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Stellten Übereinstimmungen fest: Gudrun Schroth vom Tölzer Arbeitskreis Eine Welt und Entwicklungshilfe-Minister Gerd Müller (CSU). 

Aus dem Entwicklungsministerium 

Minister Gerd Müller besucht Tölzer Weltladen

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Entwicklungsminister Gerd Müller schaute in Bad Tölz vorbei. Der CSU-Mann besuchte den Weltladen.

Bad Tölz – Die Bundestagswahl naht, die Zahl der Ministerbesuche im Landkreis nimmt zu. Davon profitierte am Montag der Weltladen an der Tölzer Säggasse: Eine Stippvisite des Bundes-Entwicklungshilfeministers Gerd Müller (CSU) rückte das Geschäft, in dem es fair gehandelte Produkte zu kaufen gibt, ins Scheinwerferlicht.

Dabei handelt es sich dem Klischee nach bei der Eine-Welt-Bewegung und den Christsozialen nicht direkt um natürliche Verbündete, wie in der Begrüßung durch Gudrun Schroth vom Arbeitskreis Eine Welt anklang: „So viel Politprominenz – zumal von der CSU – hatten wir noch nie hier.“ Gemeinsam mit Müller waren unter anderem Bundestagskandidat Alexander Radwan, Landtagsabgeordneter Martin Bachhuber und Ortschef Ingo Mehner gekommen. Die Tölzer CSU hatte Müller eingeladen, am Abend gab es eine Veranstaltung im „Kolberbräu“.

Mit Müller stellte Schroth aber gleich große Übereinstimmung fest: „Seit über 30 Jahren verfolgen wir dieselben Ziele, die Sie in Ihrem Buch ,Unfair!‘“ beschreiben, sagte sie. Müller wiederum konstatierte: „Früher einmal wurde die Dritte-Welt-Arbeit belächelt. Heute ist das Ziel einer gerechteren Globalisierung in der Mitte der Gesellschaft angekommen.“ Es könne nicht sein, dass hierzulande Jeans für 100 Euro verkauft werden, für die Arbeiterinnen in Bangladesch „zu Bedingungen wie im Mittelalter“ arbeiten – für 15 Cent pro Stunde, 14 Stunden täglich, sechs Tage pro Woche. Es sei erfreulich, dass sich mittlerweile 50 Prozent der großen Textilhändler zur Einhaltung sozialer und ökologischer Standards verpflichtet hätten. „Aber ich frage mich: Wo sind die anderen 50 Prozent?“

Der Minister, der eine knappe halbe Stunde blieb, ließ sich alle Mitarbeiterinnen vorstellen – und fragte mit einem Augenzwinkern: „Und wie viele Männer arbeiten hier?“ Von den Engagierten wollte er wissen, wie sie es finden, dass inzwischen auch Supermärkte auf fair gehandelte Produkte setzen. Dazu Gudrun Schroth: „Unser Ziel ist ja, dass es keine gesonderten Weltläden mehr braucht.“  ast

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