+
Der Auftritt in der Carnegie Hall in New York war für das Machado Quartett (v. li. Ingo Veit, Stefanie Kobras, Perry Schack und Bernhard Prüflinger) ein ganz besonderes Erlebnis. Außerdem ist das Gastspiel ein Pfund, mit dem die Gruppe jetzt wuchern kann. Das Konzert war ausverkauft.

Gastspiel in New York

Machado Quartett trat in der Carnegie Hall auf

  • schließen

Einmal in der Carnegie Hall in New York aufzutreten, gehört zu den Höhepunkten im Leben eines Musikers. Die Mitglieder des Machado Quartetts haben es jetzt erlebt – und sind begeistert von der Resonanz des amerikanischen Publikums.

Bad Tölz/Miesbach– Als sie die Beatles, Louis Amstrong und Leonard Bernstein auf den Bildern an der Wand sahen, „da war uns schon ein bisschen mulmig“, sagt Ingo Veit schmunzelnd. Kein Wunder, denn die Carnegie Hall in New York ist einer der berühmtesten Konzertsäle der Welt. Stefanie Kobras, Perry Schack, Bernhard Prüflinger und Ingo Veit konnten im Januar dort auftreten.

Es war ein gemeinsames Konzert mit dem Trio Artus, dem Perry Schack ebenfalls angehört. Schack hatte vor einigen Jahren schon mal in der Carnegie Hall in New York gespielt. Deshalb hatte er im Vorfeld bei der zuständigen amerikanischen Konzertagentur angeklopft, ob man nicht auch mit dem Machado Quartett dort gastieren könne. Und man konnte – die Zusage kam relativ kurzfristig im vergangenen Oktober.

Der „große Tag“ war dann der 18. Januar. Zwei Tage zuvor waren die Musiker aus dem Tölzer und Miesbacher Land aufgebrochen. „Das heißt, dass der Auftritt in die Phase des größten Jetlags fiel“, berichtet Bernhard Prüflinger. Aber die Nervosität war schnell verflogen. „Wenn man auf der Bühne sitzt, ist das der totale Adrenalinkick.“

Die Musiker traten vor ausverkauftem Haus im Kammermusik-Saal auf. 250 Zuhörer waren gekommen. „Ein tolles Gefühl“, sagt Prüflinger. Zuerst spielte Schack 45 Minuten mit dem Trio Artus, dann folgten die „Machados“. Im Programm hatten sie unter anderem Werke von Piazolla und Eigenkompositionen. Die Resonanz des Publikums war „überwältigend“, sagt Veit: „Die Leute sind vom ersten Stück an voll mitgegangen.“ Dass man mit dem Publikum so schnell warm wurde, lag aber wohl auch daran, „dass du mit deinen Ansagen die Leute so beglückt hast“, zollen Schack und Prüflinger ihrem Kollegen großes Lob. Ingo Veit schmunzelt darüber. Denn anfangs, berichtet er, „habe ich ganz schön lange überlegt, was ich den Leuten auf Englisch so sage“. Schließlich wurde es zu Anfang ein charmantes „Ich hoffe, Sie verstehen mich. . . und wenn nicht, dann genießen Sie einfach die Musik!“

Weil der Saal nicht ganz abgedunkelt war, habe man die Begeisterung der Zuhörer auf den Gesichtern gesehen, erinnern sich die Musiker voller Freude. Erst nach mehreren Zugaben wurden sie entlassen. „Die Leute waren ganz begeistert, dass wir auf der Gitarre zum Beispiel einen Schlagzeugbesen einsetzen“, erzählt Schack. „Und das in New York. Die Leute dort kennen ja eigentlich alles.“ Beeindruckt waren die Vier auch von der Akustik des Saals: „Einfach toll.“

Kein Wunder also, dass die Musiker nach dem Konzert überglücklich beim Italiener feierten – „bei einer Pizza für 30 Dollar, aber das war uns in diesem Augenblick egal“, sagt Schack.

Am nächsten Tag stand dann noch ein bisschen Sightseeing auf dem Programm, bevor Kobras, Veit und Prüflinger abends wieder in den Flieger stiegen. Perry Schack blieb mit dem Trio Artus noch länger, denn für das Trio stand ein paar Tage später noch ein Auftritt in der Jewish American University in Los Angeles auf dem Programm.

Jetzt sind aber alle wieder zu Hause und „vermissen den Hiwi aus der Carnegie Hall“, erzählen sie schmunzelnd. Dort stand ihnen nämlich ein persönlicher Assistent zur Verfügung, der vor dem Konzert die Stühle rückte und ein Wasserglas reichte. Denn auch jetzt haben die vier Musiker wieder viel zu tun: Im Herbst soll eine neue CD erscheinen, und einige Konzerte sind in Vorbereitung – 30 Termine stehen im Kalender.

Auftritte und neue CD:

Das Machado Quartett ist am Sonntag, 19. Februar, um 18 Uhr im Fools Theater in Holzkirchen zu hören (Info und Karten: www.kultur-im-oberbraeu.de.) Es gibt schon einen Vorgeschmack auf die neue CD. In Bad Tölz sind die Musiker am 26. April im Rahmen der Reihe „Die Stadt mit der besonderen Note“ zu hören. Die CD-Release-Konzerte sind am 8. Oktober im Tölzer Kurhaus und am 28. Oktober im Waitzinger-Keller in Miesbach (zusammen mit dem Europäischen Beatbox-Meister „Robeat“ und Hackbrett-Virtuosin Birgit Stolzenburg als Special Guests). Der Vorverkauf beginnt Mitte Februar.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Trimini, Dorst, Herzogstandbahn: Geballte Neuigkeiten aus Kochel
Der Eintrag in das Goldene Buch der Gemeinde blieb Nebensache. Der Besuch von Wirtschaftsministerin Ilse Aigner war viel mehr als ein Wahlkampftermin vor Ort. Beim …
Trimini, Dorst, Herzogstandbahn: Geballte Neuigkeiten aus Kochel
Tipps gegen Langeweile: Das ist los am Donnerstagabend
Tipps gegen Langeweile: Das ist los am Donnerstagabend
Verdächtiges Paket
Es war nur ein Bigbag, ein Riesensack, der in der Isar trieb. Es hätte aber auch ein Toter sein können. Deshalb kam es am Donnerstag zu einem Großeinsatz an der Isar.
Verdächtiges Paket

Kommentare