Lebenslänglich wegen Polizistenmords für Reichsbürger

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Filmpreisträger vor dem Tölzer Capitol: Alexander Costea (li.) und Felix Kempter zeigten ihren Thriller „Die Maßnahme“ und stellten sich den Fragen der Kinofreunde.

Tölzer stellt seinen Film vor

Krimi ohne Leiche und Täter

Der Tölzer Filmemacher Felix Kempter hat seine Produktion „Die Maßnahme“ im Tölzer Capitol-Kino vorgestellt.

Bad Tölz – Der Tölzer Felix Kempter und der Oberpfälzer Alexander Costea haben zusammen an der Hochschule für Fernsehen und Film in München studiert. Ihre gemeinsame Abschlussarbeit war der Thriller „Die Maßnahme“ – mit Kempter als Produzent und Costea als Regisseur. Der Streifen hat 2016 den „Studio Hamburg Award Nachwuchspreis“ gewonnen (wir berichteten) und wird am Dienstag, 4. Juli, um 22.45 in der ARD gesendet.

In diesen Tagen stellen Kempter und Costea ihren Film in vier Kinos vor, um mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen: Oberammergau, Bad Tölz, München und Berlin sind die Stationen. Am Mittwoch war er im Tölzer Capitol Theater zu sehen, wo Felix Kempter vielen Freunden aus seiner Zeit bei der „Komischen Gesellschaft“ und der „Lust“ wieder begegnete. Der Film hat Merkmale eines Krimis, doch am Ende gibt es weder eine Leiche noch einen überführten Täter. Alles bleibt offen.

Ein verdeckter Ermittler (gespielt von Max Wagner, der aussieht wie Bayern-Torhüter Manuel Neuer) soll das Verschwinden einer 17-Jährigen aufklären. Für die Polizei spricht viel für ein Verbrechen und sie hat auch einen Verdächtigen: einen Außenseiter, der ein verwahrloster Alkoholiker ist und in einem völlig vermüllten ehemaligen Bauernhof haust (Aljoscha Stadelmann). Als Komparse wirkte übrigens Tom Dietz aus Reichersbeuern mit.

Der Ermittler gibt sich als entlassener Straftäter aus und erschleicht sich die Freundschaft und das Vertrauen des Außenseiters, um ihm ein Geständnis zu entlocken. Doch die kriminaltaktische Maßnahme stößt an ihre Grenzen, als die vorgespielte Freundschaft den erfahrenen Ermittler an seiner moralischen Integrität zweifeln lässt. Am Ende läuft die Aktion aus dem Ruder.

Nach dem Film standen Kempter und Costea dem Publikum Rede und Antwort. Es gab Fragen zur Idee und Planung des Films bis hin zu den Drehtagen und zur Finanzierung. Sie berichteten, dass sie sich von einem rätselhaften Kriminalfall aus Norddeutschland inspirieren ließen, dass sie sich aber für einen ganz anderen (verstörenden) Schluss entschieden hätten. „Mir ging es nicht um die Lösung des Falls, sondern um das Thema Vertrauen als Basis des Zusammenlebens“, betonte Alexander Costea.

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