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Marihuana 

Aus dem Amtsgericht

Marihuana zum Spottpreis macht wenig Freude

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Teure Nachzahlung: Das Gericht hat einen Tölzer (55) wegen Drogen-Kauf zu einer Geldstrafe von 1800 Euro verurteilt. 

Bad Tölz/WolfratshausenDer Deal klang nach einem Schnäppchen: 90 Gramm Marihuana für 400 Euro, ein Spottpreis. Lange freuen konnte sich ein 55-jähriger Tölzer darüber jedoch nicht. „Ich hatte es nur einen Tag in der Wohnung, dann kam schon die Polizei und hat’s mitgenommen“, erzählte der Mann vor dem Amtsgericht, wo er sich wegen unerlaubtem Erwerb von Betäubungsmitteln verantworten musste. Er wurde zu einer kräftigen Nachzahlung in Form von 1800 Euro Geldstrafe verdonnert.

„Ich dachte, so billig krieg’ ich es nie wieder“, erklärte der Angeklagte, der den ihm zur Last gelegten Sachverhalt vollumfänglich einräumte. Der Händler in München, bei dem er einkaufen war, habe ihm den Sonderpreis gewährt, weil das Marihuana von schlechter Qualität gewesen sein soll. Damals habe der Beschuldigte die Droge als Schmerzmittelersatz genommen, weshalb die gesamte Menge zum Eigenkonsum bestimmt gewesen sei, erläuterte Rechtsanwalt Peter Huber. Der Verteidiger betonte, dass sein Mandant durch sein umfassendes Geständnis erheblich zur Aufklärung beigetragen hatte. „Hätte er von seinem Recht Gebrauch gemacht und nichts gesagt, würde er hier wohl nicht sitzen.“

Offener Beutel Marihuana in der Küche

Denn als die Polizei am 26. Juli vorigen Jahres die Wohnung des Angeklagten durchsucht hatte, lebten darin zwei weitere Personen. Weil ein Gefrierbeutel mit Marihuana im Wohnzimmer in der Nähe des Schlafplatzes des 55-Jährigen versteckt gewesen war, „lag der Verdacht nahe, dass er der Besitzer ist“, sagte ein Polizeibeamter. Ein weiterer Beutel sei offen in der Küche herumgelegen.

Weil der Angeklagte nicht zum ersten Mal vor Gericht stand und sich unter seinem Dutzend Vorstrafen auch Verurteilungen wegen Betäubungsmitteln fanden, hielt der Vertreter der Staatsanwaltschaft eine sechsmonatige Bewährungsstrafe für erforderlich. Die Verteidigung erachtete eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen „als letzten Warnschuss“ für ausreichend. „Es muss jetzt vorbei sein mit der Drogenkarriere“, sagte Anwalt Huber. Richter Helmut Berger verurteilte den Hartz IV-Empfänger zu 120 Tagessätzen à 15 Euro.

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