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Landratsamt fasst Personalabbau ins Auge

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Bad Tölz-Wolfratshausen - Nachdem sich die Flüchtlingszahlen anders entwickelt haben als gedacht, ist auch die Arbeitsbelastung geringer.

Wie viele Mitarbeiter darf und muss sich das Landratsamt leisten? Der Stellenplan sorgte in den vergangenen Jahren in den Kreis-Haushaltsberatungen immer wieder für Diskussionen. Besondere Brisanz barg das Thema vor einem Jahr, als die Behörde davon ausging, dass sage und schreibe 72,8 neue Stellen nötig sein würden, allein um alle Aufgaben rund um den Bereich Asyl zu bewältigen.

Deutlich entspannter war das Bild, das Jürgen Huber, Chef der Personalverwaltung, den Kreisräten in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses vorstellte. „In der Stellenkalkulation für 2016 hatten wir damit gerechnet, dass bis Jahresende 5000 Asylbewerber im Landkreis leben“, fasste er zusammen. Das ist bekanntlich nicht eingetreten. Die Zahl der Asylbewerber stagniert seit Monaten und lag am 31. Oktober in Bad Tölz-Wolfratshausen bei 1819 (inklusive „Fehlbeleger“) plus 56 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen (umF). Dementsprechend geringer als gedacht ist nun auch der Personalbedarf im Landratsamt. 31,3 der vorgesehenen Stellen mussten nicht besetzt werden. „Für 2017 gehen wir vom selben Stand aus“, sagte Huber. Das bedeutet: Fast alle aktuell unbesetzten Stellen rund ums Thema Asyl entfallen im Stellenplan fürs kommende Jahr.

Mit der Zeit rechnet Huber damit, dass die Arbeitsbelastung des Landratsamts in diesem Bereich weiter abnimmt. Dazu trage auch die Entwicklung bei, dass im Landkreis in nächster Zeit mehrere große Sammelunterkünfte in Betrieb gehen, die voraussichtlich der Staat mit eigenem Personal betreibe. „Wir werden als Verwaltung verantwortungsvoll darauf reagieren und uns bemühen, den Personalstand zu reduzieren“, kündigte Huber an.

Vereinzelte Stellenmehrungen schlug Huber den Kreisräten aber auch vor. So solle etwa ein Bildungskoordinator eingestellt werden. Aufgabe: „Auf- und Ausbau von Bildungsangeboten für zugewanderte Menschen“. „Die Integration ist eine Riesenaufgabe, und wir haben dafür bisher keine Ressourcen“, so Huber. Die Stelle wird für bis zu zwei Jahre vom Bund gefördert. Im Jugendamt werde zudem ein weitererer Sozialpädagoge für den „Sozialraum Süd“ benötigt. Hier hätten sich die Fallzahlen in der Jugendhilfe extrem erhöht, weil in diesem Bereich die meisten „umF“ untergebracht sind, erläuterte der Personalchef.

Eine andere Stellenmehrung verhinderte der Ausschuss auf Antrag der CSU knapp mit 7:6 Stimmen: Eine Tourismus-Fachkraft zur Koordinierung des bei anderer Gelegenheit vom Kreistag beschlossenen Projekts „Radreiseregion Tölzer Land“ hielt man nicht für nötig. Mit 2:11 Stimmen abgelehnt wurde der Antrag von Barbara Schwendner (Grüne), die Stelle eines Integrationsbeauftragten zu schaffen.

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