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Aufräumen macht jede Menge Spaß: Freudestrahlende Helfer in Reichersbeuern erbrachten den eindeutigen Beweis.

Ramadama

Ein Landkreis räumt auf: Ein Hoch auf die Sauberkeit

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    Andreas Huber
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Bad Tölz-Wolfratshausen – Das landkreisweite Ramadama war trotz ungemütlicher Witterung ein Erfolg. Allerorten beteiligten sich Klein und Groß an der Aufräumaktion – teils etwas weniger rege als im Vorjahr. Neben dem üblichen Haushaltsmüll kam dabei auch wieder Unrat zutage, der bei den Helfern Kopfschütteln auslöste.

30 Freiwillige waren wie berichtet in Bad Tölz unterwegs, dazu stießen weitere 30 Teilnehmer einer Exkursion des Bund Naturschutz, die sich ebenfalls am Ramadama beteiligten. Die größte Gruppe stellten die „Bergfreunde“, wie Claudia Salamon von der Stadt berichtet. „Es könnten natürlich immer mehr Teilnehmer sein.“ Aber das kalte und regnerische Wetter sei eben nicht „der Knüller“ gewesen. Die meisten Säcke füllten die Freiwilligen entlang der Bundesstraße. „Viele Leute werfen wohl ihren Müll einfach aus dem Fenster“, sagt Salamon.

Besondere Schätze haben Thomas Schneider und Franzi (3) an der Töl 22 aufgetan. Darunter ein Grill und eine Matratze.

Stadträtin Camilla Plöckl fand heraus, „dass Augustiner wohl die beliebteste Biermarke ist. Alleine auf dem Weg vom Krankenhaus bis zur Bundesstraße hätte ich drei Tragl mit Flaschen füllen können.“ Erstaunt waren die Ramadama-Teilnehmer darüber, wie sauber sich das innere Kurviertel präsentierte. Man dürfe aber nicht vergessen, betont Salamon, dass die Mitarbeiter des Betriebshofs auch samstags und sonntags die Mülleimer auf der „Hauptachse“ leeren. „Sonst würde es dort ganz anders aussehen.“ Mülldepots wurden in eher abgelegenen Winkeln gefunden. Unterhalb des Spielhahnjägerdenkmals fanden die Saubermacher ein kleines Lager. „Vielleicht von Kindern oder Obdachlosen“, vermutet Salamon. Dort lagen Matratzen und ein Grill. Gefunden wurde auch ein Autositz. „Die Aktion hat allen Spaß gemacht“, sagt Salamon. Nicht nur das Aufräumen habe im Mittelpunkt gestanden, sondern auch die Begegnungen. Wie berichtet, waren auch einige junge Flüchtlinge mit dabei. „Das war besonders schön“, sagt Salamon. Positiv findet sie auch die rege Beteiligung der Tölzer Schulen. „Es waren so viele dabei wie noch nie.“ Summa summarum ein schöner Erfolg.

Fischereiverein, Team vom Kraftwerk Sylvenstein sowie Wasserwacht und Lenggrieser Turnverein konnten ihren Container mit Leichtigkeit füllen. Das berichtet Franz Schöttl vom Fischereiverein. 50 Teilnehmer packten bei der Aufräumaktion am und um den Sylvensteinspeicher mit an. „Das hat’s aber auch gebraucht“, betont Schöttl. „Es war wieder ein Haufen Zeug.“ Die Freiwilligen haben Zuläufe, Wege und Parkplätze abgegrast. Soweit es beim derzeit niedrigen Wasserstand möglich war, fuhren sie auch mit Booten in Ufernähe umher, um die Hinterlassenschaften von Umweltfrevlern aufzusammeln. „Vorwiegend Verpackungen von Schnellrestaurants und gefühlt 200 Red Bull-Dosen. Aber auch Kissen, Schlauchboote und Luftmatratzen waren dabei“, berichtet Schöttl. Besonders überrascht hätten ihn aber mehrere Quadratmeter große Teile von Eisenmatten, die am See entsorgt wurden. Sein Fazit fällt positiv aus: „Es hat sich rentiert.“

40 Freiwillige Helfe füllten die Müllsäcke im Kochler Dorfgebiet, in Walchensee und im Ortsteil Ried. 

Acht Müllsäcke voller Unrat: So viel haben die Helfer vom Lenggrieser Obst- und Gartenbauverein im Bereich des Baggerweihers an der B 13 bis etwa zum Sportplatz zusammengetragen. Krankheitsbedingt war zwar nur ein Dreiertrupp unterwegs. Doch der wurde vielerorts fündig. „Furchtbar“ war es dem Vorsitzenden Peter Riesch zufolge vor allem am Auslauf des Weihers.

Christina Köhler von der Gemeinde Kochel hat rund 40 Helfer gezählt. Die waren im Dorfgebiet in Kochel, am Walchensee und in Ried eingesetzt. Die Beteiligung habe gegenüber 2015 zwar etwas abgenommen. „Das schreibe ich aber dem Wetter zu“, sagt Köhler. Der Container sei trotzdem problemlos randvoll geworden. Köhler: „Es ist wirklich gut gelaufen.“  

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