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Die Musiker von „Jamaram“ mischten sich am Ende auch noch unters Publikum. 

„Bavarian Beats“

Das Kurhaus bebt

Sechs Bands in zwei Tagen – das bot das dritte „Bavarian Beats“-Festival am Wochenende im Tölzer Kurhaus. Nach etwas zurückhaltendem Beginn, ging das Publikum richtig mit.

Bad TölzDie schärfsten Outfits am Freitagabend im Kurhaus hat definitiv die Band „Buffzack“: Die vier Münchner Musiker tragen Anzüge in Türkis, Flamingorosa und Rot, mit Blümchen und Fledermäusen geschmückt. Ihr Sound vereinigt alle Genres: Hip-Hop, Jazz und Blues mit bayerischen Blasmusik-Elementen. Dazwischen tauchen ruhige, melodische Stücke auf, die mit rockigen Passagen verschwimmen. Mit ihrer Mischung machen sie dem Namen des „Bavarian Beats“-Festivals, das am Freitag und Samstag im Kurhaus stattfand, alle Ehre: Das klingt nach Bayern, das hat den Beat.

Überhaupt war das Line-up des Festivals am Freitag großartig: Mit „Buffzack“, der „Jazzrausch-Bigband“ und nicht zuletzt der bekannten Reggae-Band „Jamaram“ versammelten sich Bands im Kurhaus, die tanzbar sind und mit den Einflüssen aus Hip-Hop, Techno und Dub den Puls der Zeit treffen.

Viel gesprochen oder gesungen wurde bei „Buffzacks“ Bühnenprogramm nicht: Trompeter Andreas Unterreiner las zwischen den Liedern aus einem Gedichtband ein „Münchner Schmähgedicht“ und „Ich, der Heinz“ von Markus H. Rosenmüller. Viel getanzt wird auch nicht: Das Tölzer Publikum steht, wie so oft bei derlei Veranstaltungen, verhalten einige Meter vor der Bühnen-Barriere. Nur ein junger Mann tanzt ganz vorne und schüttelt seinen Körper begeistert zur Musik.

Etwas wärmer und wohler fühlten sich die Kurhaus-Gäste, vielleicht animiert durch den jungen, unbesorgten Tänzer an der Bühne, bei der zweiten Band des Abends: 15 Musiker der insgesamt 40-köpfigen „Jazzrausch-Bigband“ treten auf und heizen das Kurhaus für „Jamaram“ vor. Das Publikum rutscht näher an die Bühne heran, manche wippen erst nur, dann beginnen viele zu tanzen.

DJ Leonhard Kuhn schreibt die Musik für das Jazz-Orchester, das fest mit dem Münchner Techno-Club „Harry Klein“ verbunden ist. Die vielen Bläser und das Schlagzeug begleiten harte Techno-Beats und den Gesang von Patricia Römer. Mit jedem neuen Lied steigt die Stimmung. Entweder die Tölzer sind endlich aufgewärmt oder das ausgeschenkte Bier der Waakirchner Brauerei „Hoppe-Bräu“ sorgt für eine gelöstere Stimmung. Wie auch immer: Nach „Möbius Strip“ brandet tosender Applaus auf, viele Festival-Besucher entledigen sich ihrer Pullis und werfen sie nach vorne an die Bande.

Schnelle Rhythmen, Reggae, Hip-Hop und Ska: Das aufgewärmte Publikum ist endlich zu der tanzenden Masse geworden, die Live-Konzerte zu dem machen, was sie sind: elektrisierend und mitreißend. „Jamaram“ zieht das Publikum in seine Musik hinein und auch an die Bühne heran. Frontsänger Tom Lugo verspricht, „dass keiner heute nach Hause geht, bevor der ganze Raum bebt“ und wird damit recht behalten. Mit „Jamaram“ zieht die Karibik unter den Kronleuchter im Kurhaus ein und die Stimmung brennt.

Die Band präsentiert einige nagelneue, nie zuvor gespielte Lieder: „Wir haben einige neue Songs geschrieben, aber die Frage ist, wie die jetzt laufen in einer Live-Situation“, sagt Lugo. Sie laufen gut: Die Menge wird eins, bewegt sich gleichförmig zu den jamaikanischen Beats, Begeisterung in den Gesichtern aller Altersklassen.

Der Abend wird den Gästen sicher in Erinnerung bleiben. Trotz des attraktiven Programms war das Kurhaus am Freitag nur gut halb voll. Beim zweiten Teil des Festivals am Samstagabend sorgten dann die Peitinger Newcomerband „Rigoros“, die Rockmusiker rund um den Ex-Django 3000-Kontrabassisten Michael Unfried Fenzl und die „Keller Steff Big Band“ erneut für eine grandiose Stimmung unter den Besuchern. Nora Linnerud

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