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Damit man gar nicht erst in Versuchung kommt, Wasser in Plastikflaschen zu kaufen, rät Autorin Bettina Kelm, morgens eine Trinkflasche von daheim mitzunehmen. (Symbolfoto)

„Jeder kann etwas machen, jetzt, hier und heute“

Leben ohne Plastik: Tipps und Tricks von Experten aus Bad Tölz-Wolfratshausen

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Das Bewusstsein um Thema Plastik ist gestiegen. Trotzdem hapert es laut Experten an der Umsetzung. Praktische Tipps für den Alltag.

Bad Tölz-Wolfratshausen - Wer Plastik aus seinem Alltag verbannen will, sollte sich vom Perfektionismus verabschieden. „Hundertprozentig plastikfrei leben kann niemand“, sagt Ökologin und Naturpädagogin Melanie Eben. Bei elektronischen Geräten sei es schier unmöglich, ohne Plastik auszukommen. Es gebe aber viele einfache Sachen, bei denen man sich leicht umorganisieren könne. „Jeder kann etwas machen, jetzt, hier und heute“, so die Lenggrieserin. Eben stellt vieles selbst her und kauft Lebensmittel in Gläsern, die sich wiederbenutzen lassen.

Auch Diana Meßmer vom Bund Naturschutz hat bereits einiges in ihrem Alltag umgestellt. „Auf dem Markt kann ich viel abdecken, indem ich meine eigenen Dosen mitbringe“, sagt sie. Den Rest kaufe sie in Unverpackt-Läden. „Ich gehe nur noch selten in Supermärkte und hasse es inzwischen, dort einzukaufen.“

Der Top-Tipp von Autorin Bettina Kelm lautet, morgens neben Handy und Geldbeutel auch immer einen Edelstahlbecher für Kaffee sowie eine Trinkflasche mitzunehmen. „Man muss sich von Bequemlichkeiten lösen“, findet die Bichlerin. So habe sie es geschafft, im Verpackungsbereich nahezu plastikfrei zu leben. Doch sie betont ebenfalls, dass es lediglich um eine Plastikreduduktion gehe. „Frei würde bedeuten, im Krankenhaus auf die Spritze zu verzichten“, erklärt Kelm. Sie selbst habe etwa To-Go-Verpackungen einfach gestrichen. Um keine Produkte mit Mikroplastik zu kaufen, prüft sie diese über den Einkaufsratgeber vom Bund Naturschutz. Überhaupt sei Recherche das Entscheidende – in allen Lebensbereichen. „Ich stelle mir immer die Frage, ob etwas umweltfreundlich ist und ob es Leid verursacht hat.“ Kelms Credo: Ein Leben pro Planet.  sw

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