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Landkreisübergreifende Ost-West-Verbindungen mit dem Bus sind rar.

Tagung in Veitshöchheim

Landräte sprechen über Alpenbus: Nächster Schritt für den Expressbus ist getan

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In Sachen Alpenbus geht einiges voran. Bei einem Treffen der beteiligten Landräte vergangene Woche wurde vereinbart, den MVV mit der Grobkonzeption zu beauftragen.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Die bayerischen Landräte tagten in der vergangenen Woche im fränkischen Veitshöchheim. Der Breitbandausbau war ein Thema, aber auch die Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs gerade auf dem Land. Landrat Josef Niedermaier nutzte die Gunst der Stunde und scharte seine Amtskollegen aus der Region um sich, um mit ihnen über das weitere Vorgehen in Sachen Alpenbus zu sprechen. Niedermaier war zuvor vom bayerischen Verkehrsministerium mit der Koordinierung beauftragt worden.

Wie berichtet soll der Alpenbus eine dringend notwendige Ost-West-Expressverbindung schaffen. Angedacht war die Route Rosenheim bis Immenstadt im Allgäu. Konzentrieren wird man sich jetzt aber erst einmal auf den Abschnitt bis in den Landkreis Weilheim-Schongau. „Im Allgäu ist das Thema noch gar nicht so angekommen. Da ist die Notwendigkeit des Alpenbusses nicht ausdiskutiert“, sagt Niedermaier auf Anfrage. Damit man darauf nicht warten müsse, habe man sich für die Aufteilung in zwei Projekte ausgesprochen. „Das habe ich am Montag auch bei einer Besprechung dem Verkehrsministerium so mitgeteilt.“

Freistaat zahlt mit

Die groben Rahmenbedingungen für die Expressverbindung, die die damalige Verkehrsministerin Ilse Aigner ins Gespräch gebracht hatte, sind klar: Zwischen 6 und 20 Uhr soll er einmal pro Stunde fahren. Wie die Linienführung aussehen könnte, welcher Tarif sinnvoll ist, welche Kosten entstehen und andere Fragen – das wird nun im Auftrag der Landkreise eine Tochtergesellschaft des Münchner Verkehrsverbunds (MVV) klären. Sie wurde mit der Grobkonzeption beauftragt. Die Kosten dafür teilen sich die Landkreise. „Für jeden sind das ein paar tausend Euro“, sagt Niedermaier.

Wenn der Bus aber erst einmal fährt, möchten die Landkreise allerdings nicht alleine für das Angebot aufkommen. Müssen sie auch nicht, sagt Niedermaier mit Blick auf die Zusage des Freistaats, mittelfristig die Hälfte des Defizits dieser Landesbuslinie zu tragen. „Am Anfang übernimmt der Freistaat sogar noch mehr.“ Die anderen 50 Prozent tragen die Landkreise nach einem noch festzulegenden Verteilungsschlüssel. Wie hoch das Defizit sein wird, könne man jetzt natürlich noch überhaupt nicht abschätzen. „Wir wissen ja noch nicht einmal, welcher Tarif gelten wird“, sagt Niedermaier.

Bus fährt frühestens ab Ende 2021

Diskussionen gibt es auch über die Linienführung. Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen drängt auf einen Halt in Murnau, der Landkreis Weilheim-Schongau auf einen in Weilheim. Beides zusammen geht möglicherweise nicht. „Wir haben in Veitshöchheim auch über dieses Problem geredet“, sagt Niedermaier. Der MVV wird nun beide Varianten untersuchen – dann werde man entscheiden können, was mehr Sinn habe. „Und zwar nach rein sachlichen Gesichtspunkten, nicht auf Grundlage von Emotionen“, sagt Niedermaier.

Generell stünden seine Landratskollegen hinter dem Projekt, berichtet der Tölzer. Das gilt seiner Meinung nach auch für die Rosenheimer Oberbürgermeisterin, mit der er in den kommenden Tagen noch über den Alpenbus sprechen wird. Generell sei er mit dem Ergebnis der Veitshöchheimer Runde „sehr zufrieden“.

Bis der erste Expressbus startet, wird noch einige Zeit ins Land gehen. In etwa einem halben Jahr könnte die Grobkonzeption des MVV vorliegen. Nach den politischen Entscheidungen müssen dann Ausschreibung und Vergabe erfolgen. Das dauert noch einmal mindestens 18 Monate. Parallel sind noch einige Probleme zu lösen. So sind beispielsweise Konzessionen für Teilbereiche der Strecke vergeben. Realistisch gesehen, so Niedermaier, könnte der erste Bus frühestens Ende 2021 fahren.

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