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Antrag der Grünen-Kreisrätinnen

Landkreis soll neues Geburtshaus fördern

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Die Grünen-Kreisrätinnen kämpfen weiter, um die Geburtshilfe-Situation im südlichen Landkreis zu verbessern. Eine Idee wäre die Eröffnung eines Geburtshauses in Bad Tölz. Dazu wünschen sie sich Unterstützung vom Landkreis.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Die Grünen-Kreisrätinnen bleiben hartnäckig am Thema Geburtshilfe dran. Barbara Schwendner, Annelies Wiedenbauer-Schmidt, Mechthild Felsch und Beate Paulerberg haben jetzt ihren Antrag dazu präzisiert. Ein Ansatz, der ein Hoffnungsschimmer für viele schwangere Frauen im südlichen Landkreis sein könnte: Es gibt die Idee, in Bad Tölz wieder ein Geburtshaus zu eröffnen. „Ja, ich würde das machen“, sagt die Lenggrieser Hebamme Kathleen Hodbod auf Rückfrage des Tölzer Kurier. Allerdings werde sie das Projekt nur in Angriff nehmen, wenn sie Rückenwind aus der Kommunalpolitik bekommt.

Die Lage schwangerer Frauen ist speziell im südlichen Landkreis prekär, seit im April die Asklepios-Stadtklinik ihren Kreißsaal geschlossen hat. Die Kreisrätinnen hatten wie berichtet im September einen Antrag eingebracht: Der Kreis-Sozialausschuss sollte diskutieren, wie der Landkreis die Versorgungslücke rasch wieder schließen oder verkleinern könnte. Landrat Josef Niedermaier (FW) machte damals aber wenig Hoffnung: Der Handlungsspielraum der Kreispolitik sei bei diesem Thema begrenzt, man dürfe keine falschen Hoffnungen wecken. Niedermaier setzt eher auf eine andere Karte: eine Kooperation der Kreisklinik Wolfratshausen mit einem Partner. Bis die steht, kann es aber noch dauern.

Formal bat er die Grünen-Frauen, ihren Antrag konkreter zu formulieren und statt im Sozialausschuss im eigentlich zuständigen Kreisausschuss einzubringen. Das haben die Politikerinnen jetzt getan. Ihr Leitsatz dabei: „Der Start ins Leben sollte uns auch auf Kreisebene etwas wert sein!“ Das Ziel für Bad Tölz lautet „Neuaufbau der Struktur für die Geburtshilfe im Südlandkreis“. Dafür wäre die Eröffnung eines Geburtshauses in Bad Tölz, wie es bis 2015 existierte, ein entscheidender Schritt. Bislang ist es nicht viel mehr als eine Idee. „Ich werde von vielen Seiten darauf angesprochen. Jeder sagt: ,Wir brauchen so etwas‘“, sagt Kathleen Hodbod. Sie will in den kommenden Tagen ein Konzept für ein Geburtshaus ausarbeiten und beim Diskussionsabend der Frauenunion zum Thema Geburtshilfe (Mittwoch, 15. November, 19 Uhr, „Zachschuster“ in Gaißach) vorstellen.

Hodbod hat schon von 2012 bis 2014 im Tölzer Geburtshaus an der Mühlgasse mitgearbeitet. Das schloss 2015 – auch weil es für die beteiligten Hebammen schwer war, die Bereitschaftsdienste rund um die Uhr abzudecken. „Auch wenn es damals super war – ich würde es heute etwas anders aufziehen“, sagt Hodbod. So ist sie überzeugt, dass es genügend Kolleginnen gäbe, die mitmachen würden. Die Lenggrieserin stellt aber klar: „Stadt oder Landkreis müssen mit im Boot sein. Wenn von der Seite nichts kommt, verfolge ich es nicht weiter.“ Dementsprechend beantragen die Grünen-Kreisrätinnen jetzt eine Anschubfinanzierung für das Geburtshaus.

Außerdem fordern sie eine finanzielle Förderung des Familienhauses in Bad Tölz, das Kurse und Beratung rund um die Geburt sowie Vor- und nachsorge anbietet. Zudem sollen Hebammen vom Landkreis ein Kilometergeld bekommen, wenn sie für Vor- und Nachsorge zu Familien fahren. Das soll die flächendeckende Versorgung auch abgelegner Ortschaften im Südlandkreis sicherstellen.

In Bezug auf die Geburtshilfe in der Kreisklinik Wolfratshausen beantragen die Grünen, dass die Hebammen besser in die Verhandlungen über eine Umstrukturierung eingebunden und regelmäßig über den Fortgang informiert werden.

Nicht zuletzt wünschen sich die Politikerinnen, dass der Kreistag eine Petition an den Landtag verabschiedet. Der Freistaat soll die Geburtshilfe als Grundversorgung in den Krankenhausplan für Krankenhäuser der Versorgungsstufe 1 aufnehmen.

Die nächste Gelegenheit, den Antrag zu behandeln, besteht am 11. Dezember, wenn der Kreisausschuss zu seiner nächsten Sitzung zusammentritt.

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