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Leonhardi: Bauern in der Minderzahl

Bad Tölz - Bei der Leonhardi-Nachbesprechung wurde eine positive Bilanz gezogen: Keine Unfälle und eine schöne Atmosphäre. Veränderungen wird es aber geben.

„Die heurige Leonhardifahrt war schön, das Wetter durchwachsen, die Atmosphäre familiär.“ Mit dieser Zusammenfassung umschrieb Bürgermeister Josef Janker kurz und bündig den Verlauf der 161. Wallfahrt, die diesmal an einem Montag stattfand. Dass der Festtag immer wieder Anlass gebe, dass Familien oder Freunde, sich in Tölz treffen, sei eine erfreuliche Sache, so Janker.

Die Nachbesprechung, die alljährlich vom Historischen Verein im Gasthof Zantl abgehalten wird, war diesmal nur spärlich besucht – wohl auch deshalb, weil es am Festtag keine besonderen Vorfälle oder Probleme gegeben hatte. „Der Tag verlief unfallfrei und sicherheitstechnisch ohne Komplikationen“, erläuterte der Bürgermeister.

Abgesehen von dem Vorkommnis mit dem Taxi, das wohl etwas leichtfertig zu nahe an einem Gespann vorbeifahren wollte. Bedauerlich sei der Unfall, der sich im Vorfeld bei einer Probefahrt in Wackersberg ereignet hatte. „Dorthin möchten wir unsere besten Genesungswünsche übermitteln“, so Janker und Leonhardilader Anton Heufelder.

Viel Lob und Dank seitens der Rosser und Wallfahrer habe es gegeben für die befestigte Wiese auf dem Kalvarienberg, berichtete Heufelder. Die Stadt habe sich das Aufschottern und den Umbau des Areals zu einer festgrundigen Magerwiese einiges kosten lassen. „Aber die Teilnehmer wissen das schon zu schätzen.“

Sehr zufrieden sei man außerdem mit der Lautsprecheranlage, über die man den Gottesdienst mithören könne. Schön sei ebenso der Abschluss des Festtages gewesen, fügte Sebastian Lindmeyr vom Historischen Verein hinzu: Stadtpfarrer Peter Demmelmair habe „versuchsweise“ am Nachmittag um 16 Uhr eine Andacht in der Stadtpfarrkirche abgehalten, die regen Zuspruch fand. Es habe dazu die Anregung gegeben, ob sich nicht der Beginn dieser Andacht mit dem Aufspielen der Stadtkapelle in der Marktstraße zeitlich besser voneinander trennen ließe. Claus Janßen, dem Vorsitzenden der Historischen, war aufgefallen, dass die Miedermadln auf einem Wagen trotz des kalten Wetters weder Fuchspelz noch Tuch um den Hals hatten. „Kasteien muss man sich wirklich nicht“, so Janßens Meinung.

Nicht so recht passend fand Gespannführer Werner Gorn die Tatsache, dass zwei Fuhrwerke mit ihrem Oktoberfestgeschirr „lehardsfahren“ würden. Außerdem kritisierte er, dass manche Zeitungen zwei Jahre nach dem Unfall eines Gespanns auf dem Kalvarienberg immer noch Unglücksfotos von damals abbilden. „Das muss man den betroffenen Leuten doch nicht antun.“

Grundsätzlich nicht übersehen dürfe man, so eine weitere Wortmeldung, dass bei der seit jeher als überwiegend bäuerlich deklarierten Leonhardifahrt zur Bitte um Schutz für Haus, Hof und Vieh aufgrund des fortschreitenden, aber öffentlich kaum bemerkten Höfesterbens die bäuerlichen Teilnehmer mittlerweile eine Minderheit geworden seien. „Es geht jetzt eben darum, dass jeder Einzelne sein persönliches Anliegen dazu findet“, meinte Janßen.

Solche Veränderungen werde es in Zukunft vielleicht noch stärker geben, sagte Lindmeyr. „Umso besser, dass die Wallfahrt jetzt auf der bayerischen Liste des immateriellen Kulturerbes steht. Denn da ist der Kern der Sache festgehalten.“

Rosi Bauer

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