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Deutlich mehr Busverbindungen wird es ab Dezember zwischen Bad Tölz, Geretsried und Wolfratshausen geben. Bis zu 390 000 Euro pro Jahr lässt sich das der Landkreis zusätzlich kosten.

Infrastrukturausschuss beschliesst

Mehr Busse zwischen den drei Städten

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Erfolg für die Grüne Jugend: Der Infrastrukturausschuss des Kreistags stimmte am Montag dafür, den Takt auf der Buslinie zwischen den drei Städten deutlich zu verdichten. Doch das wird einiges kosten.

Bad Tölz-Wolfratshausen– Lange hatte die Grüne Jugend um diese Taktverdichtung auf der Linie 379 gerungen. Das Problem war, dass der eine oder andere Ton in der Debatte etwas harsch und dementsprechend falsch im zuständigen Ausschuss des Kreistags ankam. Gleichzeitig vermissten die Ausschussmitglieder anfangs detailliertere Fakten hinter der Forderung, mehr Busse zwischen den Städten Wolfratshausen, Geretsried und Bad Tölz fahren zu lassen. Doch der Vorschlag, der am Montagnachmittag dem Infrastrukturausschuss zur Abstimmung vorlag, ist nun weitreichend. „Es wäre eine wesentliche Verbesserung auf der Linie und kommt dem nach, was gefordert wurde“, sagte Landrat Josef Niedermaier (FW). Es sei ein „verkehrsmäßig sinnvoller Vorschlag“. Der Ausschuss müsse nun sagen, wie viel Geld er bereit ist, dafür auszugeben.

Zwischen Montag und Freitag werden die Fahrten von 18 auf 27 erhöht. Das bedeute einen ganztägigen Ein-Stunden-Takt, mehr Bedienung in der Normalzeit zwischen 19 und 21 Uhr und in der Schwachverkehrszeit bis Mitternacht, erklärte Matthias Schmid, am Landratsamt zuständig für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Samstags soll es statt 8 künftig 17 Fahrten geben, an Sonn- und Feiertagen 14 statt 8. Neu ausgeschrieben werden muss die Strecke nicht. „Wir können das ohne Neuvergabe einfach oben drauf packen“, so Schmid.

Die zusätzlichen Betriebskosten bezifferte der ÖPNV-Experte mit 390 000 Euro pro Jahr. „Das ist aber der worst case“, sagte Niedermaier. Auf Deutsch: Hier sind keine Einnahmen gegengerechnet. Ein Defizit von 390 000 Euro entsteht nur dann, wenn kein einziger Passagier in die Busse einsteigt.

Dass das nicht zu erwarten ist, machte Till Happel, Verkehrsplaner beim MVV, deutlich. „Die Linie hatte 2015 eine Kostendeckung von 90 Prozent.“ Natürlich werde die sinken, wenn man nun auch außerhalb der Stoßzeiten weitere Busse einsetze. Aber man könne schon davon ausgehen, dass sich mindestens die Hälfte der Ausgaben durch Einnahmen refinanzieren lasse.

Das alles überzeugte Gerhard Hasreiter (CSU) überhaupt nicht. „Es ist unverantwortlich, einen Betrag von 390 000 Euro einzusetzen.“ Die geforderte Konkretisierung hinter dem Antrag fehle nach wie vor. Man könne ja durchaus weitere Busse einsetzen, wenn es Zeiten gebe, die nicht abgedeckt seien. Aber so einer pauschalen Taktverdichtung „kann ich nie und nimmer zustimmen“, sagte der Geretsrieder.

Wenig Verständnis dafür hatte Nikolaus Mair (Grüne). „Wir reden immer von der Energiewende. Aber dafür hapert es an der Verkehrswende.“ Wenn man in einer mobilen Gesellschaft ohne Auto zurechtkommen wolle, müsse eben auch das ÖPNV-Angebot passen, ergänzte Niedermaier. Und Letzteres müsse für den Nutzer nicht nur attraktiv, sondern auch nachvollziehbar sein, wie eine stündliche Bedienung der Haltestellen eben, sagte Happel. „Ich rate ihnen ab von einer Salami-Taktik. Die geht schief. Dafür zahlen sie vielleicht weniger Geld, aber es wäre schlechter angelegt.“ Das unterstützte Gabriele Skiba: „Jeder weiß doch: Ein gutes Angebot kurbelt die Nachfrage an.“

Michael Häsch (CSU) hatte mit Blick auf das mögliche hohe Defizit pro Jahr trotzdem Bedenken. „Ich habe Probleme damit, über Jahre einen Blankoscheck auszustellen.“ Er werde nur zustimmen, wenn man nach einer gewissen Zeit, nachjustieren könne – sprich Fahrten, die nicht angenommen werden, wieder streichen kann.

Damit konnte die Mehrheit des Ausschusses gut leben. Drei Jahre lang wird die Taktverdichtung nun quasi ausprobiert. Nach zwei Jahren gibt’s eine Fahrgastzählung um zu sehen, wie sie angenommen wird. Fahren werden die zusätzlichen Busse ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2018. Dagegen stimmte lediglich Gerhard Hasreiter.

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