Auch in den Oberland Werkstätten gilt zum Schutze aller die Maskenpflicht.  (Symbolbild)
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Auch in den Oberland Werkstätten gilt zum Schutze aller die Maskenpflicht. (Symbolbild)

Corona-Verschwörer im Landkreis

„Weil er mit Maske arbeiten musste, fällt Tölzer tot um“ - Wir gehen lokalem Querdenker-Gerücht nach

  • Felicitas Bogner
    vonFelicitas Bogner
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Ein Mann soll im Tölzer Land durch das Tragen einer als Corona-Schutz gedachten Maske gestorben sein. Wir gehen dem Gerücht nach - und brauchen dafür nur wenige Anrufe.

  • Im Tölzer Land soll ein Mann wegen der Corona-Maske gestroben sein.
  • Das zumindest behauptet die Gruppe „Querdenken 8041“.
  • Das Gerücht ist leicht zu widerlegen.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Ein Kind soll durch das Tragen eines Mund-Nasenschutzes zu Tode gekommen sein – Gerüchte wie dieses wabern seit Wochen durch soziale Medien. Der Wahrheitsgehalt: gleich null. Dennoch werden vor allem von Corona-Skeptikern weiter ähnliche Geschichten verbreitet – so nun auch im Tölzer Land. Tobias Schmid, Sprecher der Organisation „Querdenken 8041“, die regelmäßig zu Demos gegen die Corona-Politik aufruft, teilte dem Tölzer Kurier mit, er habe „von verschiedenen Seiten“ den Hinweis bekommen, dass im Landkreis „in einer Behinderten-Werkstatt ein Mann tot umgefallen ist, der mit Maske arbeiten musste“.

Corona in Bayern: Tod durch Maske? „Uns ist kein Fall bekannt“

In einer anonymisierten Mail, die Schmid der Redaktion weiterleitete, wird geschildert, dass der Mann während der Arbeit mit Maske umgefallen sei und keinen Puls mehr gehabt habe. Sämtliche Reanimationsversuche seien erfolglos geblieben, bis er schließlich in einer Klinik für tot erklärt worden sei. Außerdem wird in der Mail berichtet, dass der Mitarbeiter, der nach dem Zusammenbruch des Mannes den Notarzt gerufen habe, für sein Handeln Ärger mit seinem Chef bekommen habe. Um welche Behinderten-Werkstatt es sich handelt, konnte Schmid auf Nachfrage nicht sagen.

Alle Informationen zur aktuellen Lage der Corona-Pandemie im Landkreis finden Sie hier.

Einrichtungen dieser Art sind die Oberland-Werkstätten in Gaißach und Geretsried. Auf Nachfrage unserer Zeitung sagt Geschäftsführer Oliver Gosolits: „In keiner der Oberland-Werkstätten ist ein entsprechender Fall bekannt. Es kam generell zu keinem Todesfall in der letzten Zeit in einer unserer Einrichtungen. Erst recht nicht aufgrund der Maskenpflicht.

Video: Erst vor einem Monat gab es eine vergleichbare Ente

Immer mehr falsche Gerüchte über Rettungseinsätze

Theoretisch könnte es natürlich auch eine andere Einrichtung gewesen sein. Wissen von einem entsprechenden Einsatz müsste aber auf jeden Fall die Integrierte Leitstelle (ILS), die die Rettungsdienste koordiniert. Sohrab Taheri-Sohi, Sprecher des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), das für die ILS Oberland zuständig ist, erklärt, dass es im gesamten Rettungsdienstbereich der ILS Oberland in den vergangenen Wochen keinen Einsatz dieser Art in einer Behinderteneinrichtung gab. „Es kommt in letzter Zeit aber immer wieder vor, dass solche Gerüchte gestreut werden“, sagt Taheri-Sohi. „Uns ist kein Fall bekannt, bei dem es zu einer Erstickung aufgrund des Tragens einer Maske gekommen ist.“  

Auf unserer Facebook-Seite wird das Gerücht ebenfalls rege diskutiert - nehmen Sie teil!

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