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Gregor Dorfmeister und „Die Brücke“. Das Bild entstand zu seinem 80. Geburtstag. Es zeigt nicht die Brücke aus dem Buch. Diese befand sich an der Loisach.

Nachruf

Mit „Die Brücke“ schrieb er Geschichte: Gregor Dorfmeister ist tot

Die Redaktion des Tölzer Kurier trauert um ihren langjährigen Redaktionsleiter Gregor Dorfmeister (88). Er war ein großer Journalist - und für die Nachkriegsgeneration noch so viel mehr.

Gregor Dorfmeister ist am Sonntagabend im Alter von 88 Jahren in seiner Heimatstadt Bad Tölz gestorben. Ihr ist er immer treu geblieben, obwohl Dorfmeister Anfang der 1960er-Jahre zur großen Journaille oder sogar zum Film hätte wechseln können. Stattdessen entschied sich der Autor für den Tölzer Kurier. Fast vier Jahrzehnte, die meiste Zeit davon als Redaktionsleiter, lenkte er die Lokalredaktion und brachte ganzen Journalistengenerationen das Handwerk bei. Dorfmeisters journalistisches Herz gehörte den großen Reportagen und der Sport- und Gerichtsberichterstattung.

Internationale Bekanntheit erlangte Dorfmeister durch die Veröffentlichung seines ersten Romans „Die Brücke“, den er 1958 unter dem Pseudonym Manfred Gregor veröffentlichte. Das Buch, das in zahlreiche Sprache übersetzt wurde, diente 1959 dem bekannten Schweizer Regisseur Bernhard Wicki als Vorlage für den gleichnamigen Film mit Günter Pfitzmann, Volker Lechtenbrink, Cordula Trantow und Fritz Wepper. Es ist, so der Klappentext des Buchs, „der Roman einer missbrauchten Jugend, die in den letzten Kriegstagen in einem sinnlosen Opfergang verheizt wurde“. Dorfmeister erzählt darin auch seine eigene Geschichte. In den letzten Kriegstagen gehörte der gerade 16-Jährige zum letzten militärischen Aufgebot des Deutschen Reichs. Er und einige Gleichaltrige wurden dazu verpflichtet, eine völlig unbedeutende Brücke an der Loisach gegen die heranrückenden Amerikaner zu verteidigen. Viele seiner Kameraden starben dabei.

Auch Dorfmeisters zweites Buch „Das Urteil“, das 1959 erschien, wurde verfilmt - unter anderem mit Kirk Douglas und Christine Kaufmann.

Zum Tod von Gregor Dorfmeister: Ein Leben in Bildern

Doch nicht nur durch sein literarisches und journalistisches Wirken wird Dorfmeister in Bad Tölz in Erinnerung bleiben. Zeitlebens setzte er sich für behinderte und benachteiligte Menschen ein. Von 1981 bis 1997 war er Vorsitzender der Kreisvereinigung der Lebenshilfe. Kurz vor seinem Tod hat Gregor Dorfmeister einmal zurückgeblickt und ohne Zögern erklärt: „Ich war zwar viel schriftstellerisch aktiv, aber mein Lebensinhalt war die Arbeit für die Behinderten.“   va/chs

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