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Der höchstgelegene Leuchtturm Deutschlands: Marco Paulo mit einem Modell seines Kunstwerks, das im Original fünf Meter hoch sein soll.

Umstrittenes Kunstprojekt 

Leuchtturm an der Isar: Verschönerung oder Verschandelung?

Ein Leuchtturm an der Isar: Das Kunstprojekt von Marco Paulo in Bad Tölz stößt auf unterschiedliches Echo. Touristen sind angetan, die Stadt hingegen kann sich nicht zu einer Entscheidung durchringen.

Bad Tölz Ein Leuchtturn an der Isar? „Es wäre der höchstgelegene Deutschlands“, erklärt der Tölzer Künstler Marco Paulo, „damit könnten wir einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde erreichen.“ Dem vierfachen Handwerksmeister geht es aber nicht um das Guinnessbuch, sondern um die Botschaft, die mit dem Leuchtturm verbunden ist. „Für mich steht ein Leuchtturm für Wegweisung, für ein Zeichen in schwierigen Zeiten, für auf Kurs bleiben, für Strahlkraft, Zielrichtung und für Ankommen“, erklärte Paulo beim Fototermin an der Bürgermeister-Stollreither-Promenade, 250 Meter isarabwärts vom Fußgängersteg.

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Sein Kunstprojekt würde in der Wiese an der Isar stehen, eingebettet in die Natur und eineinhalb Kilometer entfernt vom Stadtzentrum. „Er wird weiß blau sein und auch leuchten“, so Paulo. Die fotovoltaik-betriebene LED-Lampe spende nur diffuses Licht und würde um 22 Uhr automatisch abgeschaltet, um Insekten nachts nicht zu irritieren.

„Sicherheit und Stabilität“ werde nicht nur durch den Turm vermittelt, sondern durch die Bauart auch gewährleistet. „Ein hiesiger Bauunternehmer und ein Statiker gehen beim Bau zur Hand“, so Paulo.

Fünf Meter hoch soll das Original werden, mit rund einem Meter Durchmesser. Vergangenen Sommer bewarb sich der Maler, Stuckateur, Lackierer und Raumausstatter – er erwarb vier Meistertitel – mit vier Projekten beim Kulturpreis des Landkreises, der Leuchtturm gewann. Bis September 2019 kann ich knapp 1200 Euro abrufen“, sagte Paulo. Aber damit sind längst nicht alle Kosten gedeckt. Der Künstler kalkuliert mit 4000 Euro Gesamtkosten, woran er aber noch nichts verdient. „Ich werde auf Spenden angewiesen sein.“

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Zwei bekannte Kunstprojekte schuf der gebürtige Saarländer bereits für die Stadt, die „Brücke der Menschlichkeit“ unterhalb des Blomberghauses und das Labyrinth im Franziskanergarten. Jetzt wartet er auf die Genehmigung durch die Stadt.

Bürgermeister Josef Janker vertröstete ihn mit dem Hinweis auf das Überschwemmungsgelände, in welchem der Leuchtturm stehen soll. Darauf machte ihn auch Stadtbaumeister Hannes Strunz aufmerksam und bat um genaue Pläne. In diesem Schreiben vom März 2019 ist auch zu lesen, es müsse geprüft werden, ob es sich „um eine Verschönerung oder eine Verschandelung“ handle.

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Seitdem wartete Paulo auf eine Absage oder eine Genehmigung des Leuchtturms. Erst dann kann er zu Spenden aufrufen. Sein Modell fand schon rege Aufmerksamkeit bei Spaziergängern. Paulo wurde beim „Aufräumen“ gefragt, wann denn der Leuchtturm endgültig stehe. Eine Möwe segelte derweil gelassen über den Fluss.

Von Birgit Botzenhart

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