Gemeinsames Mittagessen im Tölzer Josefistift
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Daumen hoch: Die Senioren sind begeistert von der Gründonnerstagssuppe. Auch Monika Laubenbacher (hinten) freut sich über das Ergebnis des gemeinsamen Kochens.

Zum Gründonnerstag

Kulinarischer Frühlingsbeginn: Senioren im Tölzer Josefistift kochen Gründonnerstagssuppe

Zum Ende der Fastenzeit steht der Tradition gemäß ein besonderes Schmankerl auf dem Speiseplan: die Gründonnerstagssuppe. Gekocht wurde die jetzt im Tölzer Altenheim Josefistift.

Bad Tölz - Die Gründonnerstagssuppe ist schmackhaft, gesund und bringt einen Hauch Frühling auf den Tisch. Kein Wunder, dass das Rezept nun auch im Tölzer Alten- und Pflegeheim Josefistift bestens ankam, wo die Bewohner es gemeinsam mit Beschäftigungstherapeutin und Kräuterpädagogin Monika Laubenbacher ausprobierten – ein grüner Farbtupfer im Alltag.

Senioren waren mit Freude bei der Aktion dabei

„Das gemeinsame Kochen hat den Bewohnern sehr gut gefallen“, sagt Monika Laubenbacher. Die Senioren hätten mit Freude bei der kleinen Aktion mitgemacht und sich dann die Suppe schmecken lassen.

Zubereitet wird das traditionsreiche Gericht unter anderem aus Kartoffeln und verschiedenem Gemüse. Die wichtigste Zutat sind Wildkräuter. Nicht umsonst wird die Gründonnerstagssuppe oftmals auch als Neun-Kräuter-Suppe bezeichnet.

Eigentlich gehören neun verschiedene Kräuter in die Suppe

„Wenn mehr oder weniger als neun verschiedene Pflanzen verwendet werden, macht es aber auch nichts“, meint Laubenbacher. Wichtig sei nur, dass die Suppe nachher eine schöne grüne Farbe erhalte. Mit den Wildkräutern komme „das erste Grün nach dem Winter“ in das Gericht. Die grüne Farbe der Suppe kann somit als Symbol für den beginnenden Frühling und Erwachen der Natur gesehen werden. Das Gericht weist aber noch eine weitere Symbolik auf. Denn: Der Gründonnerstag läutet im Christentum traditionell das Ende der Fastenzeit ein.

Das Rezept für die Gründonnerstagssuppe

Zutaten:

Wildkräuter (zum Beispiel: Schafgarbenblätter, Schaumkraut, Vogelmiere, Löwenzahn, Bärlauch, Spitzwegerich, Brennnessel, Scharbockskraut)

1 Zwiebel

1 große Kartoffel

1 EL Butter

1 Liter Gemüsebrühe

evtl. 1 Knoblauchzehe

Salz, Pfeffer, Muskatnuss

Zubereitung:
Die Butter in einen Topf geben, erhitzen und die fein geschnittene Zwiebel darin dünsten. Die Kartoffel schälen und klein schneiden und zu den Zwiebeln geben. Nun ein wenig schmoren lassen. Die Gemüsebrühe dazugeben und etwa zehn Minuten sanft köcheln lassen. Inzwischen die Kräuter waschen und trockentupfen, klein schneiden und mit in die Suppe geben. Noch mal etwa drei Minuten köcheln lassen. Die Suppe mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken. Beim Servieren die „kalten“ Gänseblümchen in den Suppenteller geben. Die geschlossenen Blütenköpfchen öffnen sich in der warmen Suppe. Die Suppe kann auch püriert werden – dann wird sie noch grüner. Reichen Sie dazu Brot oder Baguette.

Eine Vielzahl an essbaren Wildkräuter sei für die Suppe geeignet, sagt die Kräuterpädagogin. So können beispielsweise Bärlauch, Spitzwegerich oder Kresse, aber auch Löwenzahn oder Schafgarbe verwendet werden. Wer keine Wildkräuter findet, kann zur Not ersatzweise auf Petersilie und Schnittlauch zurückgreifen.

Die klein geschnittenen Kräuter für die Suppe.

Bereits vergangenes Jahr hatte Monika Laubenbacher mit den Bewohnern des Altenheims das traditionelle Gericht zubereitet. Normalerweise kocht die Pädagogin immer am Gründonnerstag im Pfarrheim in Reichersbeuern gemeinsam mit Interessierten diese besondere Suppe. Das sei aber coronabedingt heuer wie so vieles andere nicht möglich, erklärt Monika Laubenbacher. (Von Franziska Selter)

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