Landratswahl 2020 in Bad Tölz/Kandidaten: Parteien noch in Findungsphase
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Will 2020 noch einmal kandidieren: Landrat Josef Niedermaier.

Kommunalwahl in Bad Tölz-Wolfratshausen

Landrats-Kandidaten für 2020: Parteien noch in der Findungsphase

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    vonVeronika Ahn-Tauchnitz
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Die CSU ist vorgeprescht: Gut ein Jahr vor den Kommunalwahlen hat Anton Demmel seinen Hut als Landratskandidat in den Ring geworfen. Wie sieht es bei den anderen aus?

Bad Tölz-Wolfratshausen– Klar ist: Amtsinhaber Josef Niedermaier (Freie Wähler) tritt wieder an – „wenn gesundheitlich nichts passiert“, sagt er auf Anfrage. Schon Mitte der Amtsperiode, die 2014 begann, hatte der 55-Jährige das seiner Fraktion und dem Kreisvorstand angetragen. „Ich habe gesagt, ich bin bereit dazu, aber wenn eine andere Lösung gewünscht wird, bin ich auch dafür offen“, sagt Niedermaier. „Die einhellige Meinung war aber, dass ich das noch einmal machen soll.“ Für ihn sei dieser Rückhalt äußerst wichtig gewesen, sagt der Landrat.

Die Attacken, die Anton Demmel – bis 2017 selbst Mitglied der Freien Wähler – schon jetzt gegen ihn fährt („Es muss Schluss sein mit dem Nichtstun“), will Niedermaier nicht kommentieren. Natürlich gebe es bei seiner Arbeit „immer Verbesserungsbedarf“, meint der Landrat. „Aber der Landkreis steht saugut da. Wir haben viel investiert und die Schulden abgebaut – von wegen, ich hätte nichts getan“, kann sich Niedermaier dann eine kleine Spitze gegen Demmel doch nicht verkneifen.

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Die Grünen schickten vor fünf Jahren Klaus Koch ins Rennen, der respektable 14,5 Prozent holte. Ob man 2020 wieder einen Kandidaten aufstellen wird, kann Kreis-Sprecherin Barbara Schwendner noch nicht sagen. „Über ein Jahr vor der Kommunalwahl halten wir uns in dieser Frage noch zurück, denn die Sachthemen in der politischen Arbeit erfordern unsere ganze Aufmerksamkeit.“ Es sei nicht förderlich, „die politische Arbeit jetzt schon durch den Kommunalwahlkampf zu beeinflussen“, erklärt die Kreisrätin. Klar sei aber, „dass wir mehrere geeignete Kandidaten und Kandidatinnen für den Posten Landrat haben“, so Schwendner.

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Die SPD stellte vor fünf Jahren Gabriele Skiba auf. Es wirkte eher wie eine Kandidatur aus Pflichtgefühl heraus denn aus wirklicher Überzeugung. 7,5 Prozent holte die Sozialdemokratin damals. Ob man 2020 einen Kandidaten oder eine Kandidatin fürs höchste Amt im Landkreis aufstellen wird, entscheide sich bei der Klausurtagung Mitte März in Kochel am See, betont Kreischef Wolfgang Werner. „Wir müssen das diskutieren.“ Er selbst tritt dafür ein, einen Bewerber aufzustellen. „Aus der Tradition heraus, aber auch, weil ich der Meinung bin, dass man ohne Spitzenkandidaten auch die eine oder andere Stimme für die Liste verliert.“ Allerdings könne er natürlich auch keinen geeigneten Kandidaten „herzaubern. Und zwingen können wir auch keinen“, sagt Werner.

Und wie es sieht es bei den kleinen Parteien aus? Die Freien Unabhängigen Wähler (FUW), die derzeit zwei Sitze im Kreistag haben, hatten mit Dr. Franz Hartmann bereits 2008 einmal einen Landratskandidaten aus ihren Reihen aufgestellt. „Wir haben das damals gemacht, um bekannt zu werden“, sagt Hartmann, der 4,5 Prozent holte. Ob es 2020 wieder einen Bewerber für den Posten geben wird, könne er jetzt noch nicht sagen. „Wir sind noch nicht soweit.“ Auf jeden Fall wollen die FUW aber wieder eine Liste für die Kreistagswahl aufstellen. „Die kleinen Gruppierungen müssen antreten, damit niemand die absolute Mehrheit hat. Das wäre schlecht für die Demokratie“, sagt der ehemalige Gesundheitsamtsleiter. Schaffen es dagegen viele Gruppierungen in den Kreistag, „ist der eine auf den anderen angewiesen.“ Derzeit sitzen mit FUW, Bayernpartei (zwei Kreisräte) und FDP (ein Kreisrat) insgesamt sieben Gruppierungen in dem 60-köpfigen Gremium. Die CSU stellt mit 24 Räten die größte Fraktion. Gefolgt von Freien Wählern (15 plus Landrat), Grünen (9) und SPD (7).

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