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Das kulturelle Leben im Landkreis ist vielfältig (das Foto entstand 2015 bei der Lenggrieser Kunstwoche). Die Grünen möchten, dass die Kulturschaffenden eine bessere Unterstützung erhalten. 

Wie kann der Landkreis Kultur unterstützen?

Die Kunst, richtig zu fördern

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Bad Tölz-Wolfratshausen – In welcher Form – wenn überhaupt – kann der Landkreis Kultur fördern? Mit dieser Frage setzte sich der Sozial- und Kulturausschuss des Kreistags am Montag auseinander. Die Diskussion faserte zwischenzeitlich ein wenig aus, das Ergebnis ist vage.

Anlass für die Diskussion war ein Antrag der Grünen. Über den war bereits im September diskutiert worden. „Intention des Antrags ist, dass Kulturschaffende hier ihre Arbeit vorstellen und Ideen einbringen sollen, wie man die Kultur weiterbringen könnte“, fasste Abteilungsleiter Wolfgang Krause zusammen. Er regte allerdings an, sich im Vorfeld auf Ziele zu einigen, die erreicht werden sollen, bevor die Kulturschaffenden in die Sitzung eingeladen werden, „damit wir ihnen was an die Hand geben können“.

Günther Fuhrmann (Ausschussgemeinschaft) gefiel das nicht. Er störte sich vor allem an der vorgeschlagenen Expertenauswahl. Die Grünen hatten angeregt, beispielsweise Jürgen Dreistein von der Lenggrieser Künstlervereinigung oder auch Assunta Tammelleo von der Kleinkunstbühne Hinterhalt einzuladen. „Das ist immer willkürlich, wenn man zehn Leute herausgreift“, befand Fuhrmann. Seine Fraktion hatte daher einen eigenen Antrag eingereicht. Sie regt an, die Wolfratshauserin Astrid Pietig mit der Erstellung eines Konzepts zur Kulturförderung im Landkreis zu beauftragen. Pietig lehrt am „Institut für Kulturmanagement“ an der Hochschule für Musik und Theater in München und verfüge „über ein gut gepflegtes bundesweites Netzwerk zu Kulturexperten und Kulturförderern“, so Fuhrmann.

Der Antrag wiederum ärgerte Volker Witte (Grüne). „Ich frage mich schon, wer sich mit dem Thema besser auskennen könnte als diejenigen, die sich tagtäglich damit befassen.“ Zumal Fuhrmanns Expertin das Konzept ja sicherlich nicht umsonst erstelle, merkte Barbara Schwendner (Grüne) an. „Es würde 6000 Euro kosten“, ergänzte Fuhrmann.

Geld war in der Debatte der Dreh- und Angelpunkt. „Ist der Kreistag in seiner Gesamtheit bereit, Mittel für eine Kulturförderung auszugeben“, fragte sich Landrat Josef Niedermaier. Zumal das immer ein „schmaler Grat“ sei, schließlich würden in der Kreativwirtschaft durchaus auch Umsätze erzielt. „Ich sehe keine Möglichkeit, dass wir uns hier finanziell engagieren“, merkte Georg Rauchenberger (CSU) an. Das bestätigte Fraktionskollegin Anni Rieger. „Wir haben wichtigere Aufgaben.“ Als Kompromiss regte sie an, den Kulturpreis nicht alle zwei Jahre, sondern jährlich zu vergeben.

Aber um Geld gehe es doch erst einmal gar nicht, wandte Schwendner ein. „Wir tun gut daran, uns einmal anzuhören, was die Leute zu sagen haben.“ Damit könnte sich Franz Schöttl (CSU) durchaus anfreunden. Oft helfe es ja auch, Kontakte zu möglichen Sponsoren zu vermitteln. „Hören wir uns mal an, wo es hakt und welche Problemstellungen kommen.“

Aber man müsse den Leuten klar sagen, „dass wir so gut wie keine finanziellen Mittel haben“, beharrte Rauchenberger. Sabine Lorenz gab ihm Recht. „Wir dürfen den Leuten keine Karotte vor die Nase halten und sagen, dass wir 200 000 Euro zur Verfügung haben.“ Es gehe eher darum, „ergebnisoffen zu diskutieren“. Edith Peter (SPD) könnte sich „so eine Art Kulturleitbild für den Landkreis“ vorstellen.

Beschlossen wurde gegen die Stimme von Fuhrmann, dass aus den Bereichen „Bildende Kunst“, „Kleinkunst, Theater, Literatur“, „Musik“ sowie „Volkskunst und Historische Vereine“ je drei bis vier Vertreter eingeladen werden. In den Sitzungen sollen sie dann ihre Arbeit vorstellen, ihre Bedürfnisse erläutern und Ideen entwickeln, wo die öffentliche Hand sie unterstützen könnte – unter der Vorgabe, dass es nicht unbedingt Geld gibt. Der Antrag der Ausschussgemeinschaft wurde gegen die Stimme Fuhrmanns abgelehnt.

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