Das neue Bettenhaus nimmt Gestalt an, wie dieses Bild von Median beweist.
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Das neue Bettenhaus nimmt Gestalt an, wie dieses Bild von Median beweist.

Nachgefragt

Millionenschweres, neues Bettenhaus der Tölzer Buchbergklinik: Inbetriebnahme verzögert sich

  • Silke Scheder
    vonSilke Scheder
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Für den Erweiterungsbau der Tölzer Buchbergklinik mit 80 komfortablen Einzelzimmern gibt es noch keinen Eröffnungstermin. Der Bau aber ist weit fortgeschritten.

Bad Tölz – Die Eröffnung des neuen, millionenschweren Bettenhauses der Tölzer Buchbergklinik verzögert sich. „Aktuell ist eine Inbetriebnahme ab dem 30. Juni 2021 geplant“, teilt eine Sprecherin von Median auf Nachfrage mit. Da jedoch unklar sei, wie sich der weitere Verlauf der Covid-19-Pandemie auf das Bauvorhaben auswirkt, gebe es noch keinen offiziellen Eröffnungstermin.

„Durch unsere Nähe zu Österreich beschäftigen unsere Auftragnehmer zum Beispiel auch einige österreichische Handwerker“, heißt es von Seiten von Median, nach eigenen Angaben der größte deutsche Betreiber von Rehakliniken. Sollten die Einreisekriterien aufgrund von Corona von der Bundesregierung noch einmal verschärft werden, könnte dies dazu führen, dass diese Kräfte dann fehlen. „Das Baustellen-Team ist bis heute jedoch komplett Corona-frei.“ Ursprünglich sollte das Millionenprojekt Anfang 2021 fertig sein.

Wie berichtet entstehen südlich der Buchbergklinik auf einer Nutzfläche von rund 3800 Quadratmetern 80 komfortable Einzelzimmer. Die Innenausstattung soll Hotelqualität haben. So will der Betreiber wieder mehr Privatpatienten in die Kurstadt locken. Insgesamt 12,5 Millionen Euro investiert Median in den Erweiterungsbau – und kann diese Kosten offenbar auch einhalten, wie eine entsprechende Nachfrage jetzt ergab.

„Wir erweitern das Angebot nicht nur in den bestehenden Indikationen, sondern schaffen auch die Möglichkeit, Patienten mit schwerwiegenden neurologischen Erkrankungen zu behandeln“, sagte Median-Geschäftsführer André Schmidt beim Spatenstich am 8. November 2019. Im bestehenden Gebäude an der Wengleinstraße aus dem Jahr 1973 gebe es aktuell 230 Betten – und eine „lange Warteliste“.

Betriebsrat skeptisch

Während sich die Stadt Bad Tölz über etwa 35 neue Arbeitsplätze freut, zeigte sich der Betriebsrat skeptisch. Er fürchtet, die zusätzlichen Patienten nicht mehr gut versorgen zu können, wenn die Stellen wegen des Fachkräftemangels nur teilweise besetzt werden können. Stellvertretend für die rund 160 Beschäftigten hatte die Betriebsratsvorsitzende Susanne Pienkowski beim Spatenstich einen Brief an Median-Geschäftsführer André Schmidt überreicht, in dem sie dieser Sorge Ausdruck verlieh. Damals kam keine Reaktion von Schmidt. Und auch jetzt blieb die Frage nach den Sorgen der Beschäftigten unbeantwortet.

Stattdessen teilt der Kaufmännische Leiter der Buchbergklinik, Torsten Deggendorfer, schriftlich mit: „Freie Stellen werden zu gegebener Zeit öffentlich ausgeschrieben, und wir sind zuversichtlich, alle adäquat besetzen zu können.“ Gesucht wird laut Median ärztliches, pflegerisches und therapeutisches Personal.  

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