Als der Tölzer Knabenchor am Freitag in der Marktstraße sang, war Marcel Thys natürlich auch dabei. In der Sonderausstellung im Stadtmuseum hat er vieles wiedererkannt. Foto: Krinner

Marcel Thys ist einer der größten Fans des Tölzer Knabenchors:

Für den Chor ist ihm kein Weg zu weit

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Bad Tölz - Er hat mehr als 200 Konzerte besucht, kommt jedes Jahr drei- bis viermal nach Tölz und ist mit Familie Schmidt-Gaden befreundet: Marcel Thys aus Brüssel ist seit über 30 Jahren ein großer Fan des Knabenchors.

Wann er den Chor zum ersten Mal gehört hat, daran kann sich Marcel Thys (62) nicht mehr erinnern. „Irgendwann um 1980“, erzählt er beim Treffen mit unserer Zeitung im Café Schuler. Es war auf jeden Fall im Fernsehen, denn in Belgien kann man auch ARD und ZDF empfangen. Der Klang der Stimmen habe ihn fasziniert.

Lustigerweise war es nicht sein erster Kontakt mit Tölz. Auf einer Rückfahrt vom Ski-Urlaub in Schladming machte Thys schon mal in der Kurstadt Station, um das Alpamare zu besuchen. Das gehörte seither bei jedem Tölz-Aufenthalt zum Programm. „Schade, dass es jetzt geschlossen ist.“

Der Brüsseler kommt seit rund 30 Jahren jedes Jahr drei- bis viermal in die Stadt – auf jeden Fall immer zum Weihnachtskonzert im Dezember und während der Oktoberfest-Zeit in München. „Dann wohne ich auch immer in Tölz“, sagt er.

Der 62-Jährige arbeitet als Computer-Spezialist im Bereich Sicherheitstechnik. Klassische Musik ist für ihn „pure Entspannung“. Am Tölzer Knabenchor gefällt ihm die historische Aufführungspraxis. Thys kennt natürlich auch die Wiener Sängerknaben und die Regensburger Domspatzen. „Aber der Klang der Tölzer ist einfach besser“, sagt er.

Was Chorgründer Gerhard Schmidt-Gaden aufgebaut habe, bezeichnet Thys als „enorm“. „Er ist innerhalb weniger Jahre in die Weltspitze der Knabenchöre aufgestiegen.“ Und das, obwohl der Chor kein Internat habe, das den Kindern tägliches Proben ermöglichen würde.

Klar, dass Thys nach so vielen Jahren auch Familie Schmidt-Gaden kennt. Der Kontakt kam zustande, als er nach einem Konzert mit einem Drink in der Hand den Abend ausklingen lassen wollte, und Tochter Barbara Schmidt-Gaden, damals selbst noch Schülerin, an alle Chorsänger Sandwiches austeilte. Dabei drückte sie auch Thys eins in die Hand. „Das fand ich so nett. Danach habe ich den Buben beim nächsten Konzert belgische Schokolade mitgebracht.“

Das macht Thys noch immer. Mittlerweile hat er die Schmidt-Gadens auch schon zu Hause in Benediktbeuern besucht, und man ging gemeinsam essen. „Die familiäre Atmosphäre in diesem Chor gefällt mir.“ Und noch etwas hat er beobachtet: „Hut ab, was hier alles geleistet wird. Helga Schmidt-Gaden ist der Motor der Familie.“

Thys’ Wunsch, den Chor einmal in Brüssel zu hören, ging leider noch nicht in Erfüllung. Aber immerhin sangen die Tölzer schon mal im belgischen Kloster „Villers la Ville“. Thys reiste auch zu Auftritten in anderen deutschen Städten, etwa nach Köln. „Ich höre den Chor einfach so gerne.“

Christian Fliegner, einen der beiden neuen Künstlerischen Leiter, hat er schon als Knabe im Chor gehört. „Man wächst quasi mit“, sagt Thys lächelnd.

Das Festival ist jetzt für ihn ein Höhepunkt. Bad Tölz kennt er mittlerweile sehr gut. „Ich mag die bayerische Mentalität. Und hier wird so viel Kultur bewahrt“, sagt Thys und schwärmt von der Leonhardifahrt. Nur ein Wellness-Bad mit Sauna würde Tölz gut tun, findet der Belgier. Wenn das Trimini in Kochel fertig ist, will er sich das „auf jeden Fall mal anschauen“.

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