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Klaus Wittmann beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit dem Werk von Ludwig Thoma. Der Schriftsteller wurde in Oberammergau geboren, wuchs aber in Vorderriß auf. Thomas Vater war Oberförster im Isarwinkel.

Zum 150. Geburtstag des Schriftstellers

Thoma in all seinen Facetten betrachten

Bad Tölz - Der Geburtstag von Ludwig Thoma jährt sich am 21. Januar zum 150. Mal. Der Tölzer Klaus Wittmann beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit dem Schriftsteller. In den kommenden Wochen tritt er mehrmals mit Lesungen auf. Die Termine führen ihn quer durch Südbayern.

Das Werk von Ludwig Thoma ist ja sehr umfangreich. Was bringen Sie denn bei Ihren Auftritten zu Gehör?

Zu Thomas 150. Geburtstag habe ich fünf unterschiedliche Programme vorbereitet: über sein Leben und sein Werk, die satirischen Briefe des Landtagsabgeordneten Josef Filser, die Kurzgeschichte „Der heilige Hias“, Streitereien und Bräuche aus „Agricola“ sowie eine Mischung von Texten aus seinen berühmtesten Werken. Zusammen mit dem Tölzer Dreigsang Ossiander-Darchinger werde ich in Tölz einen Abend für einen kleinen Kreis anbieten. Ich bin viel unterwegs, die Termine führen mich nach Regensburg, Dachau und Augsburg. Neun Thoma-Abende gebe ich heuer.

Gibt es kein eigenes Kapitel zu Ludwig Thoma und Bad Tölz?

Nein. Thoma wuchs zwar in Vorderriß auf. In Oberammergau wurde er nur geboren, weil seine Mutter im Winter lieber in einem größeren Ort bei ihrer Schwester die Geburt überstehen wollte. Aber sein Vater war Oberförster im Isarwinkel, und so hat Ludwig Thoma Bad Tölz sicher gekannt. Aber ein eigenes Kapitel zu Thoma und Tölz gibt es nicht.

Wie sehen Sie die Kritik an Thoma als Antisemit wegen seiner Schriften im Miesbacher Anzeiger?

Mich ärgert sehr, dass Thoma in letzter Zeit nur noch als Bösewicht dargestellt wird. Seine Hetzbriefe am Ende seines Lebens darf man nicht übergehen, aber die heutigen Referenten betonen gerade seine Schandtaten und klammern seine großen Werke eher aus. Das bedaure ich sehr und möchte dem entgegentreten und sein gesamtes literarisches Werk in guter Erinnerung halten. Er war ein genialer bayerischer Schriftsteller, und ist bis heute meiner Meinung nach unerreicht.

Sie sind Postbeamter, und die Lesungen sind Ihr Hobby. Wie sind Sie zum Werk Ludwig Thomas gekommen?

Als gebürtiger Münchner spielte ich in der katholischen Pfarrjugend jahrelang Theater. Darunter waren immer wieder Stücke von Ludwig Thoma, zum Beispiel „Erste Klasse“ und natürlich die „Heilige Nacht“. Später bin ich über die Freundschaft mit Horst Heres, dem Mann der BR-Volksmusiksprecherin Hedi Heres, zu vielen Lesungen über Ludwig Thoma gekommen. Ich wurde auch ins Thomahaus „Tuften“ am Tegernsee eingeladen, wo ich heute selber lese.

Termine

Der angekündigte Thoma-Abend am Freitag, 20. Januar, im Tölzer Gasthof Zantl ist ausverkauft. Interessierte können Klaus Wittmann aber am Donnerstag, 9. Februar, um 19.30 Uhr im Bergkramerhof in Wolfratshausen erleben. Zu dieser Lesung lädt die Pocci-Gesellschaft ein, Musik: Monika Schmidt. Karten zum Preis von 12 Euro gibt es an der Abendkasse. Weitere Termine von Thoma-Abenden mit Wittmann sind zum Beispiel an diesem Samstag, 21. Januar, im Sängersaal in Augsburg; am Freitag, 10. Februar, im Schloss Dachau und am Sonntag, 12. Februar, in der Alten Mühle in Regensburg.

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