Am Blomberg gibt es bereits zahlreiche Attraktionen für Familien, im Bild die Sommerrodelbahn.
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Am Blomberg gibt es bereits zahlreiche Attraktionen für Familien, im Bild die Sommerrodelbahn.

Neues Konzept für Attraktionen vorgestellt

Mit den „Bloms“ am Blomberg wandern gehen

  • Christoph Schnitzer
    vonChristoph Schnitzer
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Im Kur- und Tourismusausschuss des Tölzer Stadtrats wurde nun ein Konzept für neue Attraktionen am Blomberg vorgestellt. Als Zielgruppe stehen Familien im Mittelpunkt.

Bad Tölz/Wackersberg - Nein, der Biketrail, nach dem Moritz Saumweber (Grüne) ganz harmlos fragte, hat nichts mit der Blomberg-Konzeption zu tun, die am Donnerstag in der Sitzung des Kur- und Tourismusausschusses vorgestellt wurde. Interessant war die Frage trotzdem. Gerüchte gibt es ja schon lange.

Die Firma Pronatour aus Innsbruck, die Erlebnisprojekte entwickelt und umsetzt, hatte im vergangenen Juni einen Auftrag der Stadt für den Blomberg erhalten und stellte nun ihre Ergebnisse vor. In drei Stufen soll der Tölzer Hausberg und das Münchner Naherholungsziel Nummer eins bis zum Jahr 2023 aufgewertet werden. Der Blomberg als „touristischer Leuchtturm“ soll zukunftsträchtig aufgestellt werden, sagte Kurdirektorin Brita Hohenreiter. Gerade in der Post-Coronazeit werde Naherholung noch wichtiger werden, ergänzte Zweiter Bürgermeister Michael Lindmair (FWG).

Die Fachleute aus Innsbruck hatten sich auch den Bestand angeschaut und dem Kunstwanderweg nach einem Relaunch einiges Potenzial zugesprochen. Ihre Stufe eins, die heuer realisiert werden soll, umfasst einen Entdeckerpfad, einen Niederseilgarten für Kinder am Blomberghaus, Infopoints, einen Waldspielepass und eine Waldkrimi-App. Zielgruppen sind laut Ingunn Bindhammer von Pronatour Familien und auch Schulen, um die Auslastung unter der Woche zu steigern. An letztere richtet sich etwa die Waldkrimi-App, mit der spielerisch Bildungsinhalte (etwa Klimawandel, Borkenkäfer) aufgearbeitet werden kann. „Große Klasse“ fand das Filiz Cetin (SPD).

Der Entdeckerpfad wendet sich entlang des Wanderwegs in vielen Stationen an die etwas jüngeren Kinder sowie ihre Familien. Das gab es bisher auch schon, wird nun aber deutlich ausgeweitet. Es geht um Waldgeräusche, Tiere, Baumspiele, Wald-Memory, einen Hangsteig, Fährtenlesen und vieles mehr, wobei die Teilnehmer mit Geschicklichkeit und Wissen Punkte für einen Spielepass sammeln können.

Eingebettet sind die Stationen in eine Geschichte, in der die „Bloms“ und das Eichhörnchen Edi eine wichtige Rolle spielen. Die „Bloms“ sind seit jeher am Blomberg zuhause und führen dort – eine Anlehnung an das Blombergturnfest – ihre Waldspiele durch. Kinder und Familien dürfen gerne mitmachen.

Pronatour schlägt vor, die „Bloms“ auch im Merchandising zu nutzen. Etwa T-Shirts, Trinkflaschen und Brotzeitdosen mit Aufdruck. Aber nicht aus Plastik, sondern nachhaltig aus Metall, beantwortete Ingunn Bindhammer eine Frage von Bärbel Weixner (Grüne), die als pädagogische Beraterin bei dem Konzept mitgeholfen hatte. Ein Wort noch zu den „Bloms“: Lindmair hatte seine private Expertengruppe, nämlich seine Kinder, zu ersten Entwürfen der Zwerge befragt. Die waren nicht so begeistert. „Die schauen so böse.“ Daran wird also noch gefeilt.

Auch die verwendeten Materialien für die Spielstationen, die zur Besucherlenkung sehr wichtigen Wegweiser und Infopoints sollen möglichst naturnahe oder aus Holz sein. 12 bis 15 Jahre sei die Haltbarkeit, antwortete Bindhammer auf die Fragen mehrerer Räte. Rund 215 000 Euro ist der Komplettpreis von Stufe 1 bis zum Aufbau. Der Ausschuss stimmte zu ebenso wie für die Stufe 2 (135 000 Euro), die im kommenden Jahr realisiert werden soll.

Dabei stehen die Möblierung am Blomberghaus und sogenannte Waldfenster als einladend gestaltete Ruhezonen für Familien und Schulklassen im Mittelpunkt. Auch werden dann zwei Viscope aufgestellt. Das sind „interaktive Fernrohre“, erklärte die Pronatour-Vertreterin. Wer hindurchschaut, sieht die Berge und auch gleich ihren Namen dazu.

In Stufe 3 (256 000 Euro), die 2022/23 umgesetzt werden soll, wird das Blomberggipfelgebiet mit einer attraktiven Wanderrunde erschlossen. Ingunn Bindhammer konnte sich dafür zum Beispiel große Chill-Netze vorstellen, in die man sich hineinlegen kann. Oder Yoga-Plattformen mit Massagebäumen. Stufe 3 muss noch ausgearbeitet werden und wird dem Ausschuss nochmals vorgestellt.

Wegweiser und Erklärungen sollen übrigens Deutsch und Englisch abgefasst sein, sagte Bindhammer auf eine Frage von Gabriele Frei (CSU).

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