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Seit zwei Jahren betreibt Claudia Hindenberg das Familienhaus an der Mühlgasse. 

Kreisausschuss sagt Nein zu finanzieller Unterstützung

Förderung für Familienhaus: Vielleicht später

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Das flammende Plädoyer von Günther Fuhrmann (FDP/Ausschussgemeinschaft) half nicht: Der Kreisausschuss wollte in seiner Sitzung am Montag nicht für einen Mietzuschuss in Höhe von 10 000 Euro pro Jahr für das Tölzer Familienhaus stimmen.

Bad Tölz– Auch CSU und Grüne votierten dagegen. Und das obwohl sie in der jüngsten Kreistagssitzung bereit waren, 50 000 Euro für das geplante Tölzer Geburtshaus locker zu machen.

Vor gut zwei Jahren wandelte Hebamme Claudia Hindenberg das Tölzer Geburtshaus an der Mühlgasse in ein Familienhaus um. Dort gibt es nun viele Angebote in der Vor- und Nachsorge rund um die Geburt. Mehrere Hebammen seien dort mittlerweile tätig, so Fuhrmann. Dass nach der Schließung der Tölzer Geburtshilfe viele Frauen im Südlandkreis Sorge haben, nicht mehr optimal betreut zu werden, könne er nachvollziehen, sagte der Geretsrieder FDP-Kreisrat. „Das Familienhaus kann Entlastung schaffen. Die Hebammen können bei Unsicherheiten in der Schwangerschaft zur Seite stehen, ohne dass Frauen die weite Fahrt in die Wolfratshauser Klinik auf sich nehmen müssen.“

Seit zwei Jahren betreibt Claudia Hindenberg das Familienhaus an der Mühlgasse.

Fuhrmann plädierte für einen Mietzuschuss in Höhe von 10 000 Euro pro Jahr – festgeschrieben auf zwei Jahre. Das decke etwa die Hälfte der Kosten. Und die Lage der Betreiberin sei durchaus prekär (siehe unten). Nach einer Mieterhöhung „zahlt sie monatlich rund 1000 Euro drauf“, sagte Fuhrmann.

Landrat Josef Niedermaier (FW) war – wie beim Geburtshaus – skeptisch. Erst müsste man das von der Staatsregierung angekündigte Förderprogramm, das Hebammen unterstützen soll, abwarten. Dann könne man konkret überlegen, wie die Förderung im Einzelfall aussehen kann. „Ich sehe es als äußerst gefährlich an, das vorwegzunehmen“, so Niedermaier. Zwar sei der Landkreis verpflichtet, die Hebammenhilfe sicherzustellen. „Wir können aber nicht nur einen Teil der Hebammen fördern, weil sie im Südlandkreis tätig sind, und einen anderen Teil nicht.“ Es habe bereits „sehr sachliche“ Gespräche mit den Geburtshelferinnen gegeben. Aber auch in diesem Kreis sei man sich nicht einig, wie und was genau gefördert werden könnte. Dabei sei sich der Landkreis seiner Verantwortung bewusst und würde den staatlichen Zuschuss durchaus auch aufstocken, betonte der Landrat. Aber man bräuchte eben erst einmal Gewissheit, was das Programm bringt. „Denn gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht“, warnte er vor einem Schnellschuss.

Wann denn mit Konkretem zu rechnen sei, fragte FW-Fraktionschef Hans Sappl seinen CSU-Kollegen Martin Bachhuber, der im Landtag sitzt. „Ich den nächsten zwei bis drei Monaten“, antwortete er. Mit 45 000 bis 50 000 Euro könne der Landkreis wohl rechnen.

Fuhrmann war „kompromissbereit“, aber auch verstimmt. „Ich verstehe nicht, warum das Familienhaus nun unter das Thema Hebammenförderung fällt, das Geburtshaus aber nicht. Ich verstehe nicht, warum man 50 000 Euro für ein Projekt zur Verfügung stellt, für das es keine Unterlagen gibt. Aber es gibt kein Geld für ein Haus, das seit zwei Jahren läuft.“

Barbara Schwendners (Grüne) Erklärungsversuch: Das Geburtshaus habe ein Alleinstellungsmerkmal. Nur durch die Aussicht auf die Anschubfinanzierung habe das Projekt Aussicht, verwirklicht zu werden. Das Familienhaus dagegen biete Leistungen wie andere Hebammenpraxen auch. „Wenn wir den Zuschuss bewilligen, müssten wir auch alle anderen niedergelassenen Hebammen unterstützen.“ Aber natürlich sei es im Sinne der Grünen, die „hervorragende Arbeit“ im Familienhaus zu erhalten. Nur müsse man eben das Förderprogramm abwarten. Und im Hintergrund werde natürlich gearbeitet, „damit wir die richtigen Antworten haben, wenn das Programm da ist“, betonte Abteilungsleiter Wolfgang Krause. Aber wir können das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist.“

Gegen die Stimme von Fuhrmann lehnte der Ausschuss den Mietzuschuss ab. Erneut beraten wird, wenn etwas Näheres zum Förderprogramm bekannt ist.

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