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Führt weitere sechs Jahre den Landkreis: Landrat Josef Niedermaier.

Kommunalwahl 2020

Landratswahl in Bad Tölz-Wolfratshausen: Niedermaier gewinnt die Stichwahl

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    Andreas Steppan
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Amtsinhaber Josef Niedermaier (Freie Wähler) hat sich in der Stichwahl gegen Anton Demmel (CSU) klar durchgesetzt. Der Landrat vereinte am Ende 62,8 Prozent der Stimmen auf sich.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Es war ein ungewöhnlicher Wahlsonntag. Wegen der Corona-Krise konnten die gut 100 000 Wahlberechtigten im Landkreis bei der Landrats-Stichwahl nur per Brief ihre Stimme abgeben. Es hatte aber auch etwas für sich: Geht bei Stichwahlen sonst oft die Beteiligung rapide nach unten, blieb sie dieses Mal im Vergleich zur Kommunalwahl vor zwei Wochen fast gleich gut.

Obwohl sich für Landrat Josef Niedermaier (Freie Wähler) im Moment eigentlich alles um Corona und die Bewältigung der Krise im Landkreis dreht, „freue ich mich unwahrscheinlich über das Ergebnis. Ich bin überwältigt“, sagt der 56-Jährige, der nun seiner dritten Amtszeit entgegenblickt. Er bedanke sich für das „große Vertrauen“, das die Bürgerinnen und Bürger in ihn setzen. Er weiß, dass die Aufgaben, die in den kommenden sechs Jahren auf ihn zukommen, große sein werden und durch die Corona-Krise vermutlich noch größer werden. „Wir haben eine große Welle vor dem Bug“, sagt Niedermaier. 

Landrat bedankt sich für fairen Wahlkampf

Gut sei, dass der Wahlkampf fair abgelaufen sei – sodass der Kreistag schnell wieder eine Gemeinschaft bilden und weiterarbeiten könne. Mitbewerber Anton Demmel gehörte übrigens zu Niedermaiers ersten Gratulanten. „Es ist wichtig, dass wir jetzt alle zusammenhalten. Und ich glaube, dass alle mitziehen werden“, sagt der Landrat. Wichtig ist ihm, allen zu danken, die ihn auf dem Weg zur Wiederwahl unterstützt haben. „Heute Abend freu’ ich mich richtig“, sagte Niedermaier am Sonntag. „Am Montag in der Früh um sieben wird weitergearbeitet.“

Anton Demmel (CSU) unterlag in der Stichwahl.

CSU-Herausforderer Anton Demmel (48) trägt die Wahlniederlage gefasst. „Ich sehe mich nicht in der Verliererrolle“, sagt er. Dass er bei der Kreistagswahl mit 41 992 Stimmen das beste Einzelergebnis erreichte, sei ein großer Erfolg, auch im Abschneiden der CSU insgesamt sieht Demmel eine Bestätigung. „Wir haben zwar nicht die Meisterschaft gewonnen, aber den Pokal“, bemüht er einen Fußball-Vergleich.

Anton Demmel (CSU): „Es war kein Wechselwille da“

Freilich sei er angetreten, um Niedermaier abzulösen – und das sei nicht gelungen, räumt er ein. „Aber wenn man schaut: Ein Amtsinhaber wird nur abgewählt, wenn er aktive Fehler macht, und die gab es hier nicht. Es war kein Wechselwille da“ – und das in der aktuellen Situation noch weniger. „Aber ich will das Ergebnis nicht auf Corona schieben.“

Er sei mit sich im Reinen – auch mit dem Wahlkampf. „Da war nichts Bösartiges, nichts Hinterfotziges.“ Er gratuliere Josef Niedermaier von Herzen, bedanke sich bei allen, die ihn unterstützt haben, und ziehe für seine Kandidatur das Fazit: „Ich würde es wieder tun.“

Auf die Frage, wie seine berufliche Zukunft aussieht, hat Demmel am Sonntagabend keine abschließende Antwort. „Es gibt mehrere Optionen, darüber werde ich mir jetzt Gedanken machen“, so der Diplom-Finanzwirt und Noch-Bürgermeister von Königsdorf.

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