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Was darf es denn sein? Stefanie Thierfelder in der Parfümerie Wiedemann mit bereits weihnachtlich verpackten „Last-minute-Geschenken“.  

Weihnachtsgeschenke 

In letzter Minute: Parfüm oder Goldbarren?

Bad Tölz – In zwei Tagen ist Heiliger Abend. Es muss noch ein Geschenk her, in der sprichwörtlich letzten Minute. Oft darf es auch wirklich etwas kosten. Die Einzelhändler sehen dieser Art von Käufern gelassen entgegen.

Es gibt sie wirklich, die Männer, die am 24. Dezember noch kein Weihnachtsgeschenk für ihre Frau haben, bestätigt Sophie Kranz von der Parfümerie Wiedemann. Das kann ein sehr lukratives Geschäft bedeuten. „Da ist dann der Preis auch mal nebensächlich und es darf 500 Euro kosten“, berichtet sie. Diesen Wert erreichen sehr hochwertige Pflegecremes oder Parfüms. Aber auch eine Kleinigkeit wie ein Duschgel werde als „Last-minute-Geschenk“ gerne gewählt. Die Parfümerie hat an Heiligabend bis 13 Uhr geöffnet.

Natürlich kommt „Mann“ beim Geschenk auf den letzten Drücker kaum an Schmuck vorbei. Es darf aber in den vergangenen Jahren auch immer mehr ein Goldbarren sein. Verkäuferin Yvonne Heller von „my gold“ berichtet, dass solche Stücke unter 100 Euro sich immer größerer Beliebtheit erfreuen.

Junge Männer, die für ihre Mütter noch ein Geschenk brauchen, gehen gern zu Monika Poschenrieder vom Gasthaus „Walgerfranz“. Die Gutscheine seien generell gefragt als Weihnachtsgeschenk, „aber die stellen wir natürlich auch noch am 24. gerne aus“, schmunzelt die Wirtin. Auch per E-Mail erhält sie Anfragen nach Gutscheinen, die sie schickt dann per Post zuschickt. Viele holen das Geschenk persönlich ab, „dann sind die Gutscheine schön verpackt“, verrät Poschenrieder.

Unter „Letzte-Minute-Einkäufern“ leidet Beate Reindl, Inhaberin des „Rendezvous der Genüsse“ am Tölzer Amortplatz weniger, ihre Kunden bestellen vor. Aber auch am 24. Dezember würden Präsentkörbe noch bis 12 Uhr individuell zusammengestellt, süß oder herzhaft. Im Sortiment von Pralinen, Wein, Kaffee, Nudeln oder Gewürzen und Salzen seien Geschenke im Wert zwischen zwei bis 200 Euro und darüber dabei, so Reindl.

Für „Verzweiflungstäter“ sind auch die Türen der Buchhandlung Urban an Heiligabend geöffnet. „Es gibt alle Jahre einige, und die nehmen alles mögliche“, erklärt Verkäuferin Dörthe Merz, „sie lassen sich von Exemplaren im Schaufenster inspirieren oder von uns beraten.“ Auf Lager hat das Geschäft Bücher über Bayern, Bildbände, Klassiker und Biografien. „Am 24. Dezember schließen wir offiziell um 12 Uhr, aber es ist immer ein bisschen open end“, verrät Merz.

Nur im Tölzer Kasladen gehen die Uhren anders. „Beim Essen bereitet man sich anders vor“, erklärt Affineur Wolfgang Hofmann. „Last-minute-Käufer sind bei uns eher die Ausnahme.“ Der Kasladen liefert per Internetbestellungen deutschlandweit aus. „Wir merken: Man gönnt sich für Weihnachten was Besonderes.“

Solche Kunden gehen traditionell auch gern zum Spirituosengeschäft Max Schwaighofer. „Manche Kunden sehen wir jedes Jahr am 24. Dezember“, schmunzelt Hannes Janßen, der mit routinierten Händen eifrig Flaschen verpackt. „Unser Lebkuchenlikör ist ein gefragtes Geschenk, und heuer auch unser neuer Marillenlikör.“ Beides wird bis 13 Uhr an Heiligabend noch zu bekommen sein.

Birgit Botzenhart

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