Die Toilettenanlage im Bürgergarten wird in den kommenden Wochen abgerissen. Foto: Stadt Bad Tölz/bo

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Mehr Komfort auf stillem Örtchen

Seine Tage sind gezählt: Das Toilettenhäuschen im Tölzer Bürgergarten wird abgerissen. Am heutigen Montag beginnt die Baustelleneinrichtung, eine Woche später starten die Abbrucharbeiten. Bis zum Frühjahr soll dann eine neue Toilettenanlage mit einer Damen-, einer Herren- und einer barrierefreien Kabine entstehen. Ein Wickelbereich gehört ebenfalls zur Ausstattung.

Bad Tölz– Um Zerstörungen oder Verschmutzungen vorzubeugen, hat sich der Stadtrat für eine Variante entschieden, die nicht billig ist: Zirka 280 000 Euro wird die Anlage kosten. Das neue Haus wird außen verputzt und erhält ein Satteldach. Im Untergeschoss sind Wasser- und Stromanschlüsse vorgesehen. Aufgrund der Abbrucharbeiten wird es ab Ende Februar für zirka drei Wochen immer wieder zur Schließung des Stegs über den Schulgraben kommen.

„Die öffentliche Toilette am Bürgergarten ist für uns enorm wichtig. Aufgrund ihrer zentralen Lage ist sie nicht nur während des Oster- oder Christkindlmarkts oder zur Leonhardifahrt unverzichtbar“, sagt Bürgermeister Josef Janker. Da das Thema Sauberkeit ein Dauerbrenner auf öffentlichen Toiletten ist, „haben wird ein System ausgesucht, das für so viel Hygiene sorgt, dass wir als Stadt eine gute Visitenkarte abgeben“, so Janker. So sind die Toilettensitze selbstreinigend. Der Fußboden wird nach dem Verlassen des Nutzers automatisch mit Hochdruck abgespritzt. Die spezielle Bodenkonstruktion trocknet sekundenschnell. Auch gegen Vandalismus ist die neue WC-Anlage ein gutes Stück weit gesichert. Unter anderem gibt es eine zentrale Schließanlage, die per Zeitschaltuhr die Öffnungszeiten regelt. Außerdem meldet dieses System, wenn beispielsweise versucht wird, die Tür aufzuhebeln.

Weil der Stadtverwaltung das Thema Toiletten wichtig ist, wurde bereits die Anlage an der Peter-Freisl-Straße ertüchtigt. Die zurzeit im Umbau befindliche Toilette am Waldfriedhof wird ebenfalls saniert. Hier sind die Abbrucharbeiten weitgehend abgeschlossen. Bis die neue Toilette in Betrieb gehen kann, wird es wohl Mai werden – abhängig davon, wie lange die Frostperiode anhält. Die Baumaßnahme kostet zirka 220 000 Euro, denn auch hier kommt die selbstreinigende Variante zum Einsatz.

Der Haupt- und Finanzausschuss berät in seiner Sitzung am Dienstag darüber, auch die Toilette im Durchgang vom Stadtmuseum zum Bürgergarten mit diesem System auszustatten. In einem nächsten Schritt könnte dann die Toilette am Isarkai umgerüstet werden. „Wir nehmen das Problem ,öffentliche Toiletten‘ sehr ernst“, sagt Bürgermeister Janker. „Doch ich appelliere auch an die Nutzer mitzuhelfen, unsere WC-Anlagen in einem guten Zustand zu halten.“  bo/tk

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