Feuerwehren halten für den Notfall rund 1500 Sandsäcke bereit

Pegelstände im Landkreis „nicht dramatisch“

  • schließen
  • Christoph Schnitzer
    Christoph Schnitzer
    schließen

Bad Tölz-Wolfratshausen – Schwere Überschwemmungen infolge von starken Regenfällen erschüttern Bayern in diesen Tagen. In einigen Gemeinden Niederbayerns herrscht der Ausnahmezustand. Fünf Tote sind zu beklagen. Trotz zum Teil starker Niederschläge ist der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen bislang glimpflich davon gekommen.

Tobias Lang vom Wasserwirtschaftsamt in Weilheim meldet auf Anfrage, dass alles im Normbereich liegt und „die Prognosen nicht dramatisch sind“. Allenfalls bei kleineren Gewässern seien Anstiege zu erwarten. Der Abfluss am Sylvensteinspeicher lag am Donnerstagmittag bei rund 24 Kubikmeter Wasser in der Sekunde. „Völlig normal“, beruhigt Lang. Man stehe auch ständig in Kontakt mit der Baustelle unterhalb des Speichers, wo derzeit die Brücke verschoben wird, um sie auszutauschen. Keinen Grund gibt es für das Wasserwirtschaftsamt, den Tag der offenen Tür am Sylvensteinspeicher abzusagen. Am morgigen Samstag, 4. Juni, kann zwischen 10 und 16 Uhr das Kraftwerk mit seinen Anlagen besichtigt werden.

In Geretsried beunruhigen die starken Niederschläge einige Bürger. „Wir gehen in eine kritische Phase“, sagt Emmerich Wurst im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Grundwassergeschädigter und -gefährdeter Geretsrieder (IGGG) beobachtet den Grundwasserpegel im Blumenviertel mit großer Sorge. Zweimal am Tag liefert eine Messestelle Daten. Der Pegel erhöht sich laut Wurst permanent. Sollte das Wasser noch um 20 Zentimeter steigen, könnten einige Keller im Blumenviertel wieder volllaufen, befürchtet der 69-Jährige. Schon einmal sei es heuer kritisch gewesen. Wurst: „Im Februar stieg das Grundwasser stark an, obwohl es nicht geregnet hatte.“

Aus Sicht der Feuerwehr ist die Lage im Nordlandkreis bislang ruhig. „Es gab ein bis zwei Einsätze am Mittwoch in Bad Tölz“, berichtet Kreisbrandinspektor Christian Sydoriak. Dort sei Wasser in Keller gelaufen. „Aber das war nichts Dramatisches“, betont der Geretsrieder. Ungeachtet dessen hat Sydoriak die Meldungen des Deutschen Wetterdienstes stets im Auge. „Noch ist Luft nach oben. Aber das Wetter ist ein Lotteriespiel. Das kann sich von einer Minute auf die andere ändern.“ Für den Notfall seien bei Feuerwehren im Nordlandkreis 1000 bis 1500 Sandsäcke eingelagert. Wenn sich die Lage verschlechtern sollte, „werden wir Vorsorge treffen“, kündigt der Kreisbrandinspektor an.

Mit einem blauen Auge davon gekommen ist bisher Josef Seitner. Der Wolfratshauser Flößer setzte am Montag und Dienstag mit Fahrten auf der Loisach und der Isar aus, weil die Flüsse nicht mehr kontrollierbar gewesen seien. Einige Kunden hätten ihre Fahrten zudem verschoben, weil sie bei dem Regen nicht fahren wollten. Seit Mittwoch laufe der Betrieb wieder. „Ich kenne mein Wasser“, sagt der Flößer mit 50 Jahren Berufserfahrung. So schnell, wie es gekommen sei, so schnell sei es auch wieder abgeflossen. Seitner: „Wir haben das große Glück, dass das Moor zwischen Penzberg und dem Kochelsee sehr viel aufsaugt.“

Doris Schmid und Christoph Schnitzer

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Tipps gegen Langeweile: Das ist los am Dienstagabend
Tipps gegen Langeweile: Das ist los am Dienstagabend
Auftritt von „Kofelgschroa“ in der „Lust“ ausverkauft
Auftritt von „Kofelgschroa“ in der „Lust“ ausverkauft
Gala mit Biss: „Tanz der Vampire“ im Tölzer Kurhaus
Graf Dracula höchst persönlich stand zuletzt auf der Bühne des Tölzer Kurhauses. 300 Zuschauer erlebten einen ansprechenden Operetten- und Musical-Abend.
Gala mit Biss: „Tanz der Vampire“ im Tölzer Kurhaus

Kommentare