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Mit einem speziellen Maßnahmenkatalog, der für das Oberland konzipiert worden ist, will die Bahn das Schienen-Management im Winter verbessern.  

Bahngespräch mit Bürgermeistern

Bahn und BOB legen maßgeschneiderte Verbesserungsvorschläge für das Oberland vor

Zum dritten Mal hat am Donnerstag in Holzkirchen das sogenannte Bahngespräch stattgefunden. Die Verantwortlichen versprechen viel.

Im Zuge der Pannenserie auf den Schienen im Oberland im vergangenen Katastrophen-Winter wollen die Bürgermeister der Bahnhofskommunen zusammen mit Deutscher Bahn (DB) und Bayerischer Oberlandbahn (BOB) sowie den Landratsämtern Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen Lösungen entwickeln, um die aufgetretenen Probleme künftig abzustellen. Nun zieht die Runde ein positives Fazit: Es ist viel passiert.

Vertreter aus BOB-Gemeiben und Landratsämter involviert

Wie die Marktgemeinde Holzkirchen am Freitag mitteilte, hatte deren Bürgermeister Olaf von Löwis als Sprecher der Bürgermeister im Landkreis Miesbach erneut ins Rathaus eingeladen. Im Beisein seiner Kollegen Johannes Hagn (Tegernsee), Josef Lechner (Fischbachau), Leonhard Wöhr (Weyarn), Werner Weindl (Lenggries) und Jens Zangenfeind (Hausham), Verkehrsfachbereichsleiter Peter Schiffmann vom Landratsamt Miesbach und dessen Tölzer Kollegen Matthias Schmid sowie Gabriele Dorby (Leiterin des Stimmkreisbüros von Ilse Aigner) fassten die BOB-Geschäftsführer Fabian Amini und Veit Bodenschatz sowie von der Bahn Herbert Scheller (Leiter Regionalnetze Süd DB Netz), Helmut Zöpfel (Leiter Bahnhofsmanagement Rosenheim), Norbert Wedlich (Leiter Servicebereich DB Services GmbH) und Sprecher Michael-Ernst Schmidt die Entwicklungen zusammen.

Lesen Sie auch: So lief das 2. Bahngespräch

Mittlerweile hat auch die Bahn einen Maßnahmenkatalog entwickelt. „Projekt Winter Oberland“ nennt Scheller das in fünf Teilprojekte gegliederte Papier. Der Fokus liegt dabei auf der Räumtechnik für Schienen, Bahnübergänge und Weichen. So wird die Zahl der Schneefräsen, die innerhalb von 96 Stunden zwischen Garmisch-Partenkirchen und Berchtesgaden verfügbar sein müssen, auf vier verdoppelt. Das Personal wird bis Ende Oktober 2019 mithilfe eigens erstellter Trainingsvideos und internen Schulungsprogrammen qualifiziert, um Bedienungsfehler zu minimieren.

Bahn entwickelt Wintermappe

Zudem hat die DB eine Wintermappe entwickelt. Sie enthält detaillierte Infos, was jeder Mitarbeiter bei verschiedenen Problemlagen zu tun hat. Ziel ist es laut Cornelia Weber von der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit in Holzkirchen, schnell und effizient reagieren zu können.

Diese Mappe unterstützt auch die BOB als Betreiber. Das Unternehmen bekommt so einen transparenten Einblick, um noch ausschöpfbare Handlungsspielräume zu erkennen und effektiver Fahrzeuge und Personal disponieren zu können. Auch die Fahrgastinformation soll so verbessert werden. Scheller ist von dieser maßgeschneiderten Maßnahme überzeugt: „Das haben wir speziell für das Oberland entwickelt.“

Lesen Sie auch: So lief das 1. Bahngespräch

Zudem werden Mitarbeiter geschult, um Weichenblockaden schneller in den Griff zu bekommen. Und Räumteams sollen per Smartphone die Arbeitsergebnisse in Echtzeit protokollieren, damit die Arbeitsstäbe rund um die Uhr einen Gesamtüberblick haben.

Nicht geräumte Haltestellen für den Schienenersatzverkehr sollen ebenfalls nicht mehr vorkommen. Gemeinden, Landratsämter und Betreiber erarbeiten dazu mit Hochdruck einen Maßnahmenplan. Zudem haben die Kommunen der DB Unterstützung durch Bauhof und Technisches Hilfswerk (THW) im Bahnhofsbereich angeboten.

Bahn und BOB legen maßgeschneiderte Verbesserungsvorschläge für das Oberland vor

Die Bürgermeister werten das bislang auf den Weg gebrachte Maßnahmenpaket als großen Schritt. Dennoch bleiben die Rathauschefs vorsichtig. „Die Aussicht auf neue Züge und mehr Räumfahrzeuge ist noch kein Grund, sich zurückzulehnen“, sagt Löwis mit Blick auf Störungen und Fahrgastinformation. Und Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner mahnt: „Es geht nicht nur um die Herausforderungen im nächsten Winter, sondern auch um den regulären Betrieb. Probleme haben wir nämlich auch im Sommer.“

BOB-Chef Amini lobt indes die gute Zusammenarbeit mit der DB Netz. Er verspricht sich darüber hinaus einiges vom geplanten Verteiler, der Schulen schnell und gezielt über die Lage auf der Schiene informieren soll. Auch personell werde aufgerüstet.

Das nächste Gespräch der Arbeitsgruppe ist für November vorgesehen. Dann sollen weitere Fortschritte bei der Infrastruktur vorliegen – rechtzeitig zum nächsten Winter. 

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