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FFH-Gebiet Loisach

Angst vor der nächsten Enteignung

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Bei der Auftaktveranstaltung zum Managementplan für das FFG-Gebiet Loisach äußerten die betroffenen Landwirte ihre Sorgen. 

Bad Tölz-Wolfratshausen Wenn der Begriff „FFH“ fällt, dann schrillen bei den Landwirten die Alarmglocken. Das war auch jetzt nicht anders, als es im Landratsamt um den Managementplan für das FFH-Gebiet „Loisach“ ging. Mehrere Behörden hatten zu dieser Auftaktveranstaltung eingeladen. Immer wieder fiel der Begriff „Enteignung“, und immer wieder schimpften die Landwirte über den aus ihrer Sicht zu laschen Umgang mit dem Biber. Trotz aller Skepsis blieben die Diskussionen dieses Mal aber weitgehend sachlich.

Das FFH-Gebiet erstreckt sich über 30 Fluss-Kilometer von Bad Heilbrunn bis Wolfratshausen. In dem Managementplan geht es um einen 15 bis 20 Meter breiter Streifen neben dem Fluss. „Er ist schmal – aber wichtig für die Verbreitung der Arten“, erläuterte Thomas Eberherr von der Regierung von Oberbayern vor den rund 70 Zuhörern. Vor allem gehe es um den Schutz einiger bedrohter Fischarten wie den Huchen oder die nur zehn Zentimeter lange Mühlkoppe. Darüber hinaus soll der Managementplan helfen, wertvolle Lebensraumtypen zu erhalten.

Eberherr versuchte, den Zuhörern die Furcht vor den Managementplänen zu nehmen. Diese seien für private Grundeigentümer nicht verbindlich, die Pläne hätten nur Hinweis-Charakter. Es gehe nicht darum, den Grundeigentümern etwas zu verbieten, vielmehr stehe eine partnerschaftliche Zusammenarbeit im Mittelpunkt. Zur „vollen Wahrheit“ gehöre aber auch, dass wertvolle Lebensräume nicht verschlechtert werden dürfen. Um dies zu erreichen gebe es Förderprogramme für die Grundeigentümer. Der Entwurf des Managementplans werde in eineinhalb Jahren vorgestellt.

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Peter Rummelsberger aus Hofstätt beruhigten alle diese Aussagen nicht. Er ärgert sich vor allem über den Biber, der auf seiner Grundstücksfläche bei 21 Bäumen die Rinde bis zu einer Höhe von einem Meter abgenagt habe. Als Entschädigung habe er 87 Euro bekommen. „Wir werden mit einem Butterbrot abgespeist“, sagte der Grundstücksbesitzer. Hinzu komme, dass der Biber dafür sorge, dass Streuwiesen unter Wasser stehen. „Zugleich wird von mir verlangt, dass ich die Wiesen mähen soll“, sagte Rummelsberger. „Da sind Theoretiker am Werk – aber keine Praktiker.“

In eine ähnliche Richtung ging die Anmerkung von Katharina Urban aus Herrnhausen. Von den Grundeigentümern werde erwartet, dass sie an der Loisach den Ist-Zustand erhalten. „Und der Biber darf graben und werkeln wie er will.“ Wenn Bäume in das Wasser stürzen, werde das Ufer angegriffen: „Wir haben Angst, dass das die nächste Enteignung der Landwirte wird.“

Eberherr entgegnete, dass der Managementplan grundsätzlich gar nichts mit dem Biber zu tun habe. Der Biber trage aber enorm zur Verbesserung des Lebensraums bei. Durch umgefallene Bäume hätten Fische die Möglichkeit, sich zu verstecken. Dass die Grundbesitzer mit den Entschädigungs-Regelungen nicht zufrieden sind, habe er aber schon mehrfach gehört. „Das Problem ist, dass der Schadensfonds nur 450 000 Euro enthält, ergänzte Biber-Berater Nikolaus Schöfmann. Damit lasse sich nur 60 bis 70 Prozent des entstandenen Schadens ausgleichen. Es gebe aber Mittel und Wege, größere Schäden durch Biber zu vermeiden -– beispielsweise durch das Anbringen von Drahthosen an Bäumen oder durch das teilweise Abtragen von Biber-Dämmen. Kreisbäuerin Ursula Fiechtner forderte: „Wenn die Gesellschaft Biber haben will, dann muss der Entschädigungsfonds angepasst werden. So geht es jedenfalls nicht.“

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Grundeigentümer Elmar Diehl wollte wissen, wie er mit dem Eschensterben umgehen soll, das von einem aus Asien eingeschleppten Pilz ausgelöst wird: „Soll ich die Bäume in die Loisach fallen lassen oder rausholen?“ Martin Bachmann vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Ebersberg entgegnete, die Eschen hätten keine Widerstandskraft gegen den Pilz: „Daher macht es keinen Sinn, Eschen nachkommen zu lassen.“ Er empfiehlt daher, verstärkt auf den widerstandsfähigeren Bergahorn zu setzen. Grundsätzlich sei Totholz gut, ergänzte Eberherr. Man müsse aber auch immer im Blick haben, dass umgestürzte Bäume zu Schäden an Brücken und anderen Bauwerken führen können.“ Die Menge und der Lagerort des Totholzes seien daher entscheidend.

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Ein Landwirt fragte süffisant, ob es möglich sei, aus dem Managementplan auszusteigen. Dies sei nicht möglich, entgegnete Martin Bachmann. „Und das wäre auch ein strategischer Fehler.“ Momentan könne es beispielsweise Zuschüsse für den Bau eines Teichs geben. Ob es die in 20 Jahren noch gibt, könne niemand vorhersagen. Klar sei aber, dass dringender Handlungsbedarf besteht. Ein Wissenschaftler habe ihn darauf hingewiesen, dass aufgrund des Klimawandels niemand vorhersagen könne, welche Pflanzen künftig in Bayern wachsen: „Der einzige Schutz ist, dass wir auf möglichst viel Vielfalt setzen. Je mehr wir im Angebot haben, desto mehr können wir abpuffern.“

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