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Am Ketteler-Ring soll das Bauvorhaben verwirklicht werden. „Zu massiv“, sagt der zuständige Ausschuss.

Thema im Bauausschuss

Mehrfamilienhaus in Bad Tölz: Zum dritten Mal ein klares Nein

Es war der dritte Vorstoß, ein Mehrfamilienhaus am Tölzer Von-Ketteler-Ring zu bauen. Die Antwort des Bauausschusses lautet aber auch dieses Mal Nein. 

Bad Tölz– Erst sollte es ein Mehrfamilienhaus mit zwölf Wohnungen sein, dann ein Reihenhaus mit vier Einheiten, nun wieder ein Mehrfamilienhaus mit elf Wohnungen. Die Entscheidung des Tölzer Bauausschusses blieb indes immer dieselbe:In dieser Massivität darf am Ketteler-Ring nicht gebaut werden. Das Bauprojekt füge sich nicht in die kleinteilige Bebauung an der Stelle ein, argumentierte Stadtbaumeister Florian Ernst. Dass die Kinderspielplatz- sowie Stellplatz-Satzungen nicht eingehalten werden, fiel da nur noch am Rande ins Gewicht.

Stadträte rechnen mit Klage

Wird nun geklagt? Davon gehen mehrere Räte aus. Martin Harrer (FWG) wollte wissen, ob die „hohen Blöcke“ an der Gaißacher Straße eventuell als Bezugsfall herangezogen werden können. Zu weit weg, antwortete Bauamtsleiter Christian Fürstberger. Tatsächlich sind aber im hinteren Bereich des Ketteler-Rings größere Wohnanlagen zu finden. Bürgermeister Ingo Mehner, selbst Jurist, sieht auch da keinen Bezugsfall. „Einzelne Ausreißer prägen nicht die umgebende Bebauung“, setzte er sein Vertrauen in die Richter bei einem möglichen Ortstermin des Verwaltungsgerichts. In dem Eck sei er sich relativ sicher, dass so ein zweigeschossiger Bau mit 13 Metern Breite nicht erlaubt werde.

Franz Mayer (Grüne): Plädoyer für Erbpacht-Modell

Franz Mayer (Grüne) ist selbst Anlieger am Ketteler-Ring. Für ihn ist der Antrag ein typisches Beispiel für einen Erbfall, bei dem dann die Fläche maximal vermarktet werden soll. Auch er erwartet eine Klage. Daher sei es wichtig, die Ablehnung gut zu begründen. Wenn man unterliege, werde es weitere Bezugsfälle geben. Er nutzte den Antrag zu einem Plädoyer für das am Ketteler-Ring von der Kirche ins Leben gerufene Erbpacht-Modell. So könne man auch noch in der heutigen Zeit bezahlbaren Grund für Familien schaffen.

Der Bauausschuss stimmte einmütig gegen die dritte Projekt-Variante des Bauherrn und hatte auch eine klare Empfehlung parat: Man könne sich dort allenfalls ein „Einfamilien-, vielleicht auch ein Doppelhaus“ vorstellen. cs

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