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Nach dem großartigen Auftritt von (v. li.) Emil Bekir, Atsuko Heuberger und Harald Roßberger sowie Iris und Julian Prégardien gab es lang anhaltenden Applaus vom Publikum. Die Besucher zollten den Künstlern mit einer Spende Respekt, die die Musiker wiederum an die Aktion „Leser helfen helfen“ von Tölzer Kurier und Isar-Loisachbote weiterleiteten. 2098 Euro kamen so zusammen. Mit dem Geld werden Menschen im Landkreis unterstützt, die in Not geraten sind.

Konzertbesucher spenden für „Leser helfen helfen“

Ein Abend, der unter die Haut geht

Einen besonderen Glanzpunkt erhielt die Tölzer Konzertreihe „Stadt mit der besonderen Note“ nun im Tölzer Kurhaus. Auf der Bühne standen unter anderem Iris und Julian Prégardien. Nach dem Konzert spendeten die Zuhörer für die Aktion „Leser helfen helfen“ von Tölzer Kurier und Isar-Loisachbote.

Bad Tölz– Unter dem Titel „Romantische Kammermusik“ waren Herzstücke deutscher Liedkunst zusammengestellt. Das Ehepaar Iris und Julian Prégardien (Mezzosopran und Tenor) sowie Atsuko Heuberger (Klavier), Harald Roßberger (Klarinette) und Emil Bekir (Violoncello) trugen zudem eigens arrangierte Werke vor, die in dieser Form zum ersten Mal erklangen.

Lieder der Romantik setzen allein auf Gefühl. Melodie wie Text können in der heutigen Zeit verschnörkelt erscheinen. Die Kunst, diese Musikgattung so vorzutragen, dass sie die Zuhörer in Bann schlägt, beherrschte das fünfköpfige Ensemble auf der Bühne des Kurhauses virtuos. Die Gesangsstimmen fanden in ruhiger Harmonie zusammen, etwa bei Schumann-Liedern wie „Familien-Gemälde“. Die bekannte Komposition „Wenn ich ein Vöglein wär“ trugen sie in einem zu Herzen gehenden Duett vor. Die außergewöhnliche Zugabe bestand im Wiegenlied „Guten Abend, gut‘ Nacht“, die in der Interpretation des Ehepaars Prégardien unvergesslich bleibt.

Das Instrumentaltrio Heuberger, Roßberger und Bekir zeigte mitreißende Leichtigkeit und überraschende Taktwechsel mit Beethovens „Gassenhauertrio“. In wechselnden Besetzungen begleiteten sie die Sänger.

Der zweite Teil des Abends beinhaltete die musikalischen Schwergewichte. „Der Hirt auf dem Felsen“ komponierte Schubert für eine Opernsängerin. Bislang wurde das Stück auch nur von Sopranistinnen aufgenommen. Im Kurhaus trat jedoch Julian Prégardien ans Notenpult – und es wirkte, als hätte Schubert ihm das Lied auf den Leib geschneidert. Vollkommen unangestrengt entwickelte der Tenor seine volle stimmliche Stärke. Mit Leichtigkeit meisterte er die schnellen, langen Läufe, die Klarinettist Rossberger kongenial wiederholte.

Ebenso ausdrucksstark nahm sich der Tenor zurück und sang fast schon in sich gekehrt „In tiefem Gram verzehr‘ ich mich“. Aber selbst nach diesem bejubelten Höhepunkt folgte noch die „Welturaufführung“, wie Roßberger sagte. Fünf Brahms-Lieder hatte Wolfgang Renz, ehemaliger Oboist der Augsburger Symphoniker, auf Bitten Julian Prégardiens eigens für diese Besetzung arrangiert. Und wieder verstand es das fünfköpfige Ensemble, die Zuhörer restlos zu begeistern, sei es beim fröhlichen „Es wohnet ein Fiedler“ oder beim rührenden Abschied von „Da unten im Tale“.

„Es hat so viel Spaß gemacht“, sagte Emil Bekir über die Zusammenarbeit der Musiker, die nicht regelmäßig zusammen auftreten. Dieser Spaß war allen Beteiligten nicht nur anzusehen, sondern übertrug sich vom ersten Stück an auf das Publikum. Das gibt Hoffnung auf einen künftigen Abend von höchster Liedkunst in Bad Tölz. (Birgit Botzenhart)

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