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Löscharbeiten bei klirrender Kälte.

Kreisbrandinspektor Hermann John im Gespräch 

Löschen bei Eiseskälte?Hauptsache, Wasser ist im Fluss

Zwei Wohnhausbrände in Bad Tölz, ein Waldbrand in Kochel. Die Feuerwehren im Südlandkreis haben in diesen Tagen eine Menge zu tun. Bei klirrender Kälte ist das kein Spaß und eine zusätzliche Herausforderung. Der Tölzer Kurier hat bei Kreisbrandinspektor Hermann John nachgefragt.

Herr John, mit was wird denn bei der Kälte gelöscht? Gefrieren Wasser und Schaum nicht?

Doch. Aber solange das Wasser und der Schaumzusatz in Bewegung sind, gefriert es nicht. Das Wasser muss immer im Fluss sein. Darauf muss man auch bei einer längeren Leitung achten. Was ein Problem ist, ist, was mit dem Wasser passiert. Wenn es zum Beispiel, wie geschehen, die Hofeinfahrt herunterläuft und vereist. Das muss der Einsatzleiter immer im Hinterkopf haben, dass da rechtzeitig Splitt und Salz aufgebracht werden.

Sind vereiste Hydranten ein Problem?

Das Problem ist eher, dass wir sie finden. Wir empfehlen jedem Hauseigentümer, die Hydranten immer selbst frei zu schaufeln und da nicht auf den Betriebshof zu hoffen. Wenn nicht, sind wir auf die Hydrantenschilder angewiesen und müssen zur Not selbst schaufeln. Die Stadtwerke haben uns mal ein Metallsuchgerät gesponsert, womit wir die Hydranten im Schnee schneller finden können. Aber das kostet natürlich alles Zeit. Wir haben auch Gasflaschen dabei und können Hydrantendeckel auftauen.

Feuerwehr im Winter, bereitet man sich da vor?

Das ist ein eigenes Schulungsthema bei uns. Da werden alle diese Themen behandelt.

Müssen sich Feuerwehrleute im Winter warm anziehen?

Es gibt die alte Weisheit: Was gut ist für die Wärme, ist auch gut für die Kälte und umgekehrt. Da gibt es also keine spezielle Winter-Einsatzkleidung. Jeder Feuerwehrmann zieht sich von Haus aus wärmer an. Außerdem ist das eine anstrengende Arbeit. Da wird einem schon warm.

Was ist die größte Herausforderung im Winter?

Das sind die durch den abgelagerten Schnee verengten Straßenverhältnisse. Da gibt es so geistreiche Autofahrer, die dann noch daneben parken und wir kommen nicht mehr durch. Wenn es sein muss, müssen wir die Löschsachen dann zum Brandort tragen. Das kostet alles Zeit. Das Problem haben übrigens auch die anderen Rettungsdienste.

Die Fragen stellte Christoph Schnitzer

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