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Lebensmittel-Kontrollen im Tölzer Land

Hygienemängel in Bäckereien kommen vor

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Kontrolleure stellen immer wieder Hygienemängel in den Landkreis-Bäckereien fest. Laut Landratsamt werden sie aber vorbildlich beseitigt. Der Innungs-Obermeister sagt: „Wo mit Lebensmitteln gearbeitet wird, sind Schädlinge.“

Bad Tölz-Wolfratshausen – Schimmel im Brot, Schaben und Mäusekot in der Backstube: Die Organisation Foodwatch deckte zuletzt gravierende Hygienemängel in bayerischen Großbäckereien auf. Mit am schlimmsten waren die Zustände bei der Bäckerei Bachmeier, die auch im Landkreis Filialen betreibt – und zwar im Kaufland Bad Tölz, im Eglinger Netto-Markt sowie im Wolfratshauser Rewe.

„Unserer Einschätzung nach kann man die hygienischen Zustände der Bäckereien im Landkreis als gut bezeichnen, auch im bayernweiten Vergleich“, erfährt man von den Lebensmittel-Kontrolleuren im Landratsamt auf Nachfrage. Foodwatch hatte bei den bayerischen Behörden nach Hygienemängeln zwischen 2013 und 2016 gefragt. Im Landkreis gab es seit 2013 laut Landratsamt „Mängel verschiedener Art“. Meist seien es „geringfügige Verstöße“ gewesen.

Bei den 120 planmäßigen Kontrollen stellte die Behörde Nachlässigkeiten bei der Reinigung und bei der Produkt-Kennzeichnung fest. Vereinzelt berichten die Kontrolleure auch von „nicht unerheblichen Reinigungsmängeln“ an Maschinen. Ein öffentlicher Rückruf von Backwaren oder gar Betriebsschließungen seien aber nicht nötig gewesen. Die Bäckereien hätten die Mängel nach Aufforderung beseitigt.

Zu einzelnen Filialen macht das Landratsamt keine Angaben. Laut Gesetz müssen Kontrollergebnisse nur veröffentlicht werden, wenn Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung besteht. Also wenn Waren zurückgerufen oder ein Betrieb geschlossen werden muss. Dahinter steckt eine Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs aus dem März 2013. Sie kippte eine Bundesvorschrift, nach der auch bei weniger gravierenden Mängeln die Öffentlichkeit informiert werden sollte.

30 backende Betriebe gibt es im Landkreis. Zweimal im Jahr wolle man jeden kontrollieren, schreibt Landratsamts-Sprecherin Sabine Schmid. Die Kontrollfrequenz ergebe sich aus einer Risiko-Analyse: Im Schnitt werden Bäcker mit geringen Mängeln ungefähr alle 10 bis 18 Monate kontrolliert. Sind die Mängel gravierend oder werden nicht beseitigt, kommen Nachkontrollen hinzu. Davon gab es im Landkreis seit 2013 insgesamt 19.

Mindestens dreimal pro Jahr komme ein unangekündigter Kontrolleur in seine Königsdorfer Backstube, berichtet Konrad Stelmaszek, Obermeister der Bäcker-Innung Miesbach/Bad Tölz-Wolfratshausen. „Wo mit Lebensmitteln gearbeitet wird, sind Schädlinge.“ Auf deren Eindringen hätten die Bäcker oft keinen Einfluss. Man bekomme Mehl in Säcken geliefert. In seltenen Fällen seien zum Beispiel Käfer darin. Man mache „Sichtungsproben“, könne aber nicht in jeden Sack schauen. Vielmehr komme es darauf an, bei Befall sofort zu reagieren. In Stelmaszeks Backstube gebe es mehrmals im Jahr interne Hygieneschulungen, an denen die Mitarbeiter teilnehmen müssten. Darüber hinaus engagiere man dreimal pro Jahr einen Schädlingsbekämpfer. Reinigungsarbeiten protokolliere man – genau wie die Temperaturen bei der Lieferung verderblicher Ware wie Milch.

Dass nicht jede Kontrolle öffentlich wird, ist Stelmaszek recht: „So etwas steht auf ewige Zeit im Internet, auch wenn die Mängel längst beseitigt sind. Schlechte Nachrichten verbreiten Menschen und Medien eben eher.“

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