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Die „MONaco Big Band“ besteht aus Musikern des Musikbundes Ober- und Niederbayern sowie Berufsmusikern und spielt beim Kurparkfest am 4. August in Bad Tölz.

Lang lebe die Kur

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Seit 120 Jahren führt Tölz das „Bad“ im Namen - nicht der einzige Grund, warum in diesem Jahr Feierlichkeiten anstehen.

Bad Tölz – Es sind zwei Jubiläen, die leicht untergehen könnten. In der Tölzer Tourist-Info laufen trotzdem die Planungen, zwei Jahrestage ins rechte Licht zu rücken. 2019 jährt es sich zum 120. Mal, dass Tölz in den Rang eines Kurorts aufstieg, und zum 50. Mal, dass der Stadt erstmals das Prädikat „Heilklimatischer Kurort“ verliehen wurde.

Die breite Öffentlichkeit wird von diesen Jubiläen vor allem am Sonntag, 4. August, etwas mitbekommen. Kurdirektorin Brita Hohenreiter kündigt für diesen Tag ein großes Kurparkfest an. „Beim Ablauf gibt es noch einige Unbekannte“, sagt sie zum Stand der Planungen. Fest stehe aber, dass am Vormittag die Stadtkapelle ein Konzert gibt, ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert wird und der Bürgermeister ein Grußwort spricht. Am Abend trete die „MONaco Big Band“ auf, in der auch der Tölzer Jazzmusiker Peter Zoelch mitspielt – idealerweise bei schönem Wetter im Freien. An weiteren Programmpunkten wird laut Hohenreiter noch gefeilt. So solle etwas für Kinder geboten werden, und es sei eine Art „Kurcafé wie vor 120 Jahren“ angedacht.

Das Thema „50 Jahre Heilklimatischer Kurort“ werde in erster Linie im Marketing nach außen gespielt – ein willkommener Aufhänger, um Bad Tölz in der Werbung ins Gespräch zu bringen. Konkret biete die TI bereits seit Herbst Urlaubspauschalen zum Thema Heilklimawandern an – mit vier Übernachtungen und geführten Touren oder Anleitungen zu Wanderungen auf eigene Faust. Für alle Interessierten finde zudem an jedem ersten Donnerstag im Monat eine Tour statt, bei der eine Wanderführerin Tipps gibt, wie man das Heilklima am besten für bestimmte Trainingseffekte nutzen kann.

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Seit 2009 ist ein Netz von „heilklimatischen Wanderwegen“ ausgewiesen. Dazu konnten Interessierte Informationen an zwei Monitoren an der Tourist-Info und am Blomberg abrufen. Diese Programme sind laut Hohenreiter aber mittlerweile überholt und ließen sich nicht mehr aktualisieren, weil die Software-Firma nicht mehr existiere. Der Monitor am Blomberg wurde vergangenes Jahr abgebaut. „Jetzt versuchen wir, das Ganze neu aufzusetzen“, sagt die Kurdirektorin. Dabei komme es vor allem darauf an, dass die jeweils aktuellen Klimainformationen auch über die Internetseite abrufbar seien.

Ist das Thema Kur in Bad Tölz überhaupt noch zeitgemäß? Die Glanzzeiten liegen lange zurück. „Das stimmt nicht ganz“, entgegnet Hohenreiter. „Ungefähr ein Viertel unserer Übernachtungen sind im Gesundheitsbereich angesiedelt.“ Formen und Abläufe hätten sich freilich geändert. Aber Tölz sei zum Beispiel im Bereich Reha „nach wie vor hervorragend aufgestellt“. Zudem sei das Themenfeld Entschleunigung, Natur, „Zurück zu tatsächlichen Werten“ und Achtsamkeit ein „Megatrend“, so Hohenreiter. Um in Zeiten der medialen Reizüberflutung, des Stresses und der verlängerten Lebensarbeitszeit fit zu bleiben, würden immer mehr Menschen erkennen, dass sie im Urlaub etwas für die Gesundheit tun und dafür in die eigene Tasche greifen müssen – das Selbstzahler-Pendant zur früheren Vorsorgekur.

Durchaus von der Krankenkasse bezahlt werde dagegen eine neue Form der Kompaktkur für Brustkrebs-Patientinnen. Nach den kräftezehrenden Therapien werden sie hier fit gemacht für die Rückkehr in den Alltag. Was sonst vor allem in Kliniken passiert, dafür hat der Tölzer Sportwissenschaftler Dr. Florian Wiedemann ein deutschlandweit neuartiges Konzept für eine Kur entwickelt.

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Eine Besonderheit der Gäste im Bereich Prävention/Gesundheit/Kur sei, dass sie länger bleiben, so Hohenreiter – „mindestens eine Woche, manchmal drei Wochen“. Weil der allgemeine Trend immer stärker zum Kurzurlaub geht, seien diese Gäste für Tölz besonders wichtig.

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