So soll in Zukunft der Kreuzungsbereich am Maxlweiher in Bad Tölz aussehen. Während der Bauzeit entsteht dort ein aufwendiges Provisorium, über das der Verkehr an der Baustelle vorbeilaufen wird.
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So soll in Zukunft der Kreuzungsbereich am Maxlweiher in Bad Tölz aussehen. Während der Bauzeit entsteht dort ein aufwendiges Provisorium, über das der Verkehr an der Baustelle vorbeilaufen wird.

Baubeginn 2022

Kostenexplosion bei Nordspange Bad Tölz: Planer nennen die Gründe

  • Andreas Steppan
    vonAndreas Steppan
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Die Tölzer Nordspange wird mit 47,7 Millionen Euro fast doppelt so teuer als vor fünf Jahren angenommen. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat die Summe am Mittwoch freigegeben.

Bad Tölz – Es ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Umsetzung der Tölzer Nordspange: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat am Donnerstag die Finanzierungszusage unterzeichnet. Das bedeutet: Der Bau kann beginnen. Der wird allerdings deutlich teurer, als es die bisher bekannten Kostenberechnungen besagten. Wie es aus dem Büro des Bundestagsabgeordneten Alexander Radwan (CSU) auf Rückfrage des Tölzer Kurier heißt, übernimmt der Bund Baukosten in Höhe von 47,7 Millionen Euro.

Ein Dokument macht den Weg für den Baubeginn frei: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (re.) und der Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan präsentieren die Finanzierungszusage für die Tölzer Nordspange.

Dass der Bund den Bau bezahlt, steht prinzipiell fest, seit die Nordspange 2016 im Bundesverkehrswegeplan als „vordringlicher Bedarf“ priorisiert wurde. Damals lag die Kostenberechnung noch bei 25,6 Millionen Euro. 2019 dann legte das Staatliche Bauamt laut Martin Herda, dem für den Landkreis zuständigen Abteilungsleiter, eine Kostenfortschreibung mit einem Ergebnis von 32,8 Millionen Euro vor.

Schwierige Bodenverhältnisse machen Bau der Tölzer Nordspange deutlich teurer

In jenem Jahr erfolgte auch der Planfeststellungsbeschluss durch die Regierung von Oberbayern – also die Baugenehmigung. Auf dieser Grundlage nun stieg das Bauamt in die Detailplanung ein und untersuchte dafür auch genauer den Bauuntergrund entlang der konkreten Trasse. Dabei kam laut Herda heraus, dass der Baugrund „sehr inhomogen“ sei. „Die Geologie ist vom bautechnischen Gesichtspunkt her sehr problematisch“, sagt er.

Der Boden sei teils moorig, teils sandig und mitunter wenig standfest. An feuchten Stellen bestehe die Gefahr des Absinkens des Bodens. „Dadurch wird bei der Gründung ein hoher Aufwand nötig.“ Dies sei ein Hauptfaktor für die jetzt errechnete deutliche Kostensteigerung.

Während der Bauphase soll der Verkehr ohne Einbußen zum jetzigen Zustand fließen

Was den Bau ebenfalls sehr teuer macht: Für die Bauzeit ist eine aufwendige Verkehrsführung geplant. „Über die lange Bauphase soll der Verkehr ohne Einbußen gegenüber dem jetzigen Zustand fließen können“, erklärt Stefan Vogt vom Staatlichen Bauamt. Besonders komplex sei der Bereich am Maxlweiher. Hier werde man ein vollständiges Provisorium für den motorisierten, aber auch den Radfahrer- und Fußgängerverkehr errichten – mitsamt Ampelanlage.

„Auf dieses Provisorium neben der Straße wird der Verkehr gleichbleibend für ein- bis eineinhalb Jahre verlagert“, so Vogt. Die Autofahrer müssten sich dadurch nicht auf immer wieder neue Verkehrsführungen an der eigentlichen Baustelle vorbei einstellen. Ähnliche Behelfsstraßen würden in der Folge gebaut, wo die B13 die künftige Nordspange kreuzt, und dort, wo die Nordspange bei Greiling in die B472 mündet.

Herda ergänzt, dass im Lauf der Jahre auch die Preise für Bauleistungen stark gestiegen seien.

Bundesverkehrsminister Scheuer unterzeichnet Kostenzusage des Bundes für Nordspange

Die Nachricht von der Finanzierungszusage Scheuers machte am Donnerstag Radwan in einer Pressemitteilung publik. Er habe die „freudige Nachricht“ von seinem Parteikollegen auf eigene Nachfrage hin erhalten, so der Stimmkreisabgeordnete.

Die Nordspange bezeichnet Radwan als „wichtiges und langersehntes Großprojekt“ Es sei vor allem deshalb so notwendig, „weil unsere Region so beliebt und daher stark von allgemeiner Mobilität betroffen ist“. Auf der Tölzer Flinthöhe sei derzeit Stau der „Normalzustand“. Die Nordspange aber werde die Ortsdurchfahrt in diesem Bereich um „bis zu 65 bis 85 Prozent je Teilstrecke entlasten und zukünftig für staufreie Durchfahrt auf B13 und B472 sorgen.“

Für Bau der Nordspange muss der Boden noch auf Kampfmittel untersucht werden

Laut Herda soll der Bau nun 2022 beginnen und voraussichtlich 2025 abgeschlossen sein. Diesen Herbst stünden vorbereitende Maßnahmen an: Rodungen sowie eine „Kampfmitteluntersuchung“ des Untergrunds in der Nähe der ehemaligen Flintkaserne.

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