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Das erfolgsverwöhnte Siegerteam der Berwacht (v. li.): Hans Schilling, Mathias Werth, Sepp Beham, Benedikt Hoch, Anton Steinbacher, Michael Kell und Martin Fleischer.

Das letzte Blaulichtrennen am Draxlhang?

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Die Bergwacht hat das 44. Blaulicht-Rennen gewonnen. Aber es gibt ein paar Schwierigkeiten hinter den Kulissen.

Bad Tölz – Eigentlich war es wie immer: Auch die 44. Ausgabe des sogenannten „Blaulicht-Rennens“ – also des Kameradschafts-Riesenslaloms für alle Tölzer Rettungskräfte, die ein Blaulicht führen dürfen – hat auch heuer die Mannschaft der Bergwacht gewonnen. Sie siegte vor der Tölzer Feuerwehr, der Polizeiinspektion Bad Tölz und der BRK-Sanitätsbereitschaft aus der Kurstadt.

Auch der Auftakt am frühen Samstagmorgen auf dem Draxlhang bei Wegscheid war wie immer: Zum Start fuhr Andreas Mayer das „Blaulicht“ mit lautem Sirenengeheul auf einem Skibob durch die Riesenslalom-Tore, und zwar bereits zum 20. Mal. Cheforganisator Georg Eibl hatte heuer schon im Vorfeld mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen. Da der Gaißacher Jägerwirtssaal, der traditionelle Veranstaltungsort der Siegerehrung, bekanntlich nicht mehr zur Verfügung steht, begann eine lange Suche nach einer neuen Lokalität. Untergekommen sind die „Blaulichter“ schließlich im Salettl des Gasthofs Fischbach. „Das ist zwar nicht so groß, dafür wird’s aber für alle etwas kuscheliger“, so Eibl.

Weit größere Auswirkungen hat der Ärger mit dem Liftbetreiber am Draxlhang, die der Organisator mit den Worten „technische Probleme“ freundlich umschrieb. Zuerst wollten einige Teilnehmer nicht einsehen, dass sie – wie üblich – die Gebühr für die Bergfahrt entrichten mussten. Als sich dann noch einzelne, ohne zu bezahlen, in den Lift schmuggelten, war der Liftbetreiber endgültig bedient. „Das war wohl heuer das letzte Rennen, das wir am Draxlhang ausrichten konnten“, musste Eibl zugeben.

Letztlich hatten aber alle Rettungskräfte Freude an der Möglichkeit, einmal ohne Zeitdruck und ohne Unfallgeschehen zusammenzukommen und im geselligen Kreis Erfahrungen auszutauschen. In sportlicher Hinsicht hatte die Polizei das Nachsehen. Sie stellte zwar mit Madeleine und Sigi Halemba sowie Klaus Hohenreiter die drei schnellsten auf der Skipiste. Für das Mannschaftsergebnis reichte es dennoch nur zu einem hinteren Platz. „Da fehlt’s halt an der Masse“, erklärte Sigi Halemba. „Wir sind froh, dass wir überhaupt noch neun Skifahrer für das Team zusammengebracht haben. Die anderen Guten sind verletzt oder wollten einfach nicht mehr.“

Auch wenn sich die Verantwortlichen des Blaulicht-Rennens jetzt wohl auf die Suche nach einer neuen Rennstrecke machen müssen, soll die Tradition des Kameradschafts-Laufs auch 2019 aufrechterhalten bleiben.

Ergebnisse

Mannschaftswertung: 1. Bergwacht (Anton Steinbacher, Michael Kell, Martin Fleischer, Martin Harrer, Sepp Beham, Mathias Werth, Hans Schilling, Benedikt Hoch, Florian Hintermaier) 6:55:05; 2. FFBT (Barbara Herl, Josef Steinbacher, Tobias Kunert, Norbert Schilk, Josef Kotterisch, Bodo Dreisbach, Michael Lindmair, Karl Murböck, Markus Koppenmüller) 7:05,97; 3. Polizei (Madeleine Halemba, Klaus Hohenreiter, Sigi Halemba, Thomas Schuhbauer, Florian Schedler, Stefan Karl, Dennis Bülow, Markus Breuer, Ronny Deutschendorf) 7:16,41; 4. BRK (Thomas Ullmann, Sebastian Scheiblauer, Manuel Renz, Miriam Hoff, Lisa Liszkowiski, Magdalena Martin, Clemens Schmidbauer, Christian Würmseer, Sigi Held) 7:42,77.

Allg.: 1. Madeleine Halemba (Polizei) 43,18; 2. Barbara Herl (FFBT) 43,95; 3. Anton Steinbacher (Bergwacht) 44,68.

AK I:1. Klaus Hohenreiter (Polizei) 43,29; 2. Thomas Ullmann (BRK) 45,67; 3. Benedikt Hoch (Bergwacht) 47,70.

AK II: 1. Michael Kell (Bergwacht) 45,00; 2. Martin Fleischer (Bergwacht) 45,11; 3. Thomas Schuhbauer (Polizei) 45,48.

AK III: 1. Sigi Halemba (Polizei) 43,94; 2. Josef Steinbacher (FFBT) 45,01; 3. Martin Harrer (Bergwacht) 45,32.

AK IV:1. Karl Murböck (FFBT) 49,43; 2. Hermann John (FFBT) 52,60; 3. Ronny Deutschendorf (Polizei) 55,83.
AK V:1. Norbert Schilk (FFBT) 46,97; 2. Hans Ranhart (FFBT) 55,70; 3. Eduard Bauer (BRK) 1:00,92.

AK VI:1. Dr. Rudi Forstner (Bergwacht) 55,53; 2. Reinhold Bauer (FFBT) 57,84.

AK VII:1. Josef Kotterisch (FFBT) 47,06; 2. Dr. Eckhard Fadinger (FFBT) 55,46.

AK IX: 1. Heinz Maiwert (FFBT) 1:11,41.

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