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In der Buchhandlung Winzerer lädt Inhaberin Petra Schenk alle Literaturinteressierten ein, die Werke von Peter Handke und Olga Tokarczuk kennenzulernen. Diese Exemplare zum Re inschmökern werden nicht verkauft, bis Nachschub eingetroffen ist – vermutlich in ein, zwei Wochen. 

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Literaturnobelpreise: Wenn Bücher zu Schätzen werden

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Nach Bekanntgabe des Literaturnobelpreises setzt in den Buchhandlungen in der Regel eine große Nachfrage ein. Auch in Bad Tölz und Umgebung hofft man, die Bücher von Olga Tokarczuk. und Peter Handke so schnell wie möglich anbieten zu können.

Bad Tölz/Benediktbeuern – „Der Tag der Bekanntgabe ist für uns immer so spannend wie das Finale der Fußball-WM“, beschreibt Melanie Kallweit, Leiterin der Tölzer Filiale der Buchhandlung Rupprecht, ihre Gefühle. Aus Erfahrung weiß sie, dass die Bücher der Geehrten für die Nachbestellungen auf den Internetseiten der Verlage „innerhalb von Sekunden weg sind“. Kallweit schätzt, dass die Bücher von Handke und Tokarczuk im Laufe von einer Woche in der Tölzer Rupprecht-Filiale erhältlich sind. „Vorrätig ist derzeit nichts.“ Nach Olga Tokarczuk hätten sich schon erste Kunden erkundigt.

In der Buchhandlung Winzerer hingegen gibt es zwei Bücher von Peter Handke und eines von Olga Tokarczuk. Allerdings: „Verkauft werden sie nicht, bis Nachschub da ist“, sagt Leiterin Petra Schenk lächelnd. Sie sieht diese drei Exemplare derzeit als „Chance für die Allgemeinheit“, die Bücher durchzublättern, reinzulesen und die neuen Literaturnobelpreisträger kennenzulernen. Auch Schenk hat Bücher geordert und hofft, dass sie in ein bis zwei Wochen in ihrer Buchhandlung eintreffen.

Bei Hubert Schöffmann, Inhaber der Buchhandlung Urban in der Tölzer Marktstraße, sind „Die Jakobsbücher“ von Olga Tokarczuk hingegen vorrätig. Die Schriftstellerin aus Polen habe den Nobelpreis „absolut verdient“, schwärmt Schöffmann. Sie schreibe „sehr opulent und atmosphärisch dicht“: „Ich mag ihren Stil“, sagt der Buchhändler. Weitere Bücher hat er nachbestellt, ebenso von Peter Handke. Nach dessen Werken gab es bislang keine Nachfrage, sagt Schöffmann. „Mein erster Eindruck ist, dass sich die Leser mehr für Olga Tokarczuk interessieren.“

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Im Klosterladen in Benediktbeuern, der größten Buchhandlung im südlichen Loisachtal, hat sich kurz nach der Bekanntgabe noch keiner nach Peter Handke oder Olga Tokarczuk erkundigt. „Unser Schwerpunkt liegt ja auch nicht auf Belletristik“, sagt Leiterin Simone Spohr. Sie würde jedoch Bücher bestellen, wenn Kunden dies wünschten.

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In der Tölzer Stadtbücherei kann man sich Bücher von Peter Handke oder Olga Tokarczuk schon ausleihen. „Nach Bekanntgabe der Preisträger haben wir gleich eine kleine Ausstellung gemacht“, sagt Magdalena Patru vom Team der Stadtbücherei. „Der Gesang der Fledermäuse“, das einzige Buch von Olga Tokarczuk im Bücherei-Bestand, sei „sofort ausgeliehen worden“. Peter Handke betreffend, können die Mitglieder der Bücherei aus 24 verschiedenen Titeln wählen. „Laut Ausleihstatistik ist er aber nicht so gefragt, im Durchschnitt ein- bis zweimal im Jahr“, sagt Patru. „Ich vermute jedoch, dass die Nachfrage nach Handkes Büchern in den kommenden Tagen steigen wird.“

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