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Beim Casting im Herbst 2016 suchten Markus Kleinhans (2. v. li.), Christian Simbeck (Mi.) und Andreas Jordan (2. v. re.) von Mekk-Movie sowie Schauspielerin Katerina Jacob und Coach Stefan Bryxi von Bavaria Film einen potenziellen Mini-Bullen.

Kult-Fernsehserie „Der Bulle von Tölz“

Erst mal Theaterstück statt „Bullen“-Film

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In naher Zukunft kommt wohl kein Film über den „Bullen von Tölz“ in die Kinos. Dafür ermittelt Benno Berghammer im Antdorfer Schützenheim: Die örtliche Theatergruppe inszeniert ein Stück mit den Originalcharakteren aus der beliebten Fernseh-Serie.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Ursprünglich sollte heuer im Frühsommer die erste Klappe für den „Bullen“-Film fallen. Daraus wird nichts: „Wir haben das Projekt erst einmal auf Eis gelegt“, sagt Markus Kleinhans von der Tölzer Produktionsfirma „Mekk-Movie“. Fans dürfen trotzdem weiter hoffen: Travestie-Künstler Nessy Karolinger und Filmemacher Christian Simbeck arbeiten unabhängig von „Mekk-Movie“ weiter an dem Projekt. Der Film soll der Kult-Serie mit Ottfried Fischer, die nach der 69. Folge abrupt endete, eine Art Abschluss verleihen.

Ins Detail möchte Karolinger aber noch nicht gehen. „Ich will mich erst dazu äußern, wenn es etwas Handfestes gibt.“ Fakt sei aber, dass ein bis zwei Produktionsfirmen Interesse an dem Drehbuch hätten, das gerade professionell ausgearbeitet werde. Dass sich das Ganze so in die Länge ziehe, sei laut Karolinger ganz normal, weil so ein Projekt von vielen Faktoren abhängig sei. Wie berichtet hat der Künstler eine ganz besondere Beziehung zum „Bullen von Tölz“: Bis Ende des vergangenen Jahres betrieb Karolinger ein Filmmuseum an der Tölzer Herderstraße, wo unter anderem die Kulisse des „Bullen“-Büros zu sehen war. Außerdem bietet er nach wie vor Bullen-Touren an, bei denen Fans auf den Spuren von Benno Berghammer und Co. wandeln können.

Warum es zu dem Zerwürfnis zwischen „Mekk-Movie“ auf der einen und Karolinger/Simbeck auf der anderen Seite kam, wollen beide Parteien nicht in der Öffentlichkeit breittreten. Die Gräben scheinen aber tief zu sein: Kleinhans schließt eine erneute Zusammenarbeit aus: „Das macht keinen Sinn.“ Der Tölzer Filmemacher bedauert diese Entwicklung nach eigenen Worten sehr. Schließlich hatten im Herbst des vergangenen Jahres noch alle gemeinsam in Bad Tölz ein großes Casting veranstaltet. Für die Jury konnten sie sogar Schauspielerin Katerina Jacob alias Benno Berghammers Kollegin „Sabrina Lorenz“ gewinnen. Gesucht wurde ein Bub, der den TV-Sohn von Ottfried Fischer spielt. Wie berichtet fiel die Wahl auf Simon Steinbeißer aus Nußdorf am Inn (Kreis Rosenheim).

Der hätte eigentlich im Oktober zusammen mit Fischer und Jacob vor der Kamera stehen sollen, um einen kleinen Werbefilm („Teaser“) zu drehen. „Die Termine standen schon fest“, sagt Kleinhans. Doch Fischer, der bekanntlich an Parkinson leidet, musste aus gesundheitlichen Gründen absagen. „So etwas noch einmal aus der Taufe zu heben, ist verdammt schwer“, sagt Kleinhans. Zumal Fischers Gesundheitszustand nach wie vor instabil sei. Ohne den Teaser kann „Mekk-Movie“ aber nicht auf Investorensuche gehen. Und ohne eine große Produktionsfirma im Rücken sieht sich Kleinhans nicht in der Lage, das Projekt finanziell zu stemmen.

Die Hoffnungen der Anhänger eines Films ruhen nun also auf Karolinger und Simbeck. „Bullen“-Fans dürfen sich trotzdem schon mal freuen: Die Antdorfer Theatergruppe bringt das Stück „Der König von Tölz“ auf die Bühne des Schützenheims am Sportplatz. Geschrieben hat es der Münchner Autor Ralph Wallner zusammen mit Claus Hant. Letzterer hat die Figuren der TV-Serie erfunden und viele Drehbücher dafür verfasst. Bei der Premiere am Freitag, 23. Juni, handelt es sich laut Spielleiterin Carolin Daser um eine Ur-Aufführung. Die will sich selbst Ralph Wallner nicht entgehen lassen, er hat für den Abend seine Teilnahme angekündigt.

In dem Stück geht es um den Mord an einem Heimatpfleger aus Bad Tölz. Benno Berghammer (Simon Manges) und Sabrina Lorenz (Agnes Manges) finden schnell heraus, dass das Verbrechen seine Kreise bis in die höchsten bayerischen Adelsklassen zieht...

Für die Theatergruppe ist es laut Daser eine Herausforderung, so bekannte Charaktere zu verkörpern. „Aber wir haben wirklich Leute, die zu den Rollen passen.“ Nur optisch muss teilweise etwas nachgeholfen werden, erzählt Daser und lacht. Simon Manges alias Benno Berghammer zum Beispiel muss seine Kleidung gehörig ausstopfen, um die Paraderolle von Ottfried Fischer im wahrsten Sinne des Wortes ausfüllen zu können.

Karten im Vorverkauf:

Tickets für das Theaterstück „Der König von Tölz“ können täglich zwischen 18 und 20 Uhr unter Telefon 0 88 56/9 08 65 02 reserviert werden. Eine Karte kostet neun Euro und kann auch an der Abendkasse erworben werden. Gespielt wird am 23., 24., 29. und 30. Juni sowie am 1. Juli jeweils ab 20 Uhr (Einlass mit Bewirtung ab 18 Uhr). Die Vorführung am 25. Juni beginnt bereits um 18 Uhr (Einlass mit Bewirtung ab 17 Uhr).

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