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Großereignis Leonhardi: Für den Fall, dass etwas nicht nach Plan läuft, halten sich zahlreiche Helfer bereit. 

Heute ist 164. Wallfahrt

Leonhardi-Fahrt in Tölz: Das sind die Helfer im Hintergrund

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Damit bei der 164. Leonhardi-Fahrt alles reibungslos klappt und bei einem Notfall die Retter schnell zur Stelle sind, gibt es ein Konzept.

Bad Tölz –Bei der Tölzer Leonhardifahrt ziehen heute die geschmückten Wagen, die imposanten, liebevoll herausgeputzten Pferde und die Wallfahrerinnen in Schalk und Mieder die Blicke auf sich. Sehr wichtig für den großen Festtag sind aber auch die Menschen, die sich im Hintergrund für den Fall bereit halten, dass etwas nicht nach Plan läuft. 26 Ehrenamtliche des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) sowie das Team der Asklepios-Stadtklinik sind bestens vorbereitet.

Gegenüber den Vorjahren „ein bisschen anders aufgestellt“ ist nach Auskunft von Einsatzleiter Andrej Fedorenko (32) der Sanitätsdienst des BRK. Was als eine Art „Highlight“ neu ist: Ein Einsatzmotorrad wird bereitstehen. Darauf sitze ein „hochqualifizierter Notfallsanitäter“, ausgestattet mit der nötigen Ausrüstung. Im Fall der Fälle könne sich das Motorrad schneller den Weg bis zur Einsatzstelle bahnen als ein Rettungswagen, so die Überlegung.

Im Gegenzug wurde laut Fedorenko die Zahl der Fußtrupps auf zwei reduziert. Die Trupps bestehen jeweils aus zwei bis drei Helfern und begleiten die Wallfahrt von der Aufstellung im Badeteil bis hinauf auf den Kalvarienberg. „Bei ihnen hat sich gezeigt, dass der Zeitvorteil bis zur Ankunft an der Einsatzstelle nicht immer gegeben ist“, erklärt Fedorenko. Der Einsatzleiter gibt zu bedenken, dass diese Freiwilligen einen 27 Kilogramm schweren Einsatzrucksack mit sich herumschleppen.

Übers Stadtgebiet verteilt sind nicht zuletzt fünf Einsatzfahrzeuge des BRK vor Ort – „vom Rettungswagen bis zum Mannschaftstransportwagen“, so Fedorenko. Auf dem Kalvarienberg stellt das BRK wieder eine Unfallhilfsstation auf, besetzt mit einem Notarzt und fünf Helfern.

Die vergangenen Jahre haben laut Fedorenko gezeigt, dass die Sanitäter kaum noch wegen alkoholbedingter Gesundheitsprobleme eingreifen müssen. Zu versorgen seien in der Regel vielmehr Menschen, die mit Kreislaufproblemen umkippen – „zum Beispiel ältere Menschen, die sehr früh aufgestanden sind und zwischendurch nichts gegessen haben“. Außerdem müssen die Sanitäter darauf eingestellt sein, dass sich jemand bei einem Unfall verletzt – so wie vergangenes Jahr, als auf Höhe des Khannturms ein Pferd mitsamt Reiter stürzte. Er brach sich das Schlüsselbein. Vorsichtshalber durchgespielt hat das BRK-Team auch weitreichendere Szenarien wie einen „Massenanfall an Verletzten“.

Fedorenko selbst wird während der Leonhardifahrt gemeinsam mit Vertretern von Polizei und Feuerwehr im gemeinsamen Lagezentrum in der Polizeiinspektion auf der Flinthöhe sitzen. Dank neuer Technik, die heuer erstmals zum Einsatz kommt, kann er dabei live die aktuelle Position jedes einzelnen Helfers mitverfolgen. Per Tastendruck am Funkgerät können die Sanitäter zudem jederzeit ihren aktuellen Status durchgeben – zum Beispiel „im Einsatz“ oder „unterwegs zur Einsatzstelle“.

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Mit „besonders vielen Einsätzen“ rechnen Ärzte und Pflegekräfte der Notaufnahme an der Asklepios-Stadklinik. „Am Leonharditag verzeichnen wir grundsätzlich etwas mehr Fälle als sonst“, sagt der Ärztliche Leiter der operativen Disziplinen der Notaufnahme, Raimund Novak. Im vergangenen Jahr musste der gestürzte Reiter operiert und anschließend stationär weiterversorgt werden. „Darauf sind wir auch in diesem Jahr wieder gut vorbereitet“, sagt Novak. Er hat seine gesamte Mannschaft an Bord. Zudem würden bei Bedarf weitere Ärzte aus dem Hintergrunddienst für die Notaufnahme abgestellt.

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Auch die Bereitschaftspraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) an der Asklepios-Stadtklinik ist besetzt. Die Praxis im Erdgeschoss des Krankenhauses ist an Samstagen, Sonn- und Feiertagen jeweils von 9 bis 21 Uhr sowie Mittwoch und Freitag jeweils zwischen 16 und 21 Uhr geöffnet.

„Die Praxis ist die zentrale Anlaufstelle für Patienten, die nicht lebensbedrohlich erkrankt sind, nicht in der Notaufnahme behandelt werden müssen, aber außerhalb der üblichen Sprechstundenzeiten der Haus- und Fachärzte eine ambulante medizinische Versorgung benötigen“, so Novak. „Die Patienten mit ambulant zu behandelnden Erkrankungsbildern werden direkt an die Bereitschaftspraxis übermittelt.“

Zwölf Jahre lang waren Anahid Klotz und ihre Esel Teil der Murnauer Leonhardifahrt. Beim Segen des „Bauernherrgotts“ am Mittwoch werden sie jedoch nicht mit dabei sein.

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