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Trauriges, Komisches, Landschaftsbilder : Vielseitig sind die Werke, die Florian Hüttner ab diesem Sonntag in der Tölzer Wandelhalle ausstellt.

Tölz, Versailles, Chicago

Eine interessante Ausstellung gibt es ab Sonntag in der Wandelhalle zu sehen: Künstler Florian Hüttner präsentiert seine vielseitigen Werke.

Bad TölzSeit Jahren wirkt der Künstler Florian Hüttner in Bad Tölz, initiierte und leitete die großen Ausstellungen in der Tölzer Wandelhalle und holte weltberühmte Künstler in die Stadt, so im vergangenen Jahr Mark Dion aus New York mit der „Shooting Gallery“ oder Katharina Sieverding mit der viel besuchten Ausstellung „Die Sonne um Mitternacht schauen“. Vom 8. bis zum 22. Oktober ist nun endlich auch seine eigene Kunst in einer umfassenden Werkschau in der Tölzer Wandelhalle zu sehen. Die Vernissage ist am Samstag, 7. Oktober ab 18 Uhr.

Der gebürtige Tölzer Florian Hüttner portraitiert die Welt: Von verlassenen Waldhütten an den Berghängen um Bad Tölz führt er auf Stolperwegen und breiten Straßen bis zu den Gärten Versailles, von den Sturzbächen der Isar bis zum Michigan Lake bei Chicago, von den Abwasserkanälen einer Stadt wie Nürnberg zu den heruntergekommenen Bahnhofsvierteln des Ruhrgebietes, vom goldenen Ehrenring der Stadt Bad Tölz zum Himmel über dem Vesuv. Hüttner experimentiert mit allen erdenklichen künstlerischen Mitteln: feinste Zeichnungen, virtuose Malerei, Skulptur, Video, Sound, Radiowellen, Baukunst, Fotografie, Aktionen. Neben Landschaftsbildern finden sich Studien der traurigen und komischen Winkel unserer Gesellschaft, wobei das Herrliche wie auch das Feinsinnige durchsetzt sind von Brüchigem, Trauer, Banalität und Schmutz.

Ganz in diesem Sinne lautet der Titel der Ausstellung „super/ bad Tölz“. „Super“ schwärmt von der Heimatstadt des Künstlers. Das „bad“ von Bad Tölz hingegen ist (kleingeschrieben) in die englische Wortbedeutung gerückt und verleiht der Ausstellung einen bösen Unterton. „Das ist aber keineswegs ein Hieb auf Bad Tölz“, stellt Hüttner klar. „Mit diesem Wortspiel will ich verdeutlichen, dass auf der Welt nicht immer alles super ist. Es kann nicht nur gut zugehen und ich glaube, dessen sollen sich Künstler bewusst sein.“

Hüttner hat 18 Jahre lang in Hamburg gelebt, ist aktuell wieder hier. Er studierte Kunst an der Akademie der Bildenden Künste in München und an der Hochschule für Bildende Kunst in Hamburg. Seit 2011 betreibt er die Zweigstelle der Galerie für Landschaftskunst Hamburg in der Wandelhalle. Von seinen früheren Ausstellungen dort weiß er um die Herausforderung, die die „sehr starke Eigenarchitektur“ der Wandelhalle bedeutet: „Man muss sich wirklich was einfallen lassen, damit die Werke nicht förmlich von der Dominanz verschluckt werden. Andererseits gibt es nirgendwo sonst solch ein Gebäude und es macht Spaß, sich immer wieder etwas Neues einfallen zu lassen.“

Die Ausstellung

„super/bad Tölz“ ist von Sonntag, 8. Oktober, bis Sonntag, 22. Oktober, in der Tölzer Wandelhalle zu sehen. Öffnungszeiten: mittwochs bis sonntags 16 bis 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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