Die Züge der BRB sind nur geleast. Sollten die Bahnstrecke (im Bild zwischen Gaißach-Pfistern und Puchen) schnell elektrifiziert werden, könnten die Zuggarnituren auch ausgetauscht werden.
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Die Züge der BRB sind nur geleast. Sollten die Bahnstrecke (im Bild zwischen Gaißach-Pfistern und Puchen) schnell elektrifiziert werden, könnten die Zuggarnituren auch ausgetauscht werden.

Vorplanung ist im Sommer 2022 abgeschlossen

Langer Atem nötig für elektrifizierte Bahn im Oberland

Strom statt Diesel: Für die Elektrifizierung der Bahnstrecken im Oberland hatte der Kreistag in Bad Tölz vor zwei Jahren eine eigene Resolution verabschiedet. Der Tölzer Kurier hat nachgefragt, wie der Stand der Dinge ist.

Bad Tölz/Lenggries – Dass eine Elektrifizierung der Strecken Holzkirchen-Lenggries und Holzkirchen-Schliersee-Bayrischzell wahrscheinlich ist, dafür gibt es belastbare Indizien. In Holzkirchen etwa wurde erst dieser Tage der Bauauftrag für die sogenannte Kindergartenbrücke besprochen. Die Brücke wird bereits für die Erfordernisse elektrifizierter Züge gebaut, nämlich mit höherem Bogen. Diese Mehrkosten werden vom Freistaat gefördert.

Seit 30 Jahren soll Bahnbrücke erneuert werden

Um Ähnliches geht es wohl auch bei der Tölzer Bahnbrücke Gaißacher Straße. Seit fast 30 Jahren steht eine Erneuerung des zunehmend maroden Bauwerks im Raum. Derzeit erstellt die Stadt ein ausführliches Gutachten mit Statikprüfung, Schadensdokumentation und Zustandsbewertung. Wie Kämmerer Hermann Forster jüngst bei den Tölzer Haushaltsberatungen erläuterte, steht neuerdings auch eine staatliche Förderung für den Neubau der Brücke im Raum. Auch hier soll dann der Brückenbogen für alternative Zug-Antriebsmöglichkeiten geeignet sein.

Eine Nachfrage bei der Deutschen Bahn als Inhaber der genannten Bahnstrecken ergab, dass bis Sommer 2022 die Vorplanung für die Elektrifizierung abgeschlossen werden soll. Die Bahn arbeitet hier im Auftrag des Freistaats Bayern, der die Elektrifizierung der genannten Trassen als „Vorzugslösung“ bezeichnet, wie es ein Sprecher des Verkehrsministeriums auf Nachfrage formuliert. Bereits die Hälfte ihres Laufwegs legten Züge zwischen dem Oberland (also Holzkirchen) und München bereits heute unter Oberleitungen zurück. Eine Nutzung der Münchner Tunnelbahnhöfe sei aus heutiger Sicht auch nur mit klassischen Elektrofahrzeugen möglich.

Blick auch auf Akku- und Wasserstoffantriebe

Ist die Elektrifizierung also schon beschlossene Sache? „Nein“, sagt der ungenannt bleiben wollende Sprecher des Verkehrsministeriums. Die Staatsregierung beobachte weiter aufmerksam die Entwicklung bei alternativen Antriebstechnologien wie Akku- oder Wasserstoffantrieben. Sollte sich hier ein Technologiesprung ergeben, werde der Freistaat eine solche Lösung nochmals mit der Elektrifizierung vergleichen. Als Voraussetzung für die bauliche Umsetzung nennt das Ministerium zudem Fördermittel durch den Bund. In Holzkirchen sei man in Vorleistung gegangen.

Gleichwohl wird die sogenannten Vorplanung der Strecken von Holzkirchen nach Lenggries und Bayrischzell vorangetrieben. Dabei sollen, so der Ministeriumsvertreter, viele technische Grundlagenfragen geklärt werden. Am Beispiel der Brücken geht es etwa darum, ob die Bauwerke angehoben werden können oder die Gleise abgesenkt werden müssen. Zur Vorplanung gehört auch eine erste Kostenermittlung. Nach der Vorplanung werden eine Entwurfsplanung und eine Kosten-Nutzen-Untersuchung folgen. Dafür ist langer Atem nötig. Ein Jahr sei nicht zu nennen, sagt das Ministerium. In gewisser Weise sei man aber dennoch bereits vorbereitet auf eine neue Zukunftstechnologie. Die neuen Dieselzüge der Bayerischen Regiobahn (BRB) sind nur geleast, sagt der Sprecher. „Die kann man, wenn es nötig ist, auch austauschen.“ Von Christoph Schnitzer

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