Dass die Bergbahnen wie hier am Brauneck keine Öffnungsperspektive haben, bemängelt der FW-Abgeordnete Florian Streibl.
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Dass die Bergbahnen wie hier am Brauneck keine Öffnungsperspektive haben, bemängelt der FW-Abgeordnete Florian Streibl.

Auswirkungen der Corona-Pandemie

Bad Tölz-Wolfratshausen Landtagsabgeordneter Streibl fordert: Bergbahnen öffnen

  • Melina Staar
    vonMelina Staar
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Nur eingeschränkter Betrieb vergangenes Jahr, kein Winterbetrieb: Die Seil- und Bergbahnen haben unter der Corona-Pandemie stark zu leiden. Landtagsabgeordneter Florian Streibl (Freie Wähler) macht nun noch einmal auf die Lage der Bahnen aufmerksam – und schreibt ihnen eine wichtige Funktion bei der Besucherlenkung zu.

Bad Tölz-Wolfratshausen - Das vergangene Jahr sei ein stetiger Lernprozess gewesen, was den Umgang mit der Pandemie und der Infektionsgefahr betrifft, heißt es in einer Pressemitteilung Streibls. Die Unternehmen hätten beständig Konzepte erarbeitet und diese weiterentwickelt. „Mir liegen keine Erkenntnisse vor, wonach sich Seil- oder Bergbahnen zu Hotspots entwickelt hätten.“ Vielmehr seien vergangenes Jahr zahlreiche Gäste transportiert worden, ohne ein Infektionsgeschehen herbeizuführen. Nach Streibls Auffassung könnten die Bergbahnen dazu beitragen, dass Wanderer und Bergsteiger richtig gelenkt werden und somit unkontrollierte Bergtouren verhindert werden.

Florian Streibl kritisiert, dass durch Bundesnotbremse bis nach Pfingsten nicht an Betrieb zu denken sei

Antonia Asenstorfer, Pressesprecherin der Alpenplus-Skigebiete, zu denen auch die Brauneck-Bergbahn gehört, sieht es genauso: Bergbahnen spielen ihr zufolge eine wichtige Rolle in der Besucherlenkung. „Unsere Infrastruktur und Zutrittssysteme sind auf die Besuchersteuerung ausgelegt“, betont sie. „Und dass unsere Hygiene- und Schutzmaßnahmen funktionieren, hat unsere Branche im letzten Sommer bereits unter Beweis gestellt.“ Es sei zu keinem nachweisbaren Infektionsgeschehen gekommen, und die Gäste hätten die Maßnahmen hervorragend mitgetragen.

Alpenplus-Skigebiete: „Das Infektionsrisiko bewerten wir daher als äußerst gering.“

Die Gäste würden sich fast ausschließlich im Freien aufhalten. Die Bahnen seien gut durchlüftet, und die Aufenthaltsdauer sei bei den kurzen Strecken gering. „Zudem können wir mit unseren Kleinkabinen auch die Förderkapazitäten sehr gut steuern“, so Asenstorfer. „Das Infektionsrisiko bewerten wir daher als äußerst gering.“ Auch sehe man sich durch die Aussagen der Gesellschaft für Aerosolforschung bestätigt, dass Covid-19-Infektionen im Wesentlichen ein Phänomen in Innenräumen seien und im Freien nahezu keine Ansteckungen auftreten.

Wie Streibl weiter schreibt, könne er nicht verstehen, warum dieses Jahr, bei einer gleichen Ausgangssituation wie 2020, die Seil- und Bergbahnen nicht öffnen dürfen. „Man hat die Entscheidungen an die Bundesregierung abgetreten.“ Die Freien Wähler würden sich klar gegen dieses Vorgehen stellen. „Wenn man diese Betriebe schon schließt, dann müssen sie auch dafür eine finanzielle Bundeshilfe bekommen“, ergänzt Streibl. Durch die Bundesnotbremse sei bis nach den Pfingstferien nicht an Öffnung zu denken.

Schon ausgefallene Wintersaison „war nur schwer zu verkraften“

Die ausgefallene Wintersaison sei schwer zu verkraften gewesen, bestätigt Asenstorfer, und könne nicht mit dem Sommergeschäft ausgeglichen werden. „Dass man uns jetzt auch noch die Existenzgrundlage im Sommer deutlich einschränkt, ist ein herber Schlag und für uns nicht nachvollziehbar.“ Gerade in diesen schwierigen Zeiten würden Menschen verstärkt Erholung in der Natur suchen und sich auch nicht einschränken, wie das Besucheraufkommen in den Bergen beweise. Streibl: „Letztes Jahr sind wir regelrecht von den Naherholungssuchenden überrollt worden. Hier konnten die Seil- und Bergbahnen eine Entzerrung und Lenkung des Besucher-Ansturms schaffen.“

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