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Im Einsatz: Einer von zwei Blitzeranhängern der kommunalen Verkehrsüberwacher. Wegen seiner Ähnlichkeit mit einem Feldkochherd bezeichnen ihn Spötter in den sozialen Medien als „Gulaschkanone“.

Mehr Einsatzorte für Blitzeranhänger

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99 Verkehrstote gab es im Jahr 2018 im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd zu beklagen – viele starben in Folge von überhöhter Geschwindigkeit. Nicht nur deshalb gibt es ab sofort 58 statt 27 Messstellen für die Blitzeranhänger. 

Bad Tölz – Verkehrsüberwacher hören selten ein Lob. Dank der sogenannten Blitzeranhänger hat sich das geändert: Immer wieder bedanken sich Bürger beim „Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland“ für den Einsatz dieser Technik. „Gerade nachts erwischt man damit viele Raser“, sagte der Tölzer Bürgermeister und Verbandsvorsitzende Josef Janker am Freitag in den Räumen der kommunalen Verkehrsüberwacher in Bad Tölz. Dort unterzeichneten Janker und Polizeipräsident Robert Kopp eine bayernweit bislang einzigartige Vereinbarung.

Es ist vollbracht: Zweckverbandsvorsitzender Josef Janker (2. v. li.) und Robert Kopp (2. v. re.), Präsident des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, setzen im Beisein von Zweckverbandsgeschäftsführer Michael Braun (li.) und Polizeidirektor Peter Böttinger ihre Unterschrift unter die Vereinbarung.

Darin ist geregelt, wo im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums die kommunalen Verkehrsüberwacher ab sofort ihre beiden Blitzeranhänger aufstellen dürfen. Im Rahmen eines Modellversuchs waren diese Anlagen in den vergangenen zwei Jahren bereits an 27 Standorten in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach, Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen und in der Stadt Rosenheim zum Einsatz gekommen. Künftig gesellen sich 31 weitere Messstellen dazu. Die Vorschläge stammen von den Bürgermeistern der betroffenen Kommunen. „Sie sollten sagen, wo sie eine Notwendigkeit sehen“, erklärt Zweckverbands-Geschäftsführer Michael Braun. Zusammen mit der Polizei wurden anschließend die genauen Standorte festgelegt. Kriterien waren laut Polizeidirektor Peter Böttinger nicht nur bekannte Unfallschwerpunkte. Auch potenzielle Gefahrenpunkte fanden Berücksichtigung.

„Gulaschkanonen“ erfüllen ihren Zweck

Ein paar Beispiele ließ sich Verbandsvorsitzender Josef Janker entlocken: An der Schützenstraße in Bad Tölz und der Schlierseer Straße in Miesbach werden künftig immer mal wieder die als Gulaschkanonen verspotteten Anhänger stehen. Diesen Spitznamen brachte ihnen ihre Ähnlichkeit mit einem Feldkochherd ein. Egal, findet Janker. Das Wichtigste sei: „Sie wirken.“

Eine Untersuchung innerhalb und außerhalb der Ortschaften ergab laut Zweckverbands-Außendienstleiter Thorsten Preßler: Die Beanstandungsquote sinkt nicht nur während der Zeit, in der die Anhänger an Ort und Stelle stehen. Auch eine Woche später gehen die Autofahrer noch automatisch vom Gas – und zwar bereits etliche Meter vor und nach der Messstelle. „Sie wirken zeitlich und räumlich nach“, fasst Preßler zusammen.

Polizeipräsident Kopp hob in diesem Zusammenhang hervor: „Geschwindigkeitsüberwachung ist kein Selbstzweck, sie schützt Menschenleben und erhöht die Sicherheit.“ 99 Verkehrstote gab es im Jahr 2018 im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd zu beklagen. Viele davon starben als Folge von überhöhter Geschwindigkeit – laut Kopp nach wie vor die Unfallursache Nummer eins. Er griff damit der Verkehrsunfallstatistik für das vergangene Jahr voraus, die seine Beamten offiziell erst nächste Woche vorstellen. „Aber Zahlen wie diese zeigen deutlich, wie wichtig es ist, die Geschwindigkeit zu überprüfen.“

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