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Gesperrt seit fast drei Jahren ist etwa ein Drittel des Spielgartens am Lebenshilfe-Kindergarten. Der Elternbeirat fordert dringend eine Änderung.

Lebenshilfe-Kindergarten

Lebenshilfe-Kindergarten: Kleinsten fehlt Platz zum Toben

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Vielen Müttern und Vätern reißt langsam der Geduldsfaden: Der neue Spielgarten der Lebenshilfe-Kindertagesstätte sollte längst fertig sein. Stattdessen ist der alte seit Jahren zum Teil gesperrt. Aus Sicht des Elternbeirats fehlt den Kleinen Platz zum Toben.

Bad Tölz – Ein kleines Klettergerüst, ein Sandkasten und acht Fahrzeuge: Mehr gibt der Garten der Kindertagesstätte an der Bairawieser Straße in Bad Tölz derzeit nicht her. Zu wenig für rund 80 bewegungsfreudige Buben und Mädchen, moniert der Elternbeirat. Zumal etwas mehr als ein Drittel des Gartens seit fast drei Jahren gesperrt ist. Dabei versprach die Lebenshilfe, die den Kindergarten betreibt, bereits für das erste Halbjahr 2017 einen neuen Spielgarten auf rund 800 Quadratmetern. Der Elternbeirat spricht von einer „untragbaren Zerreißprobe für alle Beteiligten“ und fragt: „Wann wird Abhilfe geschaffen?“

Das hängt davon ab, ob die Pläne im zweiten Anlauf von der Stadt genehmigt werden, sagt Lebenshilfe-Geschäftsführer Franz Gulder. Der erste Entwurf war im August abgelehnt worden. 160 000 Euro hätte dessen Realisierung gekostet. Aus Sicht der Stadt viel zu viel Geld. Nicht mehr als 50 000 Euro dürfe die Neugestaltung des Gartens kosten.

Das hätten die Betroffenen gerne früher gewusst, sagt Claudia Gutiérrez Patiño, Vorsitzende des Elternbeirats. Das Gremium war ebenso in die Planungen involviert wie die Kinder und die Erzieher. Da ihnen keine finanzielle Obergrenze gesetzt worden war, verwirklichten sie auf dem Papier viele kostspielige Träume wie einen Wasserlauf. „Die Vorstellungen, was so ein Garten kosten darf und was nicht, liegen sehr weit auseinander“, fasst Gulder das Grundproblem zusammen.

Aus seiner Sicht ist es der beauftragten Architektin nun aber gelungen, die Wünsche von Eltern, Kindern und Erziehern sowie die finanziellen Vorgaben der Stadt unter einen Hut zu bringen. Allerdings liegen die Kosten immer noch bei 80 000 Euro plus Mehrwertkosten – also 30 000 Euro höher, als die Stadt wollte. Die Differenz legt die Lebenshilfe drauf – obwohl das Gelände und das Gebäude der Stadt gehören, betont Gulder. Die Stadt selbst hat einen Zuschuss von 20 000 bis 30 000 Euro in Aussicht gestellt, wenn sie mit den überarbeiteten Plänen einverstanden ist.

Diese sehen einen Naturgarten mit zahlreichen Wegen, Höhlen und Tunneln vor. Unter anderem soll es einen Seilgarten geben, eine Doppelrutsche, mehrere Sandkästen, einen kleinen Schlittenberg, ein Werkzeughaus und ein Tipi. Gestrichen wurde auf Wunsch der Stadt zum Beispiel der geplante Wasserlauf – aus hygienischen Gründen. Gulder will die Pläne noch diese Woche einreichen. Segnet sie der Stadtrat ab, wäre ein Baubeginn im nächsten Frühjahr realistisch.

Das würde auch Gabi Hofmann begrüßen. Die Leiterin der Kindertagesstätte versteht den Ärger der Eltern. „Klar, der Garten ist sehr beengt.“ Daran wird sich bis zum Beginn der Arbeiten aber nichts ändern – auch wenn der Neubau der Von-Rothmund-Schule bereits seit Sommer fertig ist. Er war nämlich der Grund, warum ein Drittel des Gartens der Kindertagesstätte seit dem Frühjahr 2015 gesperrt ist: Das Areal wurde als Zufahrt für die Baufahrzeuge benötigt. Das Gelände jetzt noch anzupassen, würde sich aus Sicht der Lebenshilfe nicht lohnen. „Es zieht sich leider alles sehr hin“, bedauert Hofmann.

Sie hofft ebenso wie Gulder, dass die neuen Pläne durch den Stadtrat gehen und sich die Wogen wieder glätten. Zusätzlich für Ärger unter den Eltern sorgt derzeit allerdings auch die Erhöhung der Beiträge um zehn Euro pro Monat – trotz der Einschränkungen im Außenbereich. Diesen Vorwurf lässt Gulder nicht gelten. „Im Vergleich zu anderen Einrichtungen sind wir immer noch günstig.“

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