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Die Buchbergklinik war jetzt Schauplatz einer Protestaktion, die jedoch weitgehend unbemerkt blieb.

Linker Protest an der Buchbergklinik

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Bad Tölz - Während im Landkreis gerade das Gebahren von Asklepios in der Kritik steht, versucht nun ein linkes Aktionsbündnis, die Aufmerksamkeit auf einen anderen Klinik-Konzern zu lenken. Eine Gruppierung namens Rabatz teilt mit, dass sie vor der Tölzer Buchberg-Klinik gegen Lohn-Dumping demonstriert habe. Doch wer und was steckt hinter dieser Aktion?

Laut „Rabatz“ verteilte ein Dutzend Aktivisten in und um die Klinik an der Wengleinstraße rund 500 Flugblätter. Dort heißt es über den Median-Konzern, der 120 Kliniken und Reha-Einrichtungen betreibt: „Das Management kündigte bestehende Tarifverträge und erklärte, für neue Tarifverhandlungen mit Verdi nicht zur Verfügung zu stehen. Im schlimmsten Fall gelten künftig nur noch die gesetzlichen Mindeststandards. Die Gehälter sollen vor Ort über ,flexible Lohnmodelle‘ an die Marktlage angepasst werden.“ Rabatz-Sprecherin Anna Jade bezeichnet Median als „Fertigmacher, Betriebsratsfresser, Lohndrücker und skrupellose Profit-Maximierer“.

Die Klinikbetreiber schildern den Ablauf der Aktion anders. „Die Demonstration wurde wegen der geringen Beteiligung vom Klinikpersonal zunächst gar nicht bemerkt“, erklärt Median-Sprecherin Uta Reichhold. „Nur dadurch, dass die – nicht mehr als acht – anwesenden Personen die Klinik betraten, wurde man auf sie aufmerksam. Wenige Minuten später hatten diese die Klinik bereits wieder verlassen. Die Flugblätter, die sie in der Cafeteria und im Empfangsbereich verteilt hatten, wurden vom Klinikpersonal eingesammelt.“

Inhaltlich reagiert der Median-Konzern mit Unverständnis auf die aus seiner Sicht „falschen Vorwürfe“ und „grotesken Aktionen“ wie in Bad Tölz. Nicht Median, sondern Verdi habe vor einem Jahr den Tarifvertrag gekündigt. Median habe die Fortsetzung der Tarifverhandlungen im Frühjahr 2016 wegen der „sehr starren Haltung der Gewerkschaft“ abgelehnt. Direkte Gespräche zwischen Median und Betriebsräten hätten seither in vielen Kliniken „zur deutlichen Erhöhung der Gehälter durch außertarifliche Gehaltszulagen“ geführt, so Reichhold.

Die Buchberg-Klinik (120 Mitarbeiter) gehört seit Frühjahr 2016 zu dem Konzern. Median fusionierte zuvor mit den RHM-Kliniken. Letztere Klinikgruppe hatte das 246-Betten-Haus 2013 gekauft. Seither gelte in der Buchberg-Klinik „ein bewährtes eigenes Lohnmodell, das sich nach Qualifikation und Leistung der Beschäftigten richtet“, so die Sprecherin. Daran habe sich durch die Fusion nichts geändert.

Wer hinter „Rabatz“ steht, ist in der Klinik laut Reichhold unbekannt. Die Demonstranten seien keine Beschäftigten der Klinik gewesen. „Der Betriebsrat hat sich gegenüber der Kaufmännischen Leitung klar von der Aktion distanziert.“

Die Pressemitteilung von Rabatz benennt Gruppen aus Rosenheim, Dachau, Wasserburg und Salzburg, deren Vertreter an der Demonstration beteiligt gewesen seien. Laut der Bayerischen Informationsstelle gegen Extremismus ist Rabatz ein Bündnis diverser Gruppen, von denen einige als linksextremistisch und gewaltorientiert zu bewerten seien und vom Verfassungsschutz beobachtet würden.

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