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Ein Besuch in der Metropolitan Opera in New York bleibt für viele Musikliebhaber ein Traum. In Bad Tölz können sie ihm bald ein Stück näher kommen. 

Live-Übertragungen aus der Metropolitan Opera

Operngenuss im Kinosessel

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„Norma“, die „Zauberflöte“ oder „Tosca“ in der berühmten Metropolitan Opera miterleben: Für diesen Genuss muss man nicht unbedingt bis nach New York reisen. Ab Herbst werden die Aufführungen live im Kino am Amortplatz übertragen – für Bad Tölz eine echte Neuheit.

Bad Tölz – Seit Heide Schirdewahn mit 13 Jahren zum ersten Mal Mozarts „Entführung aus dem Serail“ auf der Bühne sah, hat sie ihr Herz „hoffnungslos an die Opernwelt verloren“, wie sie sagt. „Klassische Musik mochte ich schon immer, aber dazu kam nun noch eine Art von Märchenwelt auf der Bühne.“ Jetzt, über 50 Jahre später, wird Heide Schirdewahn sicher eine der ersten sein, die sich Eintrittskarten besorgt, um diese Märchenwelt direkt in Bad Tölz zu betreten. Denn das Capitol-Kino am Amortplatz wartet ab Herbst mit einem für Bad Tölz völlig neuen Angebot auf: Live-Übertragungen aus der Metropolitan Opera in New York.

Die Einführung dieses Angebots ist Teil der neuen Programmausrichtung des „Capitol“. Wie berichtet ließ Betreiber Roland Wolf das 1956 eingeweihte Lichtspielhaus in der Stadtmitte im Stil der 1950er-Jahre umbauen. Im Frühjahr wurde Wiedereröffnung gefeiert – mit leicht verändertem Konzept. Seither gibt es im Capitol immer wieder „besondere“ Vorführungen. Dazu gehören ab 7. Oktober an zehn Abenden die Live-Übertragungen in HD.

Zu Zeiten, als der Vorführer noch eine Filmrolle einlegte, wäre so etwas im Kino freilich nicht denkbar gewesen. Die neue Digitaltechnik sowie eine im „Capitol“ beim Umbau eigens installierte Satellitenanlage machen es nun möglich, dass die Musikliebhaber in Echtzeit Aufführungen aus einem der weltweit führenden Opernhäuser erleben können – „fast so, als wäre man dort“, wie Programmberater Michael Spiegel verspricht. Jedenfalls sei so eine Oper auf der Leinwand „ein großes visuelles Erlebnis“.

Ein großer Erfolg sind die Übertragungen aus der Met bereits in rund 200 Kinos in Deutschland und Österreich. „Sehr gut angekommen“ seien sie zum Beispiel im Hochland-Kino in Garmisch-Partenkirchen, das wie das „Capitol“ von der Firma Wolf betrieben wird. Wolf-Marketingleiterin Katha Sohnius bestätigt: „Dort gibt es Leute, die schon im Januar fragen, wann es Karten für den Herbst gibt und sich dann welche für die gesamte Spielzeit sichern.“ In Tölz, wo der Vorverkauf im Mai startete, laufe die Nachfrage ebenfalls an.

Rundum angetan vom Konzept der Oper im Kino ist auch Musikliebhaberin Heide Schirdewahn. Die Heilpraktikerin hat Anfang des Jahres die Übertragung einer Dvorák-Oper in Bad Wiessee miterlebt – und kommt aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. „Ich war begeistert von dieser besonders schönen Inszenierung des berühmten Wiener Regisseurs Otto Schenk, einem Meister der Bühne.“ Als sie jetzt im „Capitol“ das Programm für die kommende Spielzeit entdeckte, war die Tölzerin hoch erfreut. Musste sie bislang für den Operngenuss nach München fahren, sei jetzt der Aufwand deutlich geringer. „Wir brauchen uns nicht besonders in Schale zu werfen, haben aber trotzdem einen rundum inspirierenden Abend. Und das alles für uns Tölzer mitten in unserer Stadt – einfacher geht es nicht.“

Gut gefällt Schirdewahn an der Oper im Kino unter anderem, dass in den Pausen Live-Interviews mit Künstlern zu sehen sind. Außerdem komme der Zuschauer den Sängern „durch das Kamera-Auge besonders nahe“, schildert sie. „Säßen wir zum Beispiel im Münchner Nationaltheater in einem der Ränge, würde uns das schauspielerische Können der Sänger entgehen. Das ist schade, denn die Mimik der Opernsänger ist heutzutage eine wichtige und nicht mehr weg zu denkende Komponente.“

Bei den Betreibern des „Capitol“ laufen derzeit noch die Überlegungen, wie sich im Kino auch mit Hilfe eines Rahmenprogramms ein wenig Opern-Flair verbreiten lässt, etwa mit Sekt und Häppchen in den Pausen. „Es soll sich von einer normalen Filmvorstellung abheben und ein rundes Gesamtpaket werden“, sagt Katha Sohnius.

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