Attacke auf Passanten in Hamburg: Ein Toter, mehrere Verletzte

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Ein Radweg durch die Nockhergasse: Den Vorschlag erläutert Experte Ulrich Glöckl bei der Diskussionsveranstaltung der Grünen über den Verkehrsentwicklungsplan. 

Tölzer Verkehrsentwicklungsplan  

„Mehr Mut und Schmackes, bitte“

Bad Tölz Ein „Turbokreisverkehr“ am Moraltverteiler oder ein Radler-Aufzug im Schulgraben: Der kürzlich im Stadtrat knapp vorgestellte Verkehrsentwicklungsplan (VEP) birgt viele Überraschungen. Die Grünen diskutierten nun darüber.

„Mit etwas Futter hinterlegen“ wollte Franz Mayer die seiner Meinung nach ziemlich dürftigen Ausführungen des Bauamts zum neuen Tölzer Verkehrsgutachten im Stadtrat. Leider folgten am Donnerstag nicht allzu viele Tölzer der Einladung des Grünen-Ortsvereins in den „Kolberbräu“. Neben Mayer standen Ludwig Janker (CSU), der Leiter der Verkehrskommission, und Ulrich Glöckl, einer der Autoren des Gutachtens von der Firma Transver, Rede und Antwort.

Was hat es mit dem sogenannten Turbokreisverkehr am Moraltverteiler auf sich? Er wird im Auftrag der Stadt untersucht, weil man mit der Ampellösung, an der das Staatliche Bauamt festhält, unzufrieden ist. Geprüft wird ein Kreisel mit vier Bypässen, dessen vierter Arm in die Karwendelsiedlung führen soll. Ein Turbokreisverkehr ist zweispurig. Bei ihm ordnet sich der Verkehr schon vor dem Einfahren. Der Kreisel wird schneller und leistungsfähiger. Eine Spur (Richtung Lenggries-München) könnte den Verkehr auch am Kreisel vorbeiführen.

Ein weiterer interessanter Punkt: Die Bahnbrücke an der Gaißacher Straße. Sie ist derzeit gesperrt. Sowohl Mayer als auch Janker könnten sich mit dem VEP-Vorschlag anfreunden, die Brücke eingeschränkt (einspurig und nur für Anlieger) zu öffnen. Für Janker ganz wichtig wäre der „Bypass-Effekt“. Wenn auf der Osterleite ein Unfall ist, kann umgeleitet werden.

Ein wichtiges Anliegen im VEP ist die Verbesserung des Radnetzes in Tölz. Einer der Knackpunkte: Die Marktstraße, die für Radler eigentlich passé ist. Zwei Lösungsmöglichkeiten sieht der VEP vor: Zum einen eine Radlerspur bergaufwärts in der Nockhergasse. Die Engstelle Irlbeck-Haus könnte nach Glöckls Worten mit einer Ampel oder besser noch mit einem Arkadendurchgang überwunden werden. „Man könnte sagen, so ein Schmarrn“, merkte Franz Mayer dazu an. Aber man müsse etwas Neues auch mal andenken. Ortsvereinsvorsitzender Andreas Wild rief generell dazu auf, sich beim Thema Verkehr „bitte mit mehr Mut und Schmackes in Richtung Rad“ zu bewegen.

Es gibt noch eine Alternative, die Glöckl als durchaus reizvoll empfand. Den Schulgraben als parallele Achse barrierefrei auszubauen. Das ginge mit einer sehr langgezogenen Rampe. Viel besser gefiel dem Fachmann eine Lösung, wie sie etwa in Traunstein verwirklicht ist. Von einem Großparkplatz führen mehrere Aufzüge zum Stadtplatz. „Das ist auch eine Attraktion und macht Spaß.“ Das Problem Radler und Rollstuhlfahrer wäre so gelöst.

Glöckl lagen einige Anregungen am Herzen, die im 313-Seiten-Gutachten eher technisch umschrieben sind. Beispiel Flinthöhe: Wenn die Nordspange kommt, werde der Verkehr auf der Tegernseer Straße keineswegs gegen Null gehen, sondern sich wegen des örtlichen Ziel- und Quellverkehrs allenfalls halbieren. 15 000 statt 30 000 Fahrzeuge am Tag prognostiziert das Verkehrsmodell. Um die Lebensqualität des ohnehin abgekapselten Wohngebiets zu verbessern und das Zusammenwachsen mit der Flinthöhe zu ermöglichen, müsse sich die Stadt rechtzeitig etwas einfallen lassen. Glöckl schwebte „ein städtebaulicher Wettbewerb“ vor. Janker stimmte ihm zu: „Der Durchgangsverkehr muss da auf jeden Fall raus.“ Verkehrsplaner Glöckl hält auch die geplante Fußgängerbrücke über die künftige Umgehung für eine „unbefriedigende Lösung“. Apropos Fußgänger: Glöckl und Wild kritisierten die Rechtsabbiegespur von der Sachsenkamer- zur Umgehungsstraße. Am Morgen fänden die vielen Schüler auf der kleinen Insel kaum Platz, um auf die Grünphase zu warten. Ganz abgesehen davon, dass der Übergang über die Rechtsabbiegerspur in keiner Weise gesichert sei.

Drei Stadtbuslinien in Tölz, das sei eigentlich ein gutes Angebot, urteilte Glöckl. Dennoch fahren die Busse oft leer. Der Transver-Mann empfahl, da mal einen ÖPNV-Spezialisten drüberschauen zu lassen. „Da gibt es bessere Lösungen.“

Zuhörer Melchior Sappl regte an, den „halsbrecherischen Fußweg“ vom Kalvarienberg zur Moraltalm zu verbessern. „Das ist wirklich keine Zauberei“, pflichtete ihm Stadtrat Christof Botzenhart (CSU) bei. Christoph Schnitzer

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