Amerika. In meisterlichem Spiel entführten Ann O’Casey und Alex Vollan die Gäste in die Illusion, selbst in den Geschichten lebendig zu sein.

Aber Ed O’Casey holte auf seine humorvolle Art alle Konzertbesucher wieder zurück ins Kurhaus, als er erklärte, dass die größte Bedrohung der Menschheit doch eine andere sei, nämlich der „Durscht“. Die Iren sehen die Schnapsbrennerei als ein Zeichen für Freiheit und Selbstbestimmung. Und so ist die Wirkung von Schwarzgebranntem auch deutschen Vätern und Großvätern nicht fremd. Um darauf anzustoßen, lud er zu einer Art Nationalhymne der Iren zum Thema Völkerverständigung ein: Die Iren singen und die Deutschen schunkeln!

Und auch hierbei ließen sich die Besucher nicht lange bitten, hakten sich ein und lernten den Nachbarn beim Dreivierteltakt näher kennen. Mit lauter Begeisterung und frenetischem Applaus forderten die Zuhörer schließlich noch eine Zugabe. (Susanne Reising)

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